FIFA
Donnerstag 29 Oktober 2026, 14:30

Durch Fussball die Welt entdecken: Junge Talente bei der FIFA U-15-Weltmeisterschaft & -Festival 2026™ in Aserbaidschan

BAKU, AZERBAIJAN - OCTOBER 23: FIFA U-15 World Cup & Festival 2026 - Day 1 on October 23, 2026 in Baku, Azerbaijan. (Photo by Aziz Karimov - FIFA/FIFA via Getty Images)
  • Berichte von Trainern aus den Cayman-Inseln, Gibraltar, Laos, der Mongolei und dem Südsudan über ihre ersten Flugreisen, neue Freundschaften und prägende Erfahrungen weit über den Fussball hinaus

  • Fast 90 % des Teams aus Laos mit erster Flugerfahrung überhaupt, mehrere südsudanesische Spieler mit erstem Flug ins Ausland

  • Teilnahme in Baku dank Unterstützung durch das FIFA-Talentförderprogramm und das FIFA-Programm „Football for Schools“

Für viele der jungen Talente, die an der ersten FIFA U-15-Weltmeisterschaft & -Festival 2026™ teilnahmen, begann das Abenteuer nicht erst mit dem Anpfiff, sondern bereits am Flughafen.

Das neue Turnier eröffnet Jugendlichen aus Ländern, deren Nationalteams nur selten auf Gegner ausserhalb ihrer Region treffen, die einmalige Chance, sich auf globaler Bühne zu beweisen und gegen Gleichaltrige aus aller Welt anzutreten.

Doch nicht nur die Erfahrungen auf dem Platz waren für viele neu.

Laut Laos’ Trainer Vongmisay Subouvkham hatten vor der Reise nach Baku fast 90 % seiner Spieler noch nie ein Flugzeug betreten. „Meine Jungs sind sehr aufgeregt und können hier Menschen aus vielen Ländern kennenlernen“, sagte er.

Für Jackson Gamu, den Teammanager des Südsudans, zeigte sich die Wirkung auf seine Schützlinge sofort. „Für sie geht damit ein Traum in Erfüllung. Schon bei unserer Ankunft am Flughafen in Aserbaidschan hat sich alles verändert“, erzählte er. „Für manche war es nicht nur die erste Auslandsreise, sondern sogar der erste Flug überhaupt.“

Jegliche Anfangsnervosität war verflogen, sobald die Spieler den Rasen betraten. Nach dem ersten Training zeigte sich Gamu erfreut über die gute Stimmung innerhalb der Mannschaft. „Als wir auf den Platz gingen, waren sie begeistert. Sie fühlen sich wohl und sind glücklich.“

Ein ähnliches Bild ergab sich bei der Mongolei. Marco Ragini aus San Marino, der seit einem halben Jahr die mongolischen Nationalteams betreut, erläuterte, dass das raue Klima den heimischen Spielbetrieb auf einen kurzen Zeitraum im Jahr beschränke. „Zudem werden praktisch alle Meisterschaften in [der Hauptstadt] Ulaanbaatar ausgetragen. Unsere Jungs hatten zuvor noch nie Fussball ausserhalb der Mongolei erlebt“, erklärte er.

Ragini zeigt sich beeindruckt davon, wie schnell die Spieler neue Freundschaften schliessen. „Die wertvollste Erfahrung ist der Austausch mit den anderen Teams – sowohl kulturell als auch sportlich. Allein beim Mittagessen haben wir bereits viele andere Jungs kennengelernt“, sagte er. „Für uns geht es auch darum, neue Freundschaften zu schliessen.“

Day 1 - FIFA U-15 World Cup & Festival 2026

Die erstmalige Teilnahme von nicht weniger als 78 FIFA-Mitgliedsverbänden an einem FIFA-Turnier stösst bei allen Beteiligten auf grosse Genugtuung.

Die Teilnahme an diesem Turnier erfüllt Ian Lindo, den Trainer der Cayman-Inseln, mit grossem Stolz. „Es ist nicht nur eine Ehre, sondern auch ein ganz besonderer Moment, der erste Trainer zu sein, der unser Nationalteam bei einer WM betreut“, sagte er. Für ihn wird die schiere Grössenordnung des Turniers die prägendste Erinnerung sein. „Allein die Dimension dieses Turniers ist beeindruckend. Besonders wenn man zu den Spielen geht und all die Teams sieht, die unterschiedlichen Spielstile, grosse und kleine Fussballnationen, die hier gegeneinander antreten und die Erfahrung geniessen.“

Selbst nach Niederlagen bleibe die Stimmung positiv, wie er betont. „Sie bleiben trotzdem guter Dinge, weil die Erfahrung an sich so bereichernd ist, dass letztlich alle davon profitieren.“

Day 4 - FIFA U-15 World Cup & Festival 2026

Für Gibraltar bedeutete das Turnier einen deutlichen Anstieg des sportlichen Niveaus der Gegner. „Wir hätten nie gedacht, einmal gegen Paraguay, Tahiti und all diese anderen Länder anzutreten, denn normalerweise messen wir uns mit Andorra, Malta und Teams dieser Grössenordnung“, sagte Trainer Peter Moreno. „Sich mit diesen Teams zu messen, ist etwas Besonderes.“

Der Weg dorthin hat Opfer erfordert. Da es in Gibraltar nur wenige Trainingsplätze gibt, absolviert das Team seine Trainings ausserhalb des Territoriums, und dies früh morgens, wie Moreno betont. „Wir trainieren morgens um 7 Uhr. Die Spieler stehen also sehr früh auf, gehen zum Training und danach zur Schule. Das ist für sie ziemlich anspruchsvoll, und für mich ebenfalls, denn ich habe noch einen anderen Beruf und muss alles unter einen Hut bringen.“

Die Teilnahme an einem so grossen und vielfältigen Turnier sei für die jungen Spieler zudem eine enorme Motivationsquelle, sagte Lindo. „Wir können ihnen erklären, dass sie an ihren Fertigkeiten arbeiten und immer besser werden sollen. Das lässt sich aber nur schwer vermitteln, wenn man es nicht selbst erlebt hat“, sagte der Trainer der Cayman-Inseln. „Bei einem solchen Turnier erleben sie nun aus erster Hand, wie stark die besten Teams sind. Dadurch verstehen sie besser, dass das, was wir ihnen vermitteln, Sinn ergibt. Man muss bereit sein, in die eigene Entwicklung und in den Sport zu investieren und stets nach Verbesserung zu streben.“

Möglich gemacht werden viele dieser Erfahrungen durch die Entwicklungsprogramme der FIFA. Laos stellte sein Aufgebot bei einem zwei Monate zuvor im Rahmen des FIFA-Talentförderprogramms (TDS) veranstalteten U-15-Turnier zusammen und bereitete sich anschliessend einen Monat lang auf das Turnier vor.

Day 1 - FIFA U-15 World Cup & Festival 2026

„Das TDS hat den Fussball in Laos massgeblich geprägt“, sagte Subouvkham. Gemäss Gamu haben rund 75 % des Kaders des Südsudans am TDS sowie am FIFA-Programm „Football for Schools“ teilgenommen, wobei die meisten an Akademien und Schulen ausgebildet wurden. Zudem verwies er darauf, dass mit der Lancierung des „Football for Schools“-Programms im Land Lehrpersonen entsprechend ausgebildet wurden. Dank dem über das FIFA-Forward-Programm finanzierte Airdome kann in der Mongolei das ganze Jahr über Fussball gespielt werden. Zudem fördert die Eliteakademie mit Unterstützung des TDS 240 Nachwuchsspieler.

Gamu wünscht sich, dass die Spieler die in Baku gewonnenen Erfahrungen mit nach Hause nehmen werden. „Zu Hause werden sie als Botschafter dieser ersten U-15-WM & -Festival in Baku fungieren. Sie werden den Jüngeren und ihren Mitspielern erzählen: ‚Ja, es ist wirklich passiert, und ich war dabei. Deshalb solltet auch ihr an euch glauben, euch weiterentwickeln und weiter Fussball spielen.‘“

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