2. Ziel. Umsetzung der Transfersystemreform und Regelung weiterer Governance-Belange
Stand 2026
Die FIFA-Abrechnungsstelle leistet weiterhin einen wichtigen Beitrag, indem sie die Finanzströme zwischen Klubs im Zusammenhang mit Vergütungen für die Förderung von Nachwuchsspielern zentralisiert und automatisiert. Nach ihrer Gründung 2022 hat sie im folgenden Jahr die erste Zahlung geleistet, EUR 159 990 an den französischen Amateurklub SC Malesherbois, der damit auf einen Schlag mehr als sein Jahresbudget erhalten hat. Bis Mitte 2025 hat die Abrechnungsstelle weltweit USD 500 Millionen an 7000 Klubs verteilt und Ausbildungsvergütungen in Höhe von USD 300 Millionen ausgezahlt.
Die Förderung von finanzieller Transparenz und Integrität im internationalen Transfersystem geniesst in der jüngsten Amtszeit von Präsident Infantino höchste Priorität und ist im Geschäftsbericht belegt, der im November 2024 anlässlich des zweijährigen Bestehens der FIFA-Abrechnungsstelle veröffentlicht wurde.
Des Weiteren ist das FIFA-Fussballvermittlerreglement in Kraft getreten. Per 1. Oktober 2023 wurden verschiedene fussballrechtliche Massnahmen erlassen, die von etlichen sportlichen und politischen Gremien als Lösung für systemische Mängel im Transfersystem unterstützt wurden.
Die neuen Massnahmen haben sich bewährt. Nur 40,4 % der 10 887 Bewerber haben 2024 die fällige Prüfung bestanden. Ausserdem wurden von der FIFA im Laufe des Jahres 1606 Untersuchungen zu möglichen Verstössen gegen die Zulassungsbedingungen eröffnet.
Ein weiterer Beleg für die Investitionen der FIFA in strukturelle Verbesserungen des Fussballs ist die Modernisierung des Regelwerks für nationale Kammern zur Beilegung von Streitigkeiten (NKBS) nach Verabschiedung durch den FIFA-Rat im Dezember 2023. Nach fast 20 Jahren ohne Änderung wurde zunehmend deutlich, dass die NKBS den aktuellen Bedürfnissen der Interessengruppen im Fussball nicht mehr gerecht werden. Mit deren Fachwissen wurde schliesslich das neue Regelwerk ausgearbeitet.
Im Oktober 2024 wurde ferner ein breites Konsultationsverfahren zur Anpassung von Art. 17 des FIFA-Reglements bezüglich Status und Transfer von Spielern gestartet. Wichtige Interessengruppen, darunter Vertreter der European Football Clubs (EFC), der FIFPRO und der World Leagues Association, wurden dazu eingeladen, die Schlussfolgerungen des Urteils des Gerichtshofs der Europäischen Union zum Fall Diarra zu analysieren. Im Dezember 2024 wurden Übergangsbestimmungen präsentiert, die am 1. Januar 2025 in Kraft traten. Dieses konkrete Beispiel zeigt, wie die FIFA bei jedem strategischen Ziel auf aktuelle Entwicklungen eingeht, um für ein noch stärkeres Regelwerk und damit für ein noch tragfähigeres globales Fussballsystem zu sorgen.
2. Ziel: Übersicht
Wie die Welt, die sich in atemberaubendem Tempo verändert, muss sich auch das Fussballregelwerk laufend weiterentwickeln. Mit kontinuierlichen Anpassungen am Fussballregelwerk müssen die FIFA und der Fussball den Interessen aller Beteiligten Rechnung tragen.