FIFA
Freitag 28 August 2026, 09:30

Robert Harrison, Präsident des APF, würdigt umfassende Reformen im paraguayischen Fussball dank der FIFA

  • Grundlegende Transformation des paraguayischen Fussballs dank der Mittel aus dem FIFA-Forward-Programm zur Förderung von Infrastruktur, Methodik und Talententwicklung

  • Nach 16 Jahren Abwesenheit nahm Paraguay 2026 wieder am wichtigsten Turnier der FIFA teil

  • „Heute verfügen wir über Hochleistungszentren und Infrastrukturen für den Männer- und Frauenfussball, von denen wir vor einigen Jahren noch kaum zu träumen wagten“

Das beeindruckende Wachstum des Fussballs in Paraguay im letzten Jahrzehnt zeigt nicht nur die ungebrochene Leidenschaft der Menschen für diesen Sport, sondern ist auch ein Beweis für die strategische und fruchtbare Partnerschaft zwischen der FIFA und dem paraguayischen Fussballverband (APF).

Das Ergebnis? Eine vielschichtige Entwicklungsstrategie, die innovative Infrastrukturprojekte, technische Professionalisierung, methodische Programme zur Talentsuche und ein umfassendes Engagement für soziale und pädagogische Themen miteinander verbindet.

75th FIFA Congress - Official opening of the CARDIF social pavilion

„Alles, was der APF in den letzten Jahren erreicht hat, hängt untrennbar mit der Unterstützung der FIFA zusammen – insbesondere mit der Vision, die Gianni Infantino seit seinem Amtsantritt gemeinsam mit seinem gesamten Team vorangetrieben hat. Diese Vision hat die FIFA näher an ihre Mitgliedsverbände herangeführt und gezeigt, dass die Entwicklung des Fussballs nicht nur darin besteht, Mittel zu verteilen, sondern auch darin, neue Kompetenzen, Wissen und Chancen zu schaffen, die den einzelnen Ländern dauerhaft zugutekommen“, betonte APF-Präsident Robert Harrison.

Die Auswirkungen dieses nachhaltigen Prozesses zeigen sich mittlerweile deutlich auf den höchsten Wettkampfebenen. Im sportlichen Bereich konnte die A-Nationalmannschaft der Männer eine 16-jährige Durststrecke beenden und sich die lang ersehnte Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ sichern. Letztmals war man 2010 in Südafrika dabei.

Germany v Paraguay: Round Of 32 - FIFA World Cup 2026

Seit der Amtsübernahme von Präsident Gianni Infantino im Jahr 2016 hat das FIFA-Forward-Programm das Entwicklungsmodell des weltweiten Fussballs revolutioniert und jedem Mitgliedsverband für den Zeitraum 3.0 (2023–2026) bis zu acht Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt, was einer bis zu siebenfachen Steigerung der seit Anfang 2016 zugewiesenen Mittel entspricht.

Der APF in Paraguay erhielt über die Entwicklungsfonds mehr als 10,5 Millionen US-Dollar, wobei 7,25 Millionen US-Dollar ausschliesslich für hochkarätige Infrastrukturprojekte verwendet wurden. So konnten drei hochmoderne Trainingszentren und 17 komplett ausgestattete Fussballplätze gebaut werden.

FIFA President Gianni Infantino at the Opening Of Women’s National Team Centre In Paraguay

Die Strategie zur Modernisierung der Infrastruktur wurde schrittweise im Rahmen der verschiedenen Phasen des FIFA-Forward-Programms umgesetzt. Während der Phase 1.0 wurde 2020 die Sanierung des CARDE (Albiroga-Zentrum in Ypané) abgeschlossen. Es verfügt seitdem über moderne Umkleideräume, ein innovatives Fitnessstudio für die A-Nationalmannschaft, einen neuen Presseraum, Bereiche zur medizinischen Versorgung und Rehabilitation, ein Indoor-Trainingszentrum für den Nachwuchs sowie ein erweitertes Teamhotel.

Im Anschluss daran wurde im Rahmen von FIFA Forward 2.0 im Jahr 2022 das CARFEM (Hochleistungszentrum für Frauenfussball) eingeweiht. Dieses Pionierprojekt wurde mit Mitteln aus dem FIFA-Forward-Programm, dem Evolución-Programm der CONMEBOL und Geldern des APF finanziert.

Das CARFEM verfügt über zwei Mannschaftshotels, sieben Trainingsplätze, Kabinen zur Rundfunkübertragung, Tribünen, Logen und einen speziellen Fitnessbereich.

Diese Entwicklung wurde 2024 mit der Eröffnung des CARDIF (Hochleistungszentrum für den Nachwuchs) in Luque fortgesetzt, das im Rahmen von FIFA Forward 3.0 finanziert wurde. Dieses Zentrum bietet acht Kunstrasenplätze sowie vier Gebäudekomplexe mit Umkleide- und Fitnessräumen. Dieses Vorzeigeprojekt brachte dem APF sogar den Goldpreis bei den FIFA Forward Awards 2026 (Ausgabe „Las Américas“) ein.

„Das FIFA-Forward-Programm spielte eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung dieser Projekte. Heute verfügen wir über Hochleistungszentren und Infrastrukturen für den Männer- und Frauenfussball, von denen wir vor einigen Jahren noch kaum zu träumen wagten. Das CARDIF ist wahrscheinlich eines der besten Beispiele dafür: Dort trainieren rund 3.000 Kinder und Jugendliche unterschiedlichen Alters, die heute über bessere Mittel und Bedingungen verfügen, um ihr Talent zu entfalten“, betonte Harrison.

Neben der Infrastruktur kommt auch eine hochmoderne Sportmethodik zum Tragen. Im CARDIF wurde die erste FIFA-Akademie in Südamerika im Rahmen des Talententwicklungsprogramms eröffnet. Diese Initiative wird auf globaler Ebene von der FIFA geleitet und hat zum Ziel, bis 2027 weltweit 75 Eliteakademien zu errichten.

„Bei diesen Vorhaben standen jedoch nicht nur die baulichen Aktivitäten im Vordergrund. Das Talententwicklungsprogramm ermöglichte es uns, Methoden und Planungsstrategien zur Talentsuche und -förderung einzuführen. Aus- und Weiterbildungsprogramme für Trainer, technische Schulungen, Schiedsrichterkurse sowie Führungskräfteprogramme halfen uns dabei, unsere Mitarbeiter fortzubilden und die Qualität unserer Arbeit schrittweise zu verbessern.“

Eines der besten Beispiele für den Erfolg dieser umfassenden Ausbildungsarbeit ist die Karriere von Personen wie Julio Enciso: „An Julio Enciso lässt sich dieser Prozess vielleicht am besten veranschaulichen. In jenem FIFA-Beitrag über die Erneuerung des CARDE ist Julio noch als Junge zu sehen, der zu unserer U15-Nationalmannschaft gehörte und davon träumte, Profi-Fussballer zu werden. Jahre später konnten wir beobachten, wie derselbe junge Mann den Sprung in die Top-Ligen der Welt schaffte und 2026 mit Paraguay an seiner ersten WM teilnahm. Darin liegt für mich der wahre Sinn des Ganzen.“

Germany v Paraguay: Round Of 32 - FIFA World Cup 2026

Bei der Zusammenarbeit zwischen dem APF und der FIFA standen zudem die Inklusion, die Bildung und das gemeinschaftliche Engagement im Vordergrund. Paraguay war der zweite Mitgliedsverband der CONMEBOL und weltweit der elfte, der das Programm „FIFA Football for Schools“ ins Leben rief. Darüber hinaus war es das erste südamerikanische Land, das das FIFA-Arena-Projekt umsetzte.

Football 4 Schools - Paraguay

„Dieser Wandel hat noch eine weitere Dimension, die für uns ebenso wichtig ist: die soziale Wirkung des Fussballs. Gemeinsam mit der FIFA und der FIFA-Stiftung konnten wir den Fussball weit über unsere Nationalmannschaften und den Hochleistungssport hinausbringen und ihn als echtes Instrument für Bildung, Inklusion und die Schaffung von Chancen für Kinder und Jugendliche nutzen“, betonte Harrison.

„Programme wie ‚Football for Schools‘ haben es uns ermöglicht, den Fussball in die Schulen zu bringen und ihn mit Bildung und Wertevermittlung zu verknüpfen. FIFA Arena wiederum bietet die Möglichkeit, sichere und geeignete Räume zu schaffen, in denen Kinder und Jugendliche spielen, sich treffen und sich durch den Sport entfalten können. Hinzu kommen innovative Initiativen wie die Robotik-Programme, die zeigen, dass Fussball für unseren Nachwuchs auch ein Einstieg in Wissen, Technologie und neue Fertigkeiten sein kann.“

Dank dieser institutionellen und operativen Reformen hat sich Paraguay als zuverlässiger Gastgeber für die wichtigsten internationalen Turniere in Stellung gebracht.

„Dieses Wachstum hat Vertrauen geschaffen und es uns ermöglicht, immer grössere Herausforderungen anzunehmen. Wir haben es geschafft, dass Paraguay Ausrichter von Wettbewerben und Veranstaltungen von grosser globaler Bedeutung geworden ist. 2019 waren wir Gastgeber der Beach-Soccer-Weltmeisterschaft – dem ersten FIFA-Turnier in Paraguay und dem ersten dieser Art, das in einem Binnenstaat stattfand. Im Jahr 2025 durften wir zum ersten Mal den FIFA-Kongress bei uns veranstalten, bei dem die Mitgliedsverbände aus aller Welt in unserem Land zusammenkamen“, so Harrison.

„Daher kann man das Vermächtnis dieser Jahre nicht nur an den investierten Mitteln, den Gebäuden oder der Anzahl der Spielfelder messen. Der eigentliche Gradmesser liegt darin, wie viele Kinder heute die Chance haben, zu glänzen, in den Jugendlichen, die über ihre Schulen und Gemeinden zum Fussball gekommen sind, in besser ausgebildeten Profis, in erworbenem und weitergegebenem Wissen sowie in einem viel solideren und international angesehenen APF“, analysierte er.

„Das ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Vermächtnisse der Vision von Gianni Infantino und seines gesamten Teams: Die Beziehung der FIFA zu ihren Mitgliedsverbänden verändert und die Entwicklung zu etwas Konkretem und Greifbarem gemacht zu haben, wobei man auch verstanden hat, dass der Fussball eine Verantwortung übernimmt, die weit über das Geschehen auf dem Spielfeld hinausgeht“, sagte er abschliessend.