Lehrkräfte, Trainer sowie andere Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer im Fussball spielen eine wichtige Rolle für die sportliche und soziale Entwicklung von Kindern. Trainer müssen daher alle nötigen Informationen und Anleitungen erhalten, um das F4S-Programm zu leiten, durchzuführen und zu kontrollieren.
Kinderschutz
Kinderschutz bezieht sich auf Massnahmen, die das Wohlergehen aller Kinder fördern und sie vor Schaden schützen. Proaktiv wird alles unternommen, um Risiken zu minimieren und alle Formen von Belästigung, Misshandlung, Vernachlässigung oder Ausbeutung von Kindern zu verhindern.
Die FIFA räumt dem Kinderschutz im Fussball höchste Priorität ein und verpflichtet alle am „Football for Schools“-Programm teilnehmenden Schulen zum Schutz von Kindern.
Alle beteiligten Schulen müssen ein Kinderschutzkonzept haben. Ausserdem sollten alle teilnehmenden Trainer/Ausbilder auf ihre Eignung für die Arbeit mit Kindern überprüft werden. Sie müssen im Kinderschutz geschult sein und das Kinderschutzkonzept ihrer Schule sowie die diesbezüglichen Verfahren kennen.
Lehrkräfte, Trainer sowie andere Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer im Fussball spielen eine wichtige Rolle für die sportliche und soziale Entwicklung von Kindern. Deshalb ist es ihre Pflicht, ein für alle Jungen und Mädchen sicheres, inklusives und positives Umfeld für die „Football for Schools“-Aktivitäten zu schaffen. Alle an diesem Programm Beteiligten müssen die Rechte und das Wohlergehen von Kindern im Fussball respektieren.
Um sich uneingeschränkt zu diesen Werten zu bekennen und die „Football for Schools“-App nutzen zu können, müssen Trainer:
die „FIFA Guardians™“-Grundschulung zum Kinderschutz online absolvieren,
den „Football for Schools“-Verhaltenskodex für Trainer elektronisch unterzeichnen,
die von ihrer Schule, ihrem Verein oder ihrem nationalen Fussballverband vorgeschriebene Kinderschutzschulung oder andere Ausbildungen, die in ihrem Land für die Arbeit mit Kindern gesetzlich vorgeschrieben sind, absolvieren.
Alle Nutzer der „Football for Schools“-App sollten sich unbedingt auf der „Football for Schools“- und der „FIFA Guardians™“-Website über den Kinderschutz im Fussball informieren.
Trainer müssen:
eine Prüfung zu ihrer Eignung für die Arbeit mit Kindern bestehen,
die Kinderschutzmassnahmen und Verfahren ihrer Schule, ihres Vereins und des nationalen Fussballverbands kennen und einhalten,
Risiken beim Kinderschutz im Fussball erkennen und wissen, wie sie diese mindern können,
die verschiedenen Arten von Kindesmisshandlung, Vernachlässigung, Belästigung und Ausbeutung kennen,
wissen, wie sie bei Verdacht auf Kindesmisshandlung angemessen reagieren und wen sie kontaktieren müssen, wenn sie sich Sorgen um das Wohlergehen eines Kindes machen,
wissen, wie sie beim Fussballtraining ein sicheres, inklusives und positives Umfeld schaffen können, das die Teilnahme der Kinder fördert.
Lehrmethode
Die „Football for Schools“-Lektionen haben die spielerische und persönliche Weiterentwicklung der Teilnehmer zum Ziel. Die Lektionen bestehen aus qualitativ hochwertigen Fussballaktivitäten, die auf die Entwicklung von Fussball- und Lebenskompetenzen – wie z. B. von Gesundheitswissen und sozialen sowie emotionalen Fähigkeiten – zielen. Die Fussball- und Lebenskompetenzen sind dabei gleichermassen wichtig. Für beide Komponenten ist daher Zeit einzuplanen.
Jede „Football for Schools“-Lektion enthält fünf Elemente, die insgesamt eine Stunde dauern. Steht keine ganze Stunde zur Verfügung, können die Elemente je nach verfügbarer Zeit auf zwei Lektionen verteilt werden.
Alle „Football for Schools“-Lektionen setzen sich aus den folgenden fünf Elementen zusammen:
Eröffnungskreis: Der Trainer versammelt die Spieler stehend in einem Kreis, macht einige einleitende Bemerkungen zum Training, erklärt die Lernziele hinsichtlich Fussball- und Lebenskompetenzen und fordert die Spieler auf, kurz über die jeweilige Lebenskompetenz nachzudenken.
Aufwärmen: Der Trainer mobilisiert die Spieler mit einer Fussballaktivität.
Technikübung: Der Trainer gibt jedem Spieler durch gezielte Übungen die Möglichkeit, an der betreffenden Fussballkompetenz zu arbeiten.
Spielform: Der Trainer organisiert ein Fussballspiel, bei dem die Spieler die betreffende Kompetenz in einer Spielsituation üben können.
Schlusskreis: Der Trainer versammelt die Spieler sitzend in einem Kreis und fordert sie auf, Feedback zu den Übungen zu geben und in einem zweiten Schritt über die jeweiligen Lebenskompetenzen nachzudenken und Verbindungen zum Leben ausserhalb des Fussballs herzustellen.
Sie erhalten Tipps zu den Aktivitäten zur Förderung der Fussball- und Lebenskompetenzen. Die Fussballaktivitäten werden anhand von Videos und Diagrammen veranschaulicht. Die Trainer erhalten organisatorische Ratschläge, verschiedene Möglichkeiten, die Aktivitäten zwecks Anpassung an die unterschiedlichen Spieler leichter oder schwerer zu gestalten, einen Katalog möglicher Fragen an die Spieler sowie Sicherheitsinformationen. Zu den Lebenskompetenzen gibt es Tipps, wie diese im Eröffnungskreis eingeführt, mit vorbereitenden Übungen der Dialog und kritisches Denken zu Lebenskompetenzen im Schlusskreis angeregt und Fragen während des Trainings gefördert werden können.
Inklusiver Fussball
„Football for Schools“ ist ein inklusives Programm – Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Hintergründen. Die Trainer sollten die Lektionen an die individuellen Lernbedürfnisse und Fähigkeiten der Spieler anpassen und sich darum bemühen, auch Kinder und Jugendliche, die bisher nicht am Fussball teilnehmen konnten, einzubeziehen.
Kinder und Jugendliche dürfen nicht ausgeschlossen werden, unabhängig von Fähigkeiten, ethnischer Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Sprache, Kultur oder Religion.
Die Trainer müssen dafür sorgen, dass sich alle Spieler in den „Football for Schools“-Lektionen willkommen fühlen und die gleiche Aufmerksamkeit erhalten. Trainer müssen die „Football for Schools“-Lektionen deshalb flexibel und situativ planen und durchführen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen aller Spieler gerecht zu werden.
Damit alle Kinder und Jugendlichen unterstützt werden und sich möglichst an den „Football for Schools“-Lektionen beteiligen, müssen Hindernisse wie Kleidungsvorschriften, religiöse und kulturelle Regeln, elterliche Entmutigung, unzulängliche Umkleidekabinen, Kosten für die Trainingsausrüstung sowie Bedenken hinsichtlich Körperbild und des Images des Fussballs beseitigt werden.