Islam Yasser Al-Sheikh eines von Hunderten palästinensischen Kindern, die von den beiden vor Kurzem eingeweihten FIFA-Arena-Spielfeldern profitieren werden
Es war ein tolles Gefühl. Ich fand es klasse, dass wir auf einem Kunstrasenplatz spielen konnten“, so Islam nach dem ersten Einsatz auf der neuen Anlage
Bis 2031 weltweit 1000 Minispielfelder im Rahmen des FIFA-Arena-Programms geplant
Inmitten der angespannten und unsicheren Lage in Palästina hat Islam Yasser Al-Sheikh erkannt, dass der Fussball sowohl eine wichtige Stütze in seinem Alltag als auch Motivation für seine Zukunft sein kann.
Der 10-jährige Junge lebt mit seinen Eltern und fünf Schwestern in Marah Rabah, einem kleinen Ort südlich von Bethlehem. Islams Tagesablauf ist immer gleich.
„Nach dem Aufstehen gehe ich erst mal zur Schule. Zuerst haben wir Unterricht und dann Sport, bei dem meine Klassenkameraden und ich viel Spass haben. Anschliessend gehen wir nach Hause, wo ich mich umziehe, zu Mittag esse und mich ausruhe. Danach treffe ich mich mit meinen Freunden wieder auf dem Schulhof, um Fussball zu spielen“, erzählte er.
„Ich spiele ununterbrochen seit ich sechs bin. Da ich zum Glück schon viel gelernt habe, will ich irgendwann einmal Profifussballer werden.“
Islams Liebe für diesen Sport und natürlich auch seine Hoffnung, auf höherem Niveau zu spielen, sind nichts Ungewöhnliches. Doch sein Leben ist nicht immer einfach. Einen kostenfreien, sicheren Ort zu finden, an dem man sich nach der Schule treffen und spielen kann, ist oft schwierig. Deshalb ist der neue FIFA-Arena-Miniplatz in Marah Rabah für Islam, seine Freunde und ihre Gemeinde so wertvoll.
Die Kunstrasenanlage, von der aus man einen herrlichen Blick auf die umliegenden Häuser und Hügel hat, ist eines von zwei FIFA-Arena-Spielfeldern, die diesen Monat in Palästina eröffnet wurden. Der andere Miniplatz befindet sich weiter nördlich in Qusin. Beide Anlagen bieten Hunderten von Kindern einen unschätzbaren sicheren Rückzugsort, an dem sie sich körperlich betätigen, spielen und Zeit mit ihren Freunden verbringen können. Genau wie Islam werden auch viele andere Kinder in bedürftigen Gegenden davon besonders profitieren.
„Der Wert dieser FIFA-Arena-Anlagen wird daran gemessen, was Tag für Tag auf den Spielfeldern passiert“, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino. „Für Kinder in Gemeinschaften, deren Alltag häufig von Einschränkungen und Unsicherheit geprägt ist, ist ein Ort, an dem sie Fussball spielen, ihre Freunde treffen und an organisierten Sportangeboten teilnehmen können, heute wichtiger denn je.
Als Teil des ehrgeizigen und letztes Jahr gestarteten FIFA-Arena-Projekts, in dessen Rahmen bis 2031 weltweit 1 000 neue Minispielfelder entstehen sollen, wurden die beiden palästinensischen Spielstätten von der FIFA in Zusammenarbeit mit dem palästinensischen Fussballverband (PFA) errichtet und vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten mitfinanziert. Sie wurden diese Woche im Rahmen des „Unite for Peace: Kids’ Cup“ eingeweiht. An diesem Turnier nahmen 14 palästinensische Mannschaften mit fast 160 Kindern teil. Seit dem 25. September stehen die Plätze nun auch der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Islam zeigte sich begeistert, als er die neue Arena zum ersten Mal betrat.
„Es war ein tolles Gefühl. Ich fand es klasse, dass wir auf einem Kunstrasenplatz spielen konnten“, sagte er.
Für den jungen Mittelstürmer war das Feiern seiner Tore auf dem Miniplatz etwas ganz Besonderes.
„Ich freue mich immer mit meinen Teamkollegen. Sie sagen mir, dass ich ein guter Spieler bin, und wir feiern gemeinsam und haben Spass“, sagte er. „Ich bin glücklich, dass wir jetzt in Marah Rabah einen Kunstrasenplatz haben. Meine Freunde und ich können dort spielen, ohne Angst zu haben und ohne uns zu verletzen.“
Das Engagement der FIFA für den PFA und den palästinensischen Fussball geht jedoch weit über die FIFA-Arena-Anlagen hinaus. So wurden Mittel aus dem FIFA-Forward-Programm für umfangreiche Instandhaltungs- und Modernisierungsmassnahmen am Internationalen Stadion „Faisal Al-Husseini“, der Spielstätte des PFA, sowie für weitere Initiativen verwendet.
Im vergangenen Februar unterzeichneten die FIFA und der Friedensrat eine wegweisende Partnerschaftsvereinbarung, über die internationale Investitionen in den Aufbau eines umfassenden Fussball-Ökosystems im Gazastreifen fliessen sollen. Dabei geht es um Infrastruktur, sinnvolle Gemeinschaftsprogramme und nachhaltige wirtschaftliche Chancen.
Dieses Engagement soll einen umfassenden Beitrag zur Entwicklung leisten. Allerdings beginnen viele Träume zunächst einmal klein. Islam hat jetzt endlich einen Platz zum Spielen – und genau darum geht es schliesslich beim Fussball.
„Ich möchte dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten und der FIFA dafür danken, dass sie uns geholfen haben, diesen Platz in Marah Rabah zu bauen, damit meine Freunde und ich hier sicher, kostenfrei und in Ruhe spielen können“, sagte er.