Zweiter Titelgewinn Spaniens im Elfmeterschiessen zum Abschluss eines Turniers mit der nächsten Generation der Frauenfussballstars
181 Tore in 52 Spielen, drei von sechs Neulingen mit Siegen und alle sechs mit Torerfolgen
Wegweisendes erstes FIFA-Turnier mit neuen Regelungen für eine stärkere Präsenz von Trainerinnen
FIFA-Präsident Gianni Infantino gratulierte Weltmeister Spanien und Gastgeber Polen am Ende einer bahnbrechenden FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Polen 2026™, bei der knapp ein Jahr vor dem Start der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027™ deutlich wurde, wie stark und ausgewogen der Frauenfussball geworden ist.
„Herzlichen Glückwunsch an Spanien zum Gewinn der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft [Polen] 2026 in Lodz, mit dem Sie Ihre Dominanz auf der Weltbühne untermauert haben!“, so Infantino. „Ausserdem gratuliere ich der DVR Korea zu einer grossartigen Turnierleistung und auch Kolumbien zum Gewinn des Spiels um Platz drei. Teams aus drei unterschiedlichen Kontinenten haben sich die Gold-, Silber- und Bronzemedaille gesichert – ein Beleg dafür, dass FIFA-Wettbewerbe weltweit für alle da sind.“ „Noch einmal herzlichen Dank an alle teilnehmenden Nationen, die Fans, Spieloffiziellen, ehrenamtlichen Helfer sowie an Gastgeber Polen für drei unglaubliche Fussballwochen.“
Polen 2026 brachte alles mit, was ein Turnier für die aufstrebenden Talente dieser Sportart attraktiv macht: unterhaltsame Spiele für die Fans und eine perfekte Weltbühne für die neue Spielergeneration.
24 Teams bestritten 52 Spiele in vier polnischen Städten – Lodz, Kattowitz, Sosnowitz und Bielitz-Biala – und erzielten insgesamt 181 Tore. Bereits ab der Gruppenphase boten sie durchgängig einen hochklassigen Angriffsfussball. Die sechs Turnierneulinge wussten allesamt zu überzeugen: Portugal und Polen zogen in die K.-o.-Runde ein, Ecuador errang den ersten Sieg und alle sechs Debütanten erzielten mindestens ein Tor. All dies sind Belege dafür, dass die Reichweite des Frauenfussballs in dieser Altersgruppe weltweit weiter zunimmt.
Den Gipfel erklomm Spanien, das nach dem Triumph 2022 in Costa Rica bereits die zweite FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft™ gewann. Die Spanierinnen setzten sich nach einem hart umkämpften torlosen Finale im Miejski-ŁKS-Lodz-Stadion im Elfmeterschiessen mit 4:3 gegen Titelverteidiger DVR Korea durch. Torhüterin Laia Lopez avancierte zur Heldin, als sie die Elfer von Choe Yon-A und Pak Il-Sim parierte. Visa-Spielerin-des-Spiels wurde Silvia Cristobal.
„Für uns war es die Möglichkeit, einen großartigen Zyklus mit einer herausragenden Generation abzuschließen, die im Nachwuchsbereich bereits so viele Erfolge gefeiert hat“, so Spaniens Trainer David Aznar. „Ich freue mich vor allem für die Spielerinnen, weil ich sehe, wie glücklich sie sind und dass sie für all die Arbeit belohnt wurden, die sie investiert haben, um bis hierherzukommen.“ Cristobal fügte hinzu: „Ich glaube, das ist der glücklichste Tag unseres Lebens. Seit wir klein waren, haben wir davon geträumt, hier zu stehen und endlich diesen langersehnten Pokal in die Höhe zu heben.“
Für die DVR Korea gab es zwar ein bitteres Ende, aber auch einen Eintrag in den WM-Rekordbüchern. Als erstes Team blieben die Nordkoreanerinnen nämlich über eine ganze FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft™ hinweg ohne Gegentreffer. „Als das Spiel vorbei war, haben alle unsere Spielerinnen geweint. Das hat mir wirklich das Herz gebrochen. Deshalb habe ich versucht, sie zu trösten. Als Trainer kann ich nur sagen, dass sie alle ihr Bestes gegeben haben. Ich bin sehr stolz auf sie“, erklärte Trainer Han Chol-Hak.
Mit dem Sieg gelang den Spanierinnen gewissermassen die Revanche für die Niederlage gegen die DVR Korea im Finale der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Dominikanische Republik 2024™, ebenfalls im Elfmeterschießen. Nach dem Erfolg der A-Nationalmannschaft der Männer bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ im Juli war dies ausserdem der zweite WM-Titel Spaniens in Folge.
Auch bei den individuellen Auszeichnungen hatten die Spanierinnen die Nase vorn. Die gerade einmal 17-jährige Mittelfeldspielerin Rosalia Domínguez wurde mit dem Goldenen Ball von adidas ausgezeichnet, nachdem sie während des gesamten Turnierverlaufs bei Spanien den Takt vorgegeben hatte. Dahinter folgten Ri Kuk-Hyang (die Spielführerin der DVR Korea) mit dem Silbernen Ball von adidas und Pau Comendador mit dem Bronzenen Ball von adidas.
Comendador sicherte sich mit sechs Toren auch den Goldenen Schuh von adidas. Damit avancierte sie zur ersten Spielerin, die diese Auszeichnung bei zwei unterschiedlichen FIFA-Jugendturnieren erhielt, nachdem sie bereits bei der U-17-Frauen-WM 2024 mit fünf Treffern beste Torschützin gewesen war. Mit je fünf Toren erhielten die Argentinierin Annika Paz den Silbernen Schuh von adidas und Choe Yon-A aus der DVR Korea den Bronzenen Schuh von adidas. Lopez wurde mit nur einem Gegentreffer in sieben Spielen mit dem Goldenen Handschuh von adidas ausgezeichnet, und die Fair-Play-Trophäe ging an die USA.
Spanien ist mit zahlreichen Titelgewinnen inzwischen eine echte Macht im Frauenfussball. Mit einem ersten Titelgewinn bei der FIFA U-17 Frauen-Weltmeisterschaft 2018™, dem ersten Titelgewinn bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft™ im Jahr 2022 sowie dem ersten Weltmeistertitel des A-Teams 2023 in Australien und Neuseeland konnte Spanien als erste Nation alle drei Welttitel gleichzeitig auf sich vereinen. Bei der aktuellen U-20-Frauen-WM in Polen wurde nun deutlich, dass über diesen Kanal weiterhin fleissig Talente produziert werden – ein deutliches Signal mit Blick auf die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027™.
Auch auf institutioneller Ebene war das Turnier wegweisend. Hier kam nämlich zum ersten Mal die neue Regelung zum Tragen, nach der bei jedem Team die Cheftrainerin oder mindestens eine Assistenztrainerin, ein Mitglied des medizinischen Stabs sowie zwei Teamoffizielle, die bei den Spielen auf der Bank sitzen, Frauen sein müssen. Diese Regelung wird nun auch bei der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft™ und beim FIFA-Meisterpokal der Frauen™ in diesem Jahr sowie bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027™ zur Anwendung kommen.
Ausserdem wurden in dieser Altersklasse zum ersten Mal Video-Schiedsrichterassistenten eingesetzt, nachdem 2024 bereits die einfacher gehaltene Fussball-Videounterstützung getestet worden war.
Und dann gab es in Polen noch einen weiteren Meilenstein: Kolumbien sicherte sich mit einem 4:3-Sieg im Elfmeterschiessen (1:1) gegen Italien die Bronzemedaille und damit das bislang beste Ergebnis in dieser Altersklasse. Torhüterin Luisa Agudelo hielt zwei Elfmeter. „Mir fehlen die Worte“, sagte Kolumbiens Trainer Carlos Paniagua. „Wir sind ein Team, das zu verlieren weiss, aber wir wissen auch, wie wir wieder auf die Beine kommen... Ich werde Polen nie vergessen.”