Neue Vorschrift, wonach alle Teams bei FIFA-Frauenwettwerben je mindestens eine Cheftrainerin oder Assistenztrainerin haben müssen
Premiere bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Polen 2026™
FIFA-Programme zur Frauenförderung zielen auf mehr Trainerinnen in Spitzenpositionen ab
Bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Polen 2026™ präsentieren sich derzeit die besten jungen Talente aus aller Welt. Gleichzeitig feiert bei diesem Turnier eine bahnbrechende Initiative Premiere, die mehr Chancen für Trainerinnen schaffen soll.
Im März 2026 verabschiedete der FIFA-Rat eine bahnbrechende Vorschrift, um die Zukunft des Frauenfussballs neu zu gestalten. Die neue Regelung gilt bei allen Frauenwettbewerben und schreibt die Präsenz von Frauen in der Teamleitung vor.
Demnach müssen alle Teams bei FIFA-Frauenwettwerben je mindestens eine Cheftrainerin oder Assistenztrainerin haben und darüber hinaus sicherstellen, dass mindestens ein Mitglied des medizinischen Stabs und mindestens zwei der auf der Teambank sitzenden Offiziellen weiblich sind.
Die Regelung gilt für alle Jugend- und Erwachsenenturniere sowie Nationalteam- und Klubwettbewerbe und kommt erstmals bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft™ zur Anwendung.
Die neuen Vorschriften zielen auf eine grössere Anzahl von Trainerinnen weltweit ab und bauen auf bestehenden FIFA-Initiativen wie dem Programm zur Vorbereitung von Frauennationalteams, dem FIFA-Ausbildungsweg für Trainerausbilderinnen und dem Trainerstipendienprogramm der FIFA auf.
„[Die Initiative] passt sehr gut zu den Programmen der FIFA und fördert die Entwicklung von Frauen im Sport, in diesem Fall im Fussball“, so Patricia Aguilar, Cheftrainerin des U-20-Frauennationalteams von Costa Rica. „Sie unterstreicht auch, dass es nicht nur um das Geschlecht, sondern auch um die Fähigkeiten geht. Wir müssen mehr Vertrauen in Trainerinnen haben und anerkennen, dass es Frauen gibt, die über die Fähigkeiten und das Niveau verfügen, eine Gruppe von Spielerinnen zu führen.
Die Initiative öffnet Türen für viele Frauen wie uns, die eine Karriere in einer Sportart verfolgen, in der Männer in Führungspositionen noch immer dominieren. Dies ist eine grosse Chance für Frauen, sichtbarer zu werden und eine wichtigere Rolle zu spielen, auch als Trainerinnen.
Es geht dabei aber nicht nur um das Trainerwesen. Auch im medizinischen Stab muss jetzt eine Frau vertreten sein. All dies unterstützt die Entwicklung des Frauenfussballs insgesamt – nicht nur spielerisch, sondern auch mit Blick auf die Mitarbeitenden. Die Initiative wird in meinem Land, das mir natürlich wichtig ist, aber auch weltweit einen wichtigen Beitrag zum Frauenfussball leisten.“
Nach diesem Turnier werden die Vorschriften auch bei der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft™ und beim FIFA-Meisterpokal der Frauen™ und schliesslich beim grössten Frauenfussballturnier des Planeten, der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027™, zur Anwendung kommen.
„Ich halte es für ganz wichtig, dass Chancen für Frauen geschaffen werden, ob für Physiotherapeutinnen, Ärztinnen, Analystinnen oder Kamerafrauen“, erklärte Emma Hayes, Cheftrainerin des Frauennationalteams der USA. „In einem Spiel, das im Vergleich zum Männerbereich noch sehr jung ist, sind Entwicklungsmöglichkeiten für Trainerinnen jedoch oftmals entscheidend. Frauen im Rest der Welt Zugang zu Trainerpositionen zu verschaffen, ist enorm wichtig und meiner Meinung nach ein genialer Schachzug der FIFA.“
Diese Initiative ergänzt die FIFA-Programme zur Frauenförderung und insbesondere das Trainer-Mentoringprogramm, von dem mehrere Trainerinnen der U-20-Frauen-WM profitieren, darunter auch Aguilar.
„Das ist sehr bereichernd. Wir hatten schon mehrere Seminare, bei denen Mentoren und Mentees viele Ideen und Instrumente ausgetauscht haben. Das ist eine sehr schöne Erfahrung“, erklärte sie. „Das ist eines der Programme, die Trainerinnen wirklich fördern, was auch für die Entwicklung des Frauenfussballs überaus wichtig ist.“
Camilla Orlando, die Cheftrainerin des brasilianischen U-20-Frauennationalteams, nimmt ebenfalls am Programm teil.
„Ich habe von einer Teilnahme an diesem Programm geträumt. Deshalb ist es fantastisch, jetzt dabei zu sein, und ich freue mich sehr, dass ich ausgewählt wurde“, so Orlando. „Mein Mentor hat mir sehr dabei geholfen, Selbstvertrauen zu entwickeln, zu planen und einen guten Draht zu den Spielerinnen und Mitarbeitenden aufzubauen.“
Die FIFA-Programme zur Frauenförderung zielen darauf ab, mehr Trainerinnen in Spitzenpositionen zu bringen und die kontinuierliche Entwicklung von Trainerinnen in unterschiedlichen Karrierephasen bei den Mitgliedsverbänden zu fördern.