Sol Bastos 1991 und 1995 als Spielerin bei den ersten beiden Ausgaben der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ vertreten
Mehr als 161 000 Bewerbungen für das FIFA-Programm für ehrenamtliche Helfer der Frauen-WM 2027
Etwa 6 000 werden für Tätigkeiten in den acht Spielorten des Turniers ausgewählt
Unter den mehr als 161 000 Bewerbungen für das Programm für ehrenamtliche Helfer der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027™ sticht eine ganz besonders heraus. Sol Bastos hat nämlich selbst bereits zweimal an diesem Turnier teilgenommen, und zwar als Spielerin für Brasilien. Drei Jahrzehnte nachdem sie bei den ersten beiden WM-Ausgaben 1991 und 1995 auf dem Platz stand, hofft Bastos nun, noch einmal in die Atmosphäre einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ eintauchen zu können – diesmal als ehrenamtliche Helferin in Salvador, einem der acht Spielorte der WM 2027.
Als Bastos über die sozialen Medien von der Möglichkeit erfuhr, löste dies bei ihr laut eigener Aussage den Wunsch aus, das Turnier aus einem anderen Blickwinkel zu erleben.
„Wenn ich ausgewählt werde, wird das ein ganz anderes Erlebnis [als damals]. Ich habe bei zwei [FIFA Frauen]-Weltmeisterschaften gespielt und erinnere mich noch an die Menschen, die uns während des Turniers eingewiesen und unterstützt haben“, sagt sie. „Ich habe damals gesehen, dass es Leute gab, die Informationen ausgegeben und bei der Organisation geholfen haben, aber ich hatte keine Ahnung, was hinter den Kulissen alles ablief. Heute wäre es etwas ganz Besonderes für mich, mit dafür zu sorgen, dass alles so reibungslos wie möglich läuft.“
Die Bewerber für eine ehrenamtliche Tätigkeit stammen aus 183 Ländern und ihre Gesamtzahl übersteigt den bisherigen Rekord von 68 000 Bewerbern, aufgestellt bei der Frauen-WM 2023 in Australien und Neuseeland, bei Weitem. Die Mehrheit der Bewerber ist genau wie Bastos brasilianisch (83 %) und weiblich (58 %). Etwa 6000 von ihnen werden für mehr als 30 unterschiedliche Funktionen in Bereichen wie Medien, Technologie, Transport, Wettbewerbsmanagement und Zeremonien ausgewählt.
„Ich würde wirklich gern in den Stadien arbeiten, die Spiele aus der Nähe verfolgen und die Spielerinnen treffen“, meint Bastos. „Es wäre eine aussergewöhnliche Erfahrung, eine [FIFA Frauen]-Weltmeisterschaft auf diese Weise zu erleben. Heute schaue ich mir das Ganze als Bewunderin an, als Fan der Veranstaltung und all dessen, wofür der Frauenfussball steht. Es wäre ein unvergessliches Erlebnis, daran teilzunehmen, wenn auch auf ganz andere Weise. Deshalb sage ich den Leuten: ‚Nutzt diese Chance, denn das werdet ihr nie vergessen.‘“
Das Wachstum des Frauenfussballs
Bastos stammt aus Feira de Santana im Bundesstaat Bahia. Ihre Familie lebte in sehr bescheidenen Verhältnissen, und beim Kicken auf der Strasse wurde ihr aufgrund der Mangelernährung oft übel. Dann wurde sie eingeladen in der Unterkunft des örtlichen Klubs Flamengo de Feira da Santana zu wohnen, doch leider wurde der Klub aufgelöst, als sie 16 Jahre alt war.
Jahrelang spielte sie nur bei spontan angesetzten Spielen auf der Strasse, bis sie für ein Probetraining in Rio de Janeiro empfohlen wurde. Eurico Lira, der Präsident des Esporte Clube Radar, der in der Anfangszeit der internationalen Wettbewerbe mehrfach das brasilianische Nationalteam stellte, suchte eine junge, gross gewachsene Verteidigerin. Bastos bestand das Probetraining, hatte jedoch aufgrund ihrer körperlichen Verfassung Probleme. Doch sie schlug sich durch, und gut ein Jahr später stand ihr Name auf der Kaderliste für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ in China. Vier Jahre später war sie auch in Schweden dabei.
Heute ist sie ergriffen von den Dimensionen der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ – mit 32 Teams, mehr als zwei Millionen verkauften Tickets und einer Milliarde Zuschauer bei der letzten Auflage.
„Das Wachstum und die Entwicklung des Frauenfussballs sind einfach phänomenal. Heute sorgt die FIFA mit ihrer Sicht auf den Frauenfussball dafür, dass die Bedingungen für die Spielerinnen immer besser werden. Ich hätte so gern während meiner Karriere die Infrastruktur zur Verfügung gehabt, die es heute gibt – die Stadien, die Trainingsanlagen, die Unterstützung für Nationalteams, die Vorbereitungszeit und alles, was den Spielerinnen für ihre Entwicklung geboten wird“, erklärt sie.
„Die Zuschauerzahl ist auf ein Rekordniveau gestiegen, sowohl bei den TV-Einschaltquoten als auch in den Stadien, mehr Nationalteams können beim Turnier mithalten, und die WM wurde vergrössert. Für diejenigen von uns, die in der Anfangszeit dabei waren, ist diese ganze Entwicklung wirklich spektakulär.“
Bastos ist heute Assistenztrainerin des Frauenteams von EC Bahia, das dieses Jahr als erstes Frauenteam aus dem Nordosten Brasiliens ins Halbfinale der brasilianischen Meisterschaft einzog. Im September war sie begeistert vom Anblick der zahlreichen Fans auf den Tribünen der Fonte-Nova-Arena, die den Klub frenetisch anfeuerten. Während der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ geht sie von noch mehr Zuschauern in dem Stadion aus, in dem sieben WM-Spiele ausgetragen werden.
„Zu meiner Zeit als Spielerin kamen nur die Familie und ein paar Freunde. Heute strömen Frauen, Jungen und Mädchen ins Stadion, um die Spielerinnen zu sehen. Sie rufen sie beim Namen und unterstützen das Team. Ich werde ganz emotional, wenn ich darüber spreche, weil ich weiss, dass ich meinen Beitrag dazu geleistet habe“, sagt sie.
„Es war wirklich spektakulär, wie all diese Fans in der Fonte-Nova-Arena Bahia angefeuert haben. Für mich gibt es keinen Zweifel daran, dass die Menschen in Bahia sich genauso für die [FIFA Frauen]-Weltmeisterschaft begeistern werden, denn sie lieben den Fussball, sie lieben Grossveranstaltungen und sie feiern gern.“