Pressemitteilung

Fédération Internationale de Football Association

FIFA Strasse 20, P.O Box 8044 Zurich, Switzerland, +41 (0) 43 222 7777

Freitag 05 September 2025, 15:00

FIFA-Spielerausschuss beginnt Arbeit im Kampf gegen Rassismus im Fussball

  • Vertreter von 14 FIFA-Mitgliedsverbänden und sechs Konföderationen, die sich mit aller Tatkraft dafür einsetzen werden, Rassismus aus dem Fussball zu verbannen

  • Hauptaufgaben des Spielerausschusses: Unterstützung der globalen Mission gegen Rassismus, Überwachung und Empfehlung von Strategien gegen Rassismus, Beteiligung an Bildungsinitiativen sowie Einschätzungen zu Reformen

  • Berater bei Initiativen gegen Rassismus sowie Gesichter der Kampagne gegen Rassismus basierend auf eigenen Erfahrungen der Mitglieder

Die Zusammensetzung des Spielerausschusses gegen Diskriminierung steht seit heute fest. 16 Legenden des Männer- und Frauenfussballs werden sich im Gremium mit voller Kraft engagieren, um Rassismus im Fussball auszumerzen.

Die Mitglieder des Spielerausschusses sind mit ihrer Lebens- und Führungserfahrung die Aushängeschilder der globalen Motion gegen Rassismus im Kampf gegen diese Geissel im Fussball. Auf der Grundlage der Motion überwachen und empfehlen sie Initiativen gegen Rassismus, fördern die Sensibilisierung auf allen Stufen des Sports und entwickeln gemeinsam neue Ideen.

Ausserdem engagieren sie sich für einen kulturellen Wandel sowie eine einheitliche Umsetzung der Massnahmen gegen Rassismus im gesamten Fussball, um sowohl auf als auch neben dem Platz nachhaltige und spürbare Erfolge zu erzielen.

Der Spielerausschuss gehört zum fünften Aktionsbereich der globalen Motion gegen Rassismus, die beim 74. FIFA-Kongress am 17. Mai 2024 in Thailand (Bangkok) von den 211 FIFA-Mitgliedsverbänden einstimmig verabschiedet wurde, und besteht aus folgenden Mitgliedern: Ehrenkapitän George Weah (Liberia), Emmanuel Adebayor (Togo), Mercy Akide (Nigeria), Iván Córdoba (Kolumbien), Didier Drogba (Elfenbeinküste), Khalilou Fadiga (Senegal), Formiga (Brasilien), Jessica Houara (Frankreich), Maia Jackman (Neuseeland), Sun Jihai (VR China), Blaise Matuidi (Frankreich), Aya Miyama (Japan), Lotta Schelin (Schweden), Briana Scurry (USA), Mikaël Silvestre (Frankreich) und Juan Pablo Sorín (Argentinien).

„Der Spielerausschuss ist das Ergebnis des einstimmigen Votums aller 211 FIFA-Mitgliedsverbände. Mit der globalen Motion gegen Rassismus haben sie klar zum Ausdruck gebracht, dass die Welt geeint gegen Rassismus im Fussball vorgeht. Erstmals überhaupt stehen die Spielerinnen und Spieler an der Spitze der Bewegung, die für diesen Wandel nötig ist“, betonte FIFA-Präsident Gianni Infantino. „Wir schätzen uns sehr glücklich, auf die Unterstützung so engagierter und berühmter Persönlichkeiten zählen zu können, die ihre ganz eigenen Erfahrungen einbringen.“

Die 16 Mitglieder unterstützen die Bildung auf allen Stufen des Fussballs und entwickeln neue Ideen für einen nachhaltigen Wandel. Sie fördern zudem eine neue Kultur im Fussball und sorgen dafür, dass Massnahmen gegen Rassismus nicht nur Worte bleiben, sondern auf und neben dem Platz auch umgesetzt werden.

„Ich sage es klar: Rassismus und Diskriminierung sind nicht nur falsch, sondern auch Straftaten. Alle Vorfälle – ob im Stadion oder online – müssen vom Fussball und in der ganzen Gesellschaft mit aller Härte bestraft werden.“

Die Mitglieder des Ausschusses spielen bei der Sensibilisierung verschiedener Gruppen, einschliesslich Spielern bei FIFA-Jugendturnieren, für Rassismus eine zentrale Rolle. Angesichts der Folgen von Beschimpfungen für Spieler, sonstige Personen und den Fussball als Sport bietet der Ausschuss Unterstützung und praktische Tipps im Vorgehen gegen solche Vorfälle, die in vielen Ländern Straftaten sind. Die Mitglieder machen in ihren Regionen zudem auf die verschärften Massnahmen gegen Rassismus aufmerksam, die vom FIFA-Rat vor Kurzem verabschiedet wurden.

„Der Fussball steht für Einheit, Entwicklung und Menschlichkeit“, betonte Ehrenkapitän George Weah. „Ich werde wie in der Vergangenheit weiterhin alles dafür tun, um für den Fussball zu werben, weil dieser Leben bedeutet. Es ist mir eine grosse Ehre, in dieser Rolle zu dienen.“

Beim 74. FIFA-Kongress haben die FIFA und ihre Mitgliedsverbände die globale Motion gegen Rassismus verabschiedet, die fünf Aktionsbereiche umfasst:

  • 1. Bereich: Regelungen und Sanktionen

  • 2. Bereich: Aktionen auf dem Spielfeld

  • 3. Bereich: Strafanzeigen

  • 4. Bereich: Bildung

  • 5. Bereich: Stimme der Spieler

Die FIFA hat inzwischen in allen fünf Bereichen bedeutende Massnahmen getroffen, wie jüngst Änderungen am FIFA-Disziplinarreglement (1. Bereich), die höhere Strafen und strengere Rechenschaftspflichten vorsehen. Mit CHF 5.000.000 wurde die Maximalstrafe deutlich erhöht. Spieler und Offizielle dürfen bei rassistischen Beleidigungen zudem neu dabei helfen, die Täter zu identifizieren.

Des Weiteren wurde das dreistufige Verfahren gegen Diskriminierung in Art. 15 des Disziplinarreglements verankert, einschliesslich der Geste gegen Rassismus (2. Bereich). Zwecks einheitlicher Durchsetzung müssen alle FIFA-Mitgliedsverbände ihre Disziplinarbestimmungen den allgemeinen Grundsätzen des FIFA-Disziplinarreglements anpassen.

Der FIFA-Dienst zum Schutz vor Anfeindungen in den sozialen Medien erleichtert ferner die Weiterleitung von Beweisen nach FIFA-Turnieren zur Unterstützung etwaiger nationaler strafrechtlicher Verfahren (3. Bereich). Seit der Einführung bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ wurden dank dem Dienst schon mehr als 100 Beweispakete weitergeleitet sowie 33 Millionen Posts und Kommentare auf mehr als 15.000 Social-Media-Konten analysiert.

Im Rahmen von Kampagnen gegen Rassismus und Diskriminierung verteilt die FIFA zudem Schulungsmaterial an Spieler, Trainer, Offizielle und Zuschauer. Noch in diesem Jahr soll ausserdem ein umfassendes E-Learning-Tool für FIFA-Mitgliedsverbände eingeführt werden. Die Massnahmen im 4. Bereich richten sich auch an Kinder und Jugendliche, indem diese über das FIFA-Programm „Football for Schools“ für die Thematik sensibilisiert werden. Der Spielerausschuss ist ein wichtiger Vorkämpfer für die globale Motion gegen Rassismus und übernimmt nicht zuletzt bei der Entwicklung und Durchführung von Bildungsinitiativen eine aktive Rolle.