FIFA
Freitag 30 Oktober 2026, 09:30

Förderung des Frauenfussballs (Oktober 2026)

FIFA Women’s Football Campaign, Tavua, Fiji
  • Die FIFA bietet 13 Förderprogramme für den Frauenfussball für ihre Mitgliedsverbände an

  • Aktivitäten rund um und zahlreiche FIFA-Programme zur Förderung des Frauenfussballs mit aktuellen Meldungen aus verschiedenen Teilen der Welt

  • Neuigkeiten aus fünf Konföderationen, ein wichtiger Schub für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027™ und mehr

Die FIFA arbeitet weltweit intensiv daran, das Ziel von 60 Millionen Spielerinnen bis 2027 zu erreichen. Dieses ehrgeizige Ziel wird durch 13 Förderprogramme untermauert, wobei alle 211 FIFA-Mitgliedsverbände (MAs) berechtigt sind, Unterstützung beim Weltfussballverband zu beantragen. Im Jahr 2025 hat die FIFA ihre FIFA-Programme zur Frauenförderung bis 2027 erneuert und erweitert, um dem Frauenfussball einen weiteren Schub zu geben. Weitere Informationen finden Sie hier.

Inside FIFA beleuchtet nur einige der bedeutenden Aktivitäten der letzten Zeit, die den Fussabdruck des Frauenfussballs weltweit weiter ausbauen.

Angola

Der angolanische Fussballverband (FAF) hat seine Strategie für den Frauenfussball 2026–2029 vorgestellt, die mit Unterstützung der FIFA erarbeitet wurde. Der in der Hauptstadt Luanda präsentierte Plan konzentriert sich auf die Bereiche Bildung, Kapazitätsaufbau und die Schaffung besserer Rahmenbedingungen für den Sport. An der Veranstaltung nahmen zahlreiche Funktionäre teil, darunter FAF-Präsident Fernando Alves Simões, die Vizepräsidentin des FAF für Frauenfussball, Irene Gonçalves, der technische Nationaldirektor des FAF, Zeca Amaral, sowie Vertreter aller 19 Provinzverbände, lokale Spielerinnen, Regierungsvertreter und eine grosse Mediengruppe.

"Mit dieser Strategie erhalten wir Zugang zu den Projekten der FIFA, um die Zukunft des Frauenfussballs in Angola voranzutreiben", erklärte die FAF in einer Stellungnahme. "Unser gesamtes Ökosystem wird davon und von den für die nächsten vier Jahre geplanten Massnahmen profitieren."

Fidschi

Der Fussballverband von Fidschi (FFA) hat sich in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit der FIFA besonders aktiv für die weitere Förderung des Fussballs in dem melanesischen Land eingesetzt. Anfang dieses Jahres weihte Fidschi als erstes Land in Ozeanien ein "FIFA Arena"-Minispielfeld ein. Diese Initiative folgt auf die Einführung eines inspirierenden Football for Schools-Programms für Fidschi sowie des FIFA-Talentförderungsprogramms.

Den jüngsten Schub für den Breitensport erhielt der Fussball durch die Frauenfussballkampagne, bei der junge Mädchen in Tavua und Rewa einen inklusiven Einstieg in den Fussball genossen. Zu den Aktivitäten für die Teilnehmenden gehörten Technikstationen, Kleinfeldspiele und sogar ein Stand mit sozialen Botschaften. Die Jugendlichen in Rewa kamen zudem in den Genuss eines Besuchs mehrerer Nationalspielerinnen.

Uganda

Der ugandische Fussballverband (FUFA) hat in den letzten Jahren einen grossen Schwerpunkt auf die Förderung des Frauenfussballs gelegt und sich allein im vergangenen Monat an zwei Entwicklungsprogrammen der FIFA beteiligt.

Die FUFA/FIFA Frauenfussballkampagne (Festivals) in der nördlichen Region fanden in Lira und Gulu statt und erfreuten sich grosser Beliebtheit: Sie erreichten 225 bzw. 116 Mädchen, wobei auch Nationalspielerinnen als Botschafterinnen anwesend waren. Die Aktivitäten knüpfen an frühere Kampagneninitiativen der FUFA in West Nile (2023) und Bukedea (2025) an und tragen dazu bei, die Entwicklung des Frauenfussballs an der Basis in ganz Uganda weiter voranzutreiben.

FUFA/FIFA Women’s Football Campaign, Lira, Uganda

Unterdessen brachte der FUFA-Workshop zum Thema Geschäftsstrategie der Frauenfussballvereine Vertreterinnen der Vereine der FUFA Women’s Super League sowie weitere Interessengruppen zu einem zweitägigen Programm in Kampala zusammen, dessen Schwerpunkt auf der Stärkung der kommerziellen Entwicklung des Frauenfussballs lag. Die Teilnehmerinnen hörten Vorträge von zahlreichen Referenten, darunter die zu Gast anwesenden FIFA-Experten Andrés Portabella und Tomás Corrêa.

Guam

Der Fussballverband von Guam (GFA) hat mit der Veröffentlichung des Strategieplans für den Frauenfussball seinen Fahrplan für die kommenden Jahre vorgestellt. Die im Rahmen von Konsultationen mit Interessengruppen, Datenanalysen, Workshops und gemeinsamer Planung entwickelte Strategie identifiziert zentrale Herausforderungen und Chancen entlang des gesamten Förderwegs des Frauenfussballs – von der Breitensportbeteiligung und der Nachwuchsförderung über Vereine, Nationalmannschaften, Trainerwesen, Schiedsrichterwesen, Führung, Infrastruktur und kommerzielles Wachstum bis hin zur Medienpräsenz.

Ariya Cruz, die beim Verband als Entwicklungsleiterin für Frauenfussball tätig ist, sagte: „Dieser Plan ist mehr als nur eine Strategie, er ist eine Verpflichtung zur Schaffung eines stärkeren Förderpfads, in dem Chancen, Entwicklung und Zugehörigkeit bewusst gefördert werden.”

Südsudan

Der September erwies sich als Meilenstein für die Entwicklung des Frauenfussballs im Südsudan. Das Highlight des südsudanesischen Fussballverbands (SSFA) war der Start und die Eröffnung der South Sudan Women’s Premier League (SSWPL), der ersten obersten Spielklasse für Frauen im Land.

Im Rahmen des Liga-Entwicklungsprogramms erhielten 30 Schiedsrichterinnen und 28 Sportmedizinerinnen eine umfassende Ausbildung. Mit Unterstützung des Programms Kapazitätsaufbau für Funktionäre wurden die Workshops für alle 12 SSWPL-Vereine sowie für Funktionäre der SSFA durchgeführt.

Coach Education Scholarship, Juba, South Sudan

Laos

Die Frauenfussballkampagne kehrte zum dritten Mal nach Laos zurück, und der laotische Fussballverband (LFF) freute sich über fast 300 Mädchen im Alter von 10 bis 16 Jahren, die in der Provinz Vientiane an einem Tag voller Fussball, Lernen und Inspiration teilnahmen. Aufbauend auf zwei erfolgreichen Jahren der Kampagne stärkt das Programm für 2026 weiterhin die Förderwege für Mädchen im Fussball und fördert eine grössere Beteiligung auf Gemeindeebene. Phouxay Phengphong, Mitglied des Exekutivkomitees des laotischen Fussballverbandes (LFF), sagte: „Wenn wir einem Mädchen die Möglichkeit geben, Fussball zu spielen, geben wir ihr mehr als nur ein Spiel – wir geben ihr einen Ort, an dem sie dazugehört, das Selbstvertrauen, an sich selbst zu glauben, und den Mut, grössere Träume zu haben. Mit jedem Mädchen, das spielt, lernt und träumt, bauen wir einen stärkeren Weg für die nächste Generation von Spielerinnen, Trainerinnen, Funktionärinnen und Führungskräften auf.“

Women’s Football Campaign Vientiane, Laos

Kroatien

In Kroatien ging ein ereignisreiches Jahr voller Fördermassnahmen weiter: Der kroatische Fussballverband (HNS) veranstaltete im Rahmen seiner Kampagne für den Frauenfussball ein Fussballfestival für Mädchen. Nachdem der Verband zu Beginn des Jahres seine Strategie für den Frauenfussball und Massnahmen zur Ligaentwicklung veröffentlicht hatte, nahmen im diesem Monat rund 50 Mädchen an dem Festival in der Hauptstadt Zagreb teil. Ziel war es, die Mädchen an den Fussball heranzuführen und sie zur Teilnahme an diesem Sport zu ermutigen.

Girls’ football festival as part of the FIFA Women’s Football Campaign, Zagreb, Croatia

Bolivien

Der bolivianische Fussballverband (FBF) veranstaltete seine jüngste Kampagne für den Frauenfussball, womit die Kampagne und die Werbeveranstaltung für den Frauenfussball in dem südamerikanischen Land bereits ins zweite Jahr gingen.

Die Initiative des Vorjahres in La Paz, Potosí und Tarija erwies sich insgesamt als durchschlagender Erfolg. Die diesjährige Kampagne umfasst vier Festivals in verschiedenen Regionen. Das erste fand in Santa Cruz statt, wo sich mehr als 60 Mädchen versammelten, um diese Erfahrung gemeinsam zu machen.

Uruguay

Im Rahmen des Liga-Entwicklungsprogramms der FIFA veranstaltete der uruguayische Fussballverband (AUF) einen Vereinsworkshop für Manager und Funktionäre. Während der zweitägigen Veranstaltung tauschten sich die Teilnehmenden über Erfahrungen in den Bereichen Governence, Führung, Turnierorganisation, Spielerschutz, Kinderschutz und strategische Planung aus. Zudem erhielten U-19-Vereine Ausrüstung, die von der FIFA-Abteilung für Frauenfussball finanziert wurde.

Spanien

Der spanische Fussballverband (RFEF) hat die Frauenfussballkampagne genutzt, um den Frauenfussball in weniger dicht besiedelten Gemeinden zu fördern, wo der Aufbau von Sportstrukturen für Frauen mit grösseren Herausforderungen verbunden ist.

Die Stadt Miraflores de la Sierra begrüsste rund 100 Jugendliche zu einer Veranstaltung mit verschiedenen Werbeaktivitäten. Mit Iraia Iturregui, der Assistenztrainerin der Nationalmannschaft, war eine prominente Persönlichkeit anwesend. Die Initiative wurde bereits in Murcia und Galicien durchgeführt, weitere Veranstaltungen sind in Extremadura und La Rioja geplant.

Guatemala

Der guatemaltekische Fussballverband (FFG) richtet mit Unterstützung des FIFA-Liga-Entwicklungsprogramms von September bis Dezember 2026 ein U-15-Mädchen-Jugendturnier aus.

Am Turnier nehmen 12 Vereine mit insgesamt 360 Spielerinnen teil, die in zwei Gruppen zu je sechs Teams aufgeteilt sind. Diese Initiative zielt darauf ab, die Entwicklung des Mädchenfussballs in Guatemala zu stärken, die Teilnahme an Wettkämpfen zu fördern und bessere Möglichkeiten für die Talentsuche und -förderung bei Mädchen zu schaffen.

Cremas Femenino participating in the Guatemala U-15 Girls’ Youth Tournament funded by the FIFA Women's Football League Development programme.

Brasilien

Im Vorfeld der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027™ sind alle Augen auf Brasilien gerichtet, was für den brasilianischen Fussballverband (CBF) eine arbeitsreiche Zeit bedeutet. Da das Vermächtnis und das langfristige Wachstum über das Turnier hinaus zentrale Grundsätze sind, traf sich eine Delegation der FIFA-Abteilung für Frauenfussball in Rio de Janeiro, um bei der Ausarbeitung der Frauenfussballstrategie des CBF mitzuwirken.

Zu den namhaften Persönlichkeiten, die einen Beitrag leisteten, gehörten der Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft, Arthur Elias, sowie die ehemalige Kapitänin der As Canarinhas und Geschäftsführerin für Vermächtnis und Stakeholder-Angelegenheiten bei FIFA27, Aline Pellegrino. Im Rahmen des Besuchs traf die Delegation zudem mit zahlreichen weiteren wichtigen Akteuren und Vereinen in Brasilien zusammen.

Unterdessen ist Julia Passero, Trainerin der U-20-Frauenmannschaft von Corinthians, die erste Brasilianerin, die vom FIFA-Stipendienprogramm für Trainerausbildung profitiert hat. Passero reiste nach Deutschland, um im Rahmen des FIFA-Programms, das vielversprechenden Trainerinnen den Sprung in die nächste Karrierestufe erleichtern soll, ihre UEFA-B-Lizenz zu erwerben.

FIFA-Programm zur Förderung weiblicher Führungskräfte im Fussball

Die neuen Teilnehmerinnen wurden im Rahmen des FIFA-Programms zur Förderung weiblicher Führungskräfte im Fussball begrüsst; die jüngste Veranstaltung fand in Verbindung mit der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Marokko 2026™ statt.

Beim viertägigen Workshop in der marokkanischen Hauptstadt Rabat kam es zu einem Austausch zwischen den Teilnehmerinnen, da die zweite Kohorte ihren Abschluss machte und die dritte Kohorte ihre Reise begann. Die Veranstaltung bot den Teilnehmerinnen die Gelegenheit, sich über ihre Karrieren, Ambitionen und die Herausforderungen in ihren jeweiligen lokalen Umfeldern auszutauschen. Das FIFA-Programm „Förderung weiblicher Führungskräfte im Fussball” soll dem Bedarf an einer stärkeren Vertretung von Frauen in den Entscheidungsgremien des Fussballs gerecht werden.

FIFA Under-17 Women's World Cup Women in Football Leadership Summit

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027™

Als weiterer wichtiger Impuls für die Vorbereitungen zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027™ werden die Mittel auf 2,5 Mio US-Dollar pro teilnehmendem Mitgliedsverband aufgestockt, was dem Niveau der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ entspricht. Im Anschluss an die Sitzung des FIFA-Rates vom 15. Oktober 2026 bestätigte das Präsidium des Rates zudem, dass die an der WM 2027 in Brasilien teilnehmenden Spielerinnen denselben Service wie ihre männlichen Kollegen im Jahr 2026 geniessen werden und dass allfällige Überschüsse aus dem Frauen-Grossanlass an die beteiligten Mitgliedsverbände ausgeschüttet werden, wobei ein bestimmter Betrag zweckgebunden für die Spielerinnen vorgesehen ist.

Der Weg zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2027 ist nun für die Nationen, die an den interkontinentalen Play-offs teilnehmen, klarer geworden, nachdem Rabat in Marokko als Austragungsort der Vorrunde des Play-off-Turniers zur FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft 2027™ bekannt gegeben und der Spielplan ebenfalls bestätigt wurde. An dem aus neun Spielen bestehenden Turnier nehmen Chinese Taipei, Ecuador, Ghana, Papua-Neuguinea, Südafrika und Usbekistan teil; die beiden besten Teams qualifizieren sich für die Endrunde des Play-off-Turniers im Februar.

Bei den beiden Heimspielen Brasiliens gaben die zahlreichen und farbenfrohen Zuschauer auf dem Platz erneut einen kleinen Vorgeschmack darauf, was uns nächstes Jahr in Südamerika erwartet. In Porto Alegre und Recife waren bei den Spielen gegen Argentinien fast 30.000 Zuschauer vor Ort. In vier der acht Stadien der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027™ fanden bereits Spiele der brasilianischen Frauen-Nationalmannschaft statt. Brasilien feierte im Eröffnungsspiel in Porto Alegre einen 3:1-Sieg, bevor sich die Teams im zweiten Spiel mit einem 2:2-Unentschieden trennten.

Argentina's #06 Aldana Cometti and Brazil's #17 Geyse during a friendly match on October 10, 2026.