Weltweite Förderung der Trainerausbildung im Jahr 2022
Wissensaustausch fundamental
Rückblick auf wichtige Ereignisse des letzten Jahres
Wie die Experten der technischen Studiengruppe der FIFA bereits deutlich gemacht haben, war die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ eine Darbietung guten Fussballs und großartiger technischer und taktischer Innovationen, die in den kommenden Jahren richtungsweisend sein werden.
Im Einklang damit und mit der Vision 2020-2023 des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino kommt es für die FIFA darauf an, diese technische Entwicklung nicht auf einige Eliteländer zu beschränken, sondern auf alle Mitgliedsverbände auszuweiten. Nur so kann das Ungleichgewicht zwischen Regionen und Kontinenten der Welt abgebaut werden.
Daher wurden im Laufe des Jahres 2022 unterschiedliche Projekte angestoßen, um die internationale Spitze zu verbreitern. FIFA.com liefert eine Zusammenfassung der Initiativen der letzten 365 Tage.
Am 4. Februar wurde das innovative Talentförderprogramm der FIFA lanciert. Damit sollen die Mitgliedsverbände gezielt bei der Deckung ihres konkreten Bedarfs und beim Erzielen von Fortschritten unterstützt werden. Mehr als 100 Mitgliedsverbände haben sich 2022 angemeldet und ihre Planungen eingereicht, damit 2023 mit der Umsetzung begonnen werden kann.
"Es ist eines unserer vorrangigen Ziele, jedem Talent eine Chance zu geben", erklärte FIFA-Präsident Gianni Infantino. "Die Lancierung des FIFA-Talentförderprogramms ist ein wichtiger Baustein zur Erreichung dieses Ziels. Das Programm knüpft an unsere innovative Analyse des Fussballökosystems in mehr als 200 Mitgliedsverbänden an und gibt Jungen und Mädchen die Chance, ihr Potenzial voll auszuschöpfen."
Darüber hinaus wurden in einigen Ländern rund um den Erdball zielgerichtete Maßnahmen umgesetzt. In Brasilien wurde beispielsweise in Teresópolis ein fünftägiges Seminar mit 21 Trainern durchgeführt.
"Wenn wir früher den brasilianischen mit dem europäischen Fussball verglichen haben, auf den Spielfeldern und abseits davon, dann fiel auf, dass es unseren Trainern an spezifischer Ausbildung mangelte. Das führte schließlich zur Gründung der CBF-Akademie und zu Kursen wie diesem", erklärte damals Carlos Alberto Parreira.
Im gleichen Kontext wurde in den USA ein Projekt zur Talentanalyse und zur Erleichterung des Übergangs von Talenten vom Jugend- zum Profifussball durchgeführt. Auf diese Weise können die Stars and Stripes ihren Status im Weltfussball weiter ausbauen, nachdem sie bereits das Viertelfinale einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ und das Halbfinale der Copa América erreicht haben.
Das FIFA-Talentförderprogramm hat auch in weiteren Ländern Station gemacht, zum Beispiel in Senegal und lndien, wo es darum geht, die Herausforderungen eines riesigen Landes mit einer enormen kulturellen Vielfalt zu bewältigen.
Die FIFA konzentriert sich in ihren Bemühungen jedoch nicht nur auf den individuellen Bedarf, sondern fördert auch den Wissensaustausch zwischen ihren Mitgliedsverbänden. Auf der ganzen Welt wurden Seminare organisiert, um den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, Ideen auszutauschen und bewährte Praktiken auf und neben dem Spielfeld zu erörtern.
Marokko, das bei der WM 2022 zu glänzen wusste, war eines der Länder, in denen eine solche Veranstaltung stattfand. Dort wurde klar, dass die Infrastruktur, Talentförderung und eine angemessene Überwachung entscheidende Erfolgskriterien sind. "Es ist eine große Ehre, dass die FIFA Marokko als Veranstaltungsort für diesen Workshop ausgewählt hat", freute sich Fathi Djamal, Ausbildungsleiter beim marokkanischen Fussballverband FRMF. "Marokko wurde wegen der erstklassigen Infrastruktur in vielen Bereichen und der sehr guten logistischen Ressourcen ausgewählt. Außerdem genießt unser Land auf internationaler Ebene einen hervorragenden Ruf als Organisator. Darin war Marokko schon immer führend, eine Art Fussball-Labor, und das beweisen wir wieder einmal."
Auch in Costa Rica wurden die Türen für acht Mitgliedsverbände der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone geöffnet, um eingehend über die wichtigsten Entwicklungsbereiche der Vision von Arsène Wenger, FIFA-Direktor für globale Fussballförderung, zu diskutieren. Die Veranstaltung fand im Rahmen der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft™ statt.
In Dubai kamen Experten aller sechs Konföderationen zusammen, um Methoden zu erlernen und zu teilen, mit denen sich das Ausbildungsniveau von Trainern weltweit anheben lässt.
"Das ist wichtig für die technischen Experten der FIFA, die aus unterschiedlichen Konföderationen und Regionen stammen", erklärte Branimir Ujević, Leiter der Abteilung für Trainer- und Spielerförderung. Sie sind die Stimme der FIFA vor Ort, wenn es um die Entwicklung von Trainerausbildern geht, und es ist wichtig, dass alle Trainerausbilder Zugang zur Plattform des FIFA-Ausbildungszentrums haben, wo sie in ihrer eigenen Sprache lernen können."
Ähnliche Veranstaltungen gab es auch in der Schweiz und in Leeds, wo die FIFA und die UEFA ihre Kräfte bündelten. Zum ersten Mal seit 2009 kamen die europäischen Nationaltrainer bei einem technischen Workshop zusammen, der von beiden Organisationen gemeinsam organisiert worden war. In Kanada versammelten sich derweil Vertreter der Concacaf-Nationen, um die Zone mit Blick auf die nächste FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ auf den richtigen Weg zu bringen.
Die FIFA konzentriert sich bei ihren Bemühungen um Verbesserungen im technischen Bereich jedoch nicht nur auf rein spielerische Aspekte. In Asien kamen verschiedene Führungskräfte aus dem technischen Bereich zusammen, um sich in einem Seminar über den Umgang mit Druck und Nervosität fortzubilden.
Im gleichen Tenor kamen in Honduras technische Leiter der Region zusammen, um die Veränderungen der Arbeitswelt in den letzten Jahren zu analysieren, die sich auch in der Fussballwelt widerspiegeln.
"Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren radikal verändert, und das ist für die technischen Leiter, die in unseren Mitgliedsverbänden arbeiten, nicht anders", erklärte Jamie Houchen, Leiter des Programms für technische Führungskräfte in der FIFA-Subdivision Technik, der das Seminar in der Stadt San Pedro Sula organisierte. "Die Teilnehmer dazu zu ermutigen, über die Trends nachzudenken, die derzeit unsere Arbeitsweise verändern, und darüber, wie sich dies auf ihren Führungsstil auswirkt, war eine bereichernde Erfahrung."
