FIFA
Pressemitteilung

Fédération Internationale de Football Association

FIFA Strasse 20, P.O Box 8044 Zurich, Switzerland, +41 (0) 43 222 7777

Freitag 09 Oktober 2026, 11:00

Vor dem morgigen Welttag für mentale Gesundheit veröffentlicht die FIFA eine Bilanz zum Dienst zum Schutz vor Anfeindungen in den sozialen Medien nach der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™

FIFA shares Social Media Protection Service findings relating to this year’s FIFA World Cup
  • Über 17 Millionen Beiträge und Kommentare während des Turniers überprüft – 477 000 davon zur manuellen Überprüfung weitergeleitet und 240 000 als beleidigend eingestuft

  • Mindestens eine Nachricht mit als beleidigend eingestuftem Inhalt an mehr als die Hälfte der Personen, die vom Dienst zum Schutz vor Anfeindungen in den sozialen Medien geschützt wurden

  • Jeder fünfte beleidigende Kommentar als rassistisch eingestuft

Onlinebeleidigungen können schwerwiegende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Betroffenen haben und zu Angstzuständen, chronischem Stress und Depressionen beitragen. Mit dem Dienst zum Schutz vor Anfeindungen in den sozialen Medien (SMPS) setzt sich die FIFA unermüdlich dafür ein, die digitale Welt für Spieler, Trainer, andere Teamvertreter und Spieloffizielle sowie für die an FIFA-Veranstaltungen beteiligten Teams sicherer zu machen.

Vor dem morgigen Welttag für mentale Gesundheit präsentiert die FIFA Zahlen zum SMPS. Über 17 Millionen Beiträge und Kommentare rund um die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ wurden analysiert, von denen 240 000 nach einer manuellen Überprüfung als beleidigend eingestuft wurden. Nachdem während der Gruppenphase der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ noch 11 % als rassistisch eingestuft wurden, fallen nun 20 % aller während des Turniers verzeichneten Beleidigungen in diese Kategorie (ohne Fälle, die als „allgemeine Beleidigungen“ gelten). In 14 % der Fälle wurden Gewaltandrohungen festgestellt, während fremdenfeindliche Beleidigungen in mehr als jedem zehnten Beitrag und Kommentar vorkamen (12 %), der als beleidigend eingestuft wurde. Der Anteil der als rassistisch eingestuften beleidigenden Inhalte war für das gesamte Turnier höher als für die Gruppenphase (11 %).

Der SMPS soll die Teilnehmenden bei FIFA-Veranstaltungen schützen, indem unerwünschte Inhalte wie beleidigende Kommentare und Spam ausgeblendet werden. Während der letzten FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ hat das SMPS-Moderationstool automatisch 60,7 Millionen Nutzerkommentare auf den offiziellen FIFA-Plattformen und den Kanälen der teilnehmenden Mitgliedsverbände gescannt. Davon wurden 9,2 Millionen Nachrichten, die 15 % aller Interaktionen ausmachten, vor der Veröffentlichung für die breite Öffentlichkeit gesperrt. Zu diesen gefilterten Inhalten gehörten Nutzerbeiträge, die als offensichtlich betrügerisch (botähnliches Verhalten und Spam) oder schädlich gekennzeichnet wurden.

Die Zahl von über 17,1 Millionen analysierten Beiträgen und Kommentaren bei der diesjährigen Ausgabe des wichtigsten FIFA-Männerturniers liegt unter der Gesamtzahl von fast 20 Millionen bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™. Der Anstieg ist zum Teil auf technologische Verbesserungen zurückführen. Dank der gesteigerten Effizienz des KI-basierten Moderationstools des Dienstes ist die Zahl der moderierten Beiträge und Kommentare von 13,7 Millionen 2022 auf 60,7 Millionen gestiegen.

Switzerland v Bosnia and Herzegovina: Group B - FIFA World Cup 2026

Die Gesamtzahl der von menschlichen Analysten geprüften Kommentare und Beiträge hat geringfügig zugenommen: von 434 000 beim Turnier 2022 auf 477 000 beim Turnier in Kanada, Mexiko und den USA. Dies liegt daran, dass eine grössere Anzahl von Kommentaren und Beiträgen automatisch abgefangen wurde, da das KI-Tool intuitiver geworden ist. Tatsächlich kann der SMPS Nutzer und Follower immer wirkungsvoller und besser schützen. Darüber hinaus arbeitet die FIFA enger mit den Social-Media-Plattformen zusammen und hat den Austausch intensiviert. Bei der diesjährigen WM hat der Dienst auf beleidigende KI-generierte Bilder hingewiesen, die von den Plattformen noch nicht geprüft worden waren. Diese handelten umgehend und entfernten die Inhalte. Mehr als die Hälfte der Personen, die vom SMPS bei der WM geschützt wurden, erhielt mindestens eine beleidigende Nachricht, was zeigt, dass Hass im Internet noch stärker bekämpft werden muss.

FIFA-Präsident Gianni Infantino sagte zum SMPS: „Vor dem Welttag für mentale Gesundheit bekräftigt die FIFA ihr Engagement, die Fussballgemeinschaft vor Hass im Internet zu schützen – und zwar durch optimierte Technologien, die nicht nur manuell erstellte Inhalte, sondern auch KI-generierte Bilder bekämpfen. Bei der diesjährigen FIFA Fussball-Weltmeisterschaft haben wir nicht nur über 17 Millionen Beiträge und Kommentare analysiert, sondern auch 240 000 Hassreden aufgedeckt. Darüber hinaus haben wir Hunderte von Konten mit bedrohlichen Inhalten den Strafverfolgungsbehörden gemeldet, damit diese weitere Massnahmen ergreifen können. Für uns steht fest, dass der SMPS der FIFA allen Fussballakteuren zur Verfügung steht. Er soll alle 211 FIFA-Mitgliedsverbände und die Konföderationen unterstützen, weil wir dieses schändliche Verhalten bekämpfen müssen, das Elend anrichtet und das emotionale Wohlbefinden beeinträchtigt.“

Im Zusammenhang mit der FIFA Fussbal-Weltmeisterschaft™, die vom 11. Juni bis zum 19. Juli dieses Jahres ausgetragen wurde, überschritten insgesamt 2905 Konten die Schwelle für eine mögliche strafrechtliche Untersuchung. 786 davon wurden zur Prüfung an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet. Bei 232 dieser Konten wurde festgestellt, dass äusserst schwerwiegende und bedrohliche Inhalte veröffentlicht wurden, die eine echte Sicherheitsbedrohung darstellen können. Sie wurden deshalb bei den Ermittlungen vorrangig behandelt. Es wurden eingehende Untersuchungen zu diesen Fällen durchgeführt, bei denen interdisziplinäre Behörden stundenlange Ermittlungen zur Beweissicherung durchführten.

Über die Zahlen hinaus verdeutlichen die Ergebnisse die persönlichen Auswirkungen von Onlinebeleidigungen auf Spieler, Trainer, Spieloffizielle und andere Teamvertreter sowie deren Familien. Personen aus dem Umfeld von Fussballakteuren können zur Zielscheibe von Urhebern von Beleidigungen werden, wodurch die Not weiter zunimmt.

Während der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ wurden ausserdem Massnahmen zum Schutz von Spieloffiziellen vor abscheulichen und unablässigen Cyberangriffen ergriffen. Der SMPS schritt ein, um Offizielle vor „Doxing“ zu schützen, einer böswilligen Praxis, bei der private und persönliche Informationen über eine Person verbreitet werden, um andere zu Beleidigungen anzustacheln.

Czechia v South Africa: Group A - FIFA World Cup 2026

„Wir wollen dafür sorgen, dass sich unsere Spieloffiziellen voll und ganz auf das Geschehen auf dem Spielfeld konzentrieren können und sich keine Gedanken darüber machen müssen, was in den sozialen Medien über sie veröffentlicht wird“, sagte FIFA-Schiedsrichterdirektor Pierluigi Collina. „Die Beleidigungen, die online gegen Spieloffizielle gerichtet werden, sind für alle sichtbar, auch für deren Freunde und Familienangehörige. Niemand verdient es, am Arbeitsplatz beleidigt zu werden. Warum sollten wir das also bei Spieloffiziellen, Trainern und Spielern hinnehmen? Instrumente wie der SMPS der FIFA, der die Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen ermöglicht, sind ein wichtiges Abschreckungsmittel zum Schutz des Fussballs und der Gesellschaft vor Beleidigungen.“

Falls Sie von einem der hier angesprochenen Themen betroffen sind, finden Sie auf der Website von Befrienders Worldwide (befrienders.org) Anlaufstellen für Unterstützung in Ihrer Nähe.