FIFA bietet 13 Programme zur Frauenförderung für Mitgliedsverbände an
Entwicklung in vier Konföderationen im Mittelpunkt - neue Ära für internationale Klubwettbewerbe im Frauenfussball
Inside FIFA berichtet über einige der jüngsten Entwicklungsarbeiten auf der ganzen Welt
Die FIFA arbeitet in allen Teilen der Welt hart daran, das Ziel von 60 Millionen weiblichen Spielern bis 2027 zu erreichen. Das ehrgeizige Ziel wird durch zahlreiche Entwicklungsprogramme untermauert. Alle FIFA-Mitgliedsverbände können sich um Unterstützung durch den Weltverband bewerben. Um die Entwicklung des Frauenfussballs weltweit weiter voranzutreiben, hat die FIFA erst kürzlich ihr Programm zur Frauenförderung erneuert und erweitert. Weitere Informationen für Mitgliedsverbände finden Sie hier.
Inside FIFA blickt auf einige der bedeutenden Aktivitäten zurück, die im März 2025 dazu beigetragen haben, den Frauenfussball weltweit zu etablieren.
Neue Ära für FIFA-Frauenklubwettbewerbe
Die FIFA wird ab 2026 eine neue Ära im globalen Frauenklubfussball einläuten und nach der Verabschiedung durch den FIFA-Rat bei dessen Sitzung im März den FIFA-Meisterpokal der Frauen™ sowie – als wichtigsten Frauenklubwettbewerb der FIFA – die FIFA Frauen-Klub-Weltmeisterschaft™ lancieren
Gemäss Beschluss des FIFA-Rats wird die erste Ausgabe der alle vier Jahre stattfindenden FIFA Frauen-Klub-Weltmeisterschaft™ im Januar und Februar 2028 ausgetragen. Der FIFA-Rat hat auch grünes Licht für die Einführung des FIFA-Meisterpokals der Frauen™ gegeben. Bei diesem Turnier spielen die sechs kontinentalen Klubmeister der letzten Saison um eine neue prestigeträchtige Trophäe. Die Turnierlandschaft und das internationale Niveau im Frauenfussball werden damit weiter gestärkt. Der FIFA-Meisterpokal der Frauen™ findet jeweils in den Jahren statt, in denen es keine FIFA Frauen-Klub-Weltmeisterschaft™ gibt.
Die FIFA hat im März ebenfalls die vierte Ausgabe des Benchmarking-Berichts „Setting the Pace“ veröffentlicht, der Aufschluss über die Faktoren liefert, die für den Erfolg von Frauenfussballklubs und -ligen massgebend sind. Nachdem bei den ersten drei Ausgaben 30 bis 34 Topligen im Frauenfussball rund um die Welt unter die Lupe genommen wurden, geht die vierte Ausgabe einen grossen Schritt weiter, indem sie über den Elitesektor hinaus drei Stufen von Frauenfussballligen analysiert. Der Bericht liefert Daten zu 86 Ligen und 669 Klubs und zeichnet damit ein genaueres Bild der globalen Landschaft des Frauenklubfussballs.
Cookinseln
Die Echos der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023™ hallen im Pazifik weiterhin nach. Die Cookinseln sind das jüngste Land, das einen langfristigen Plan zur nachhaltigen Förderung des Frauenfussballs vorlegt. Der kürzlich auf den Cookinseln eingeführte „Vaine Toa In Football – Women's Football Strategic Plan 2025/2026“ ist eine historische und transformative Initiative, die Frauen auf den Cookinseln für den Sport begeistern und sie darin bestärken soll.
Das Programm für die polynesische Nation, das sich auf Schlüsselbereiche wie Breitenfussball, Jugendförderung und die Schaffung von Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen auf höherer Ebene konzentriert, wurde auf der Hauptinsel Rarotonga und dem Touristen-Hotspot Aitutaki gestartet. „Bei diesem Plan geht es darum, Spielerinnen zu stärken, Führungspersönlichkeiten aufzubauen und Wachstumschancen zu schaffen, sowohl auf als auch außerhalb des Spielfelds“, sagte Tupou Brogan, Frauenfussball-Entwicklungsbeauftragte des Cook Islands Football Association (CIFA). Simon Toselli, FIFA-Experte für Frauenfussball, fügte hinzu: „Die CIFA zeigt großes Interesse und hohe Motivation, den Frauenfussball auf den Cookinseln zu fördern.“
Guatemala
Der Frauenfussball in Guatemala entwickelt sich dank der Vision des Guatemaltekischen Fussballverbands (FENAFUTG) und der Unterstützung des FIFA-Programms Entwicklung von Ligen im Frauenfussball immer mehr in Richtung Professionalität.
Im Jahr 2024 verzeichnete die U-17-Frauen-Entwicklungsliga einen Anstieg der Teilnehmerzahl um 27%. Eine beträchtliche Anzahl von Spielerinnen aus dem Wettbewerb wurde anschließend in die vorläufige Kaderliste für die Qualifikationsspiele zur FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft™ aufgenommen.
„Das U-17-Frauenturnier ist eine Wettkampfplattform, die jungen Spielerinnen wertvolle Erfahrungen auf dem Spielfeld ermöglicht hat“, sagte Debora Millan, Frauenfussballmanagerin der FENAFUTG. “Darüber hinaus hat es sich als Instrument für das Wachstum im Frauenfussball entwickelt, indem es Türen zu neuen Möglichkeiten öffnet und Raum für ihre Entwicklung bietet.“
Eritrea
Der Fussballverband von Eritrea (Eritrean National Football Federation - ENFF) ist dabei, eine Frauenfussballstrategie zu entwickeln, mit der sichergestellt werden soll, dass Fussball für alle zugänglich, fair, wettbewerbsfähig und nachhaltig ist und jungen Mädchen und Frauen die Möglichkeit bietet, zu spielen und sich darüber hinaus durch den Sport eine Existenzgrundlage aufzubauen. Die Strategie baut auf einem FIFA-Programm „Football for Schools“ auf, das in dem ostafrikanischen Land eingeführt wird.
Im Rahmen der Entwicklung des Strategieplans organisierte der ENFF einen Workshop zur Weiterbildung von Funktionären, bei dem verschiedene Interessengruppen an der Zukunft des Frauenfussballs in Eritrea mitarbeiteten. Der Plan hat mit der Durchführung einer erfolgreichen Meisterschaft, an der 12 Frauenmannschaften aus der Hauptstadt Asmara und anderen Regionen teilnahmen, bereits erste Formen angenommen.
„Um eine breite Beteiligung von Mädchen am Fussball und ein nachhaltiges Wachstum des Frauenfussballs in Eritrea zu gewährleisten, ist es von entscheidender Bedeutung, regelmäßige Spielmöglichkeiten für verschiedene Altersgruppen zu schaffen“, sagte ENFF-Präsident Paulos Weldehaimanot Andemariam. „Dieser Strategieplan dient als Fahrplan, um dieses Ziel zu erreichen.“
St. Lucia
Unter dem Motto „Let Them Play (Lasst sie spielen)“ hat der Fussballverband von St. Lucia (SLFA) eine Reihe von Programmen und Wettbewerben ins Leben gerufen, um mehr junge Mädchen für den Fussball zu begeistern, die Unterstützung der Gemeinschaft zu gewinnen und das Sponsoring durch Unternehmen zu sichern.
Der Karibikstaat hat vor kurzem die U-14-Mädchenmeisterschaft in La Fargue, Choiseul, ins Leben gerufen und plant mit Unterstützung der FIFA eine U-10-Mädchenmeisterschaft und eine U-16-Mädchenmeisterschaft.
„Das Projekt soll Mädchen aus verschiedenen Bezirken, Schulen und Gemeinden ansprechen und ihnen den Fussball als unterhaltsamen und angenehmen Sport näher bringen“, sagte SLFA-Generalsekretär Victor Reid. Der SLFA war am vergangenen Wochenende Gastgeber des Concacaf-Kongresses, an dem neben Delegierten aus allen 41 Ländern auch FIFA-Präsident Gianni Infantino und FIFA-Fussballdirektorin Jill Ellis teilnahmen.
Uganda
In Uganda wurde eine FIFA-Kampagne für den Frauenfussball eindrucksvoll unterstützt und unterstrich die grosse Leidenschaft junger Spielerinnen in dem ostafrikanischen Land.
Rund 240 U-13-Spielerinnen aus 20 Grundschulen im Bezirk Bukedea nahmen an der zweitägigen Veranstaltung teil. Darüber hinaus wurde mit 50 Lehrern der ausgewählten Schulen ein Basistraining durchgeführt, um ihnen das nötige Rüstzeug für die Einführung des Mädchenfussballs in den Schulen zu vermitteln. Die Jugendlichen wurden zweifellos durch die Anwesenheit der ugandischen Nationalspielerin und Washington Spirit-Verteidigerin Shadia Nankya inspiriert, die als Botschafterin des Festivals anwesend war.
Seychellen
Die Seychellen bereiten sich auf die bevorstehende FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft™ vor, doch der nationale Verband konzentriert sich auch weiterhin auf die Entwicklung des Frauenfussballs.
Der Fussballverband der Seychellen (SFF) veranstaltete einen zweitägigen Workshop zur Frauenfussballstrategie in Mahé, um mit der Entwicklung eines Dreijahresplans zu beginnen. An dem von der technischen FIFA-Expertin für Frauenfussball, Thuba Sibanda, geleiteten Workshop nahmen 18 wichtige Interessenvertreter des Frauenfussballs auf den Seychellen teil, darunter das Frauenfussballkomitee, Trainer, die auf verschiedenen Ebenen des Frauenfussballs aktiv sind, ehemalige und aktuelle Nationalspielerinnen, Vertreter des Nationalen Sportrats und andere.
„Der Frauenfussball auf den Seychellen hat ein unglaubliches Potenzial, aber ohne einen strukturierten Plan werden die Fortschritte uneinheitlich bleiben. Diese Strategie wird sicherstellen, dass wir jungen Mädchen einen klaren Weg bieten, sich zu entwickeln, sich zu messen und ihre Träume zu verwirklichen“, erklärte Chris Yip-Au, Leiterin für Frauenfussball beim Verband.
Griechenland
Der Griechische Fußballverband (HFF) feierte den Internationalen Frauentag am 8. März mit einem großen Fest im Rahmen der FIFA-Frauenfussballkampagne. Über 600 Mädchen kamen ins Glyfada-Stadion, um gemeinsam mit zahlreichen Würdenträgern und Nationalspielerinnen das schöne Spiel zu genießen.
„Heute haben wir die Zukunft gesehen“, sagte die griechische Stürmerin Anastasia Spyridonidou. „Es ist offensichtlich, dass es eine Entwicklung gibt, da bedeutende Schritte nach vorne gemacht wurden. Das wurde bei der heutigen Veranstaltung deutlich, sowohl durch die große Beteiligung von Mädchen aus Schulen und Akademien als auch durch die Begeisterung, die dort herrschte.“
Karibik
St. John's, Antigua, war der Schauplatz, an dem 26 karibische Schiedsrichterinnen einen bahnbrechenden dreitägigen Kurs absolvierten. Die von der Antigua and Barbuda Football Association (ABFA) ausgerichtete Veranstaltung diente dem Kapazitätsaufbau und sollte in erster Linie Spielleiterinnen auf der FIFA-Liste auf hohem Niveau ausbilden. Sie wurde von der FIFA, Concacaf und UN Women unterstützt. Der Weltfussballverband war unter den zahlreichen Kursleitern mit einem Schiedsrichter-Fitness-Instruktor und einem technischen Instruktor vertreten.