Infantino: „beträchtliche Fortschritte bei der Förderung junger Talente“
FIFA-Talentakademien als tragende Säulen des FIFA-Talentförderprogramms, das jedem jungen Spieler den Zugang zum Profifussball ermöglichen soll
Festakt unter Anwesenheit von Arsène Wenger, FIFA-Direktor für globale Fussballförderung, FIFA-Fussballdirektorin Jill Ellis und Ali bin Khalifa al-Khalifa, Präsident des bahrainischen Fussballverbands
FIFA-Präsident Gianni Infantino, Arsène Wenger, FIFA-Direktor für globale Fussballförderung, und FIFA-Fussballdirektorin Jill Ellis haben den bahrainischen Fussballverband (BFA) anlässlich eines Festaktes zu Ehren der Fortschritte der FIFA-Talentakademie einhellig gelobt.
In einer Rede anlässlich des FIFA-Fussballgipfels 2023 in Jeddah (Saudiarabien) hatte Wenger das FIFA-Talentförderprogramm (TDS) skizziert, über das jedem Mädchen und Jungen unabhängig von Wohnort und finanzieller Situation der Zugang zum Profifussball ermöglicht werden soll.
Ein wichtiger Stützpfeiler des TDS ist die Schaffung von FIFA-Talentakademien, wobei in den 211 FIFA-Mitgliedsverbänden bis Ende 2027 mindestens 75 dieser Eliteleistungszentren an den Start gehen sollen.
„In der Vergangenheit hatten zu viele Spieler keine Chance auf eine Profikarriere, weil sie einfach nicht entdeckt wurden oder nicht das richtige Training bekamen. Wenn wir diesen Trend umkehren, kommt das nicht nur den Spielern selbst zugute, sondern hilft auch deren Heimatländern, auf der Elitestufe mitzuhalten. Dies ist wiederum gut für den Fussball, der dadurch immer globaler wird“, so der FIFA-Präsident in einer Videobotschaft bei der Feier in der bahrainischen Hauptstadt Manama.
„Die heutige Veranstaltung in der FIFA-Talentakademie in Bahrain, bei der wir einen Meilenstein des Talentförderprogramms feiern, ist ein wichtiger Schritt für die FIFA und belegt die beachtlichen Fortschritte Bahrains bei der Förderung von Nachwuchstalenten. Bahrain zählt zu den Pionieren des FIFA-Talentförderprogramms, und ich bedanke mich für Ihr Engagement. Gemeinsam, und darauf liegt die Betonung, feiern wir die grossen Fortschritte, die erzielt werden konnten.“
Wenger betonte in seiner Rede bei der Veranstaltung, an der auch BFA-Präsident Ali bin Khalifa al-Khalifa teilnahm, wie sehr er sich über die Schritte freue, die in Bahrain unternommen würden, damit der Crème de la Crème des Kinderfussballs der Weg an die Spitze offensteht.
„Wir haben weltweit bereits 21 Akademien eröffnet. Warum haben wir hier in Bahrain begonnen? Weil wir glauben, dass hier auf struktureller und personeller Ebene alle Elemente vorhanden sind, denn wir wollen jeden Verband belohnen, der etwas für die eigene Jugend tut und haben beschlossen, hier zu beginnen“, erklärte er und betonte darüber hinaus, das dem BFA innerhalb und ausserhalb der Landesgrenzen Vorbildfunktion zukomme.
„Dies wird eine direkte Auswirkung auf die Qualität der Jugendfussballer haben und auch eine indirekte, die daran gemessen werden kann, wie andere Länder diese Entwicklung sehen: ‚Bahrain unternimmt etwas, dann müssen wir auch etwas für die Jugend tun‘. Diese indirekte Auswirkung ist schwer zu beziffern, aber auf meinen vielen Reisen sehe ich, dass mittlerweile allen bewusst ist, dass sie etwas für die Ausbildung ihrer Jugendspieler tun müssen.
Das TDS, das 2021 ins Leben gerufen wurde, soll jungen Talenten erstklassige Einrichtungen bieten. Um die Umsetzung des Programms zu unterstützen, entsendet die FIFA ausserdem weltweit akkreditierte Trainer, die beim Aufbau eines Scouting-Netzwerks für Nachwuchsspieler mit Potenzial helfen, ihnen die Möglichkeit geben ihr Naturtalent voll auszuschöpfen und in der Praxis unter Beweis zu stellen. Langfristiges Ziel ist es, das Niveau des Fussballs weltweit zu heben.
„Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Qualität der Arbeit auf Jugendebene sich nach einigen Jahren auf die Ergebnisse des A-Teams auswirkt“, so Wenger. „Alle Top-20-Teams der FIFA-Weltrangliste verfügen über das höchste Ausbildungsniveau. Dies wirkt sich also zu 100 Prozent aus.“
Jill Ellis, zweifache Gewinnerin der FIFA Frauen-WeltmeisterschaftÔ als Trainerin, unterstrich die Bedeutung derjenigen, die aus blossen Talenten Spieler formen, die für ihr Land auf der Weltbühne antreten können.
„Wenn wir von Förderung und Entwicklung sprechen, müssen wir meiner Meinung nach Trainer ins Spiel bringen, die die Ausbildung voranbringen“, erklärte sie. „Das ist ein Prozess, bei dem es nicht nur darum geht, Talente zu erkennen, sondern auch darum, Werdegänge aufzubauen und Spieler zu sichten. Daher glaube ich, dass etwas wie dies[e Akademie] in dieser Region hervorragend geeignet ist, Mädchen und Jungen zu helfen, die davon träumen, eines Tages für ihr Nationalteam oder in einem professionellen Umfeld zu spielen. Dies ist der Zugang dazu, denn sie bekommen die Chance, gesehen zu werden, sich motivieren und inspirieren zu lassen – und natürlich werden sie ausgebildet.“
Die ehemalige Trainerin des Frauennationalteams der USA fügte hinzu: „Ich glaube, dass durch solche Initiativen Menschen zusammengebracht werden, die begeistert von der Förderung und vom Sichten von Talenten sind.“
Jede FIFA-Talentakademie muss strenge Regeln zum Kinder- und Erwachsenenschutz einhalten, damit die Nachwuchstalente in einem sicheren Umfeld spielen und lernen können. Darüber hinaus ist Bildung Priorität einzuräumen – als Eckpfeiler eines ganzheitlichen Ansatzes, der sich auf die gesamte Gesellschaft des entsprechenden Landes auswirken soll.
Besondere Veranstaltung an der FIFA-Talentakademie in Bahrain
„Wir sind uns bewusst, dass der Fussball auch neben dem Platz eine wichtige Rolle spielt, weshalb es der Anspruch der FIFA-Talentakademien ist, durch die Vermittlung von Werten wie Disziplin, Teamwork und Führungsqualitäten mithilfe des Fussballs in einem sicheren Umfeld rundum gut ausgebildete Persönlichkeiten hervorzubringen“, sagte Infantino. „So wird sichergestellt, dass die Talente nicht nur auf dem Platz überzeugen, sondern auch zu verantwortungsvollen und aktiven Mitgliedern der Gesellschaft werden.“
Wenger fügte hinzu: „Der Fussball trägt nicht nur eine sportliche, sondern auch eine Bildungsverantwortung. Teamsportarten leisten natürlich auch einen Beitrag zu der Kompromissbereitschaft, die für das Zusammenleben in einer Gesellschaft erforderlich ist. Auf Bildungsebene vermittelt ein Teamsport, wie man sich in einer Gesellschaft verhalten sollte. Daher ist die Bildungsverantwortung unserer Akademien meiner Meinung nach auch ganz entscheidend.“