Erste weltweite Ausgabe des Workshops zum Vorbereitungsprogramm für Frauen-Nationalmannschaften fand in Deutschland statt
Programm soll Nationalmannschaften bei der physischen Vorbereitung von Spielerinnen unterstützen
Initiative ergänzt zudem das kürzlich gestartete FIFA-Programm für Frauengesundheit und -leistung
Mit der Ausrichtung des Vorbereitungsprogramms für Frauen-Nationalmannschaften (WNT-PP) setzt die FIFA einen weiteren Meilenstein für das kontinuierliche Wachstum und die Entwicklung des Frauenfussballs. Der vom Deutschen Fussball-Bund (DFB) ausgerichtete Workshop stand erstmals allen FIFA-Mitgliedsverbänden offen.
Aufgrund der Erweiterung des Teilnehmerfelds der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023™ auf 32 Teams – das bis 2031 auf insgesamt 48 Teams anwachsen soll – wurde das Programm mit dem Ziel geschaffen, dass sich die Leistungsunterschiede zwischen den Mitgliedsverbänden nicht weiter vergrössern. Im Vorfeld der FIFA‑Frauen‑Weltmeisterschaft Australien & Neuseeland 2023™ wurde eine Pilotphase gestartet, zu der Teams eingeladen wurden, die sich erstmals für das Turnier qualifizierten oder sich seit 2003 bei einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ nicht über die Gruppenphase hinausgekommen waren. Weitere zehn Mitgliedsverbände nahmen an einem zweiten Pilotprogramm teil.
Die Athletik und die technischen Standards im Frauenfussball haben sich in der jüngsten Zeit stark verbessert, weshalb der Fokus verstärkt auf die Bereitstellung von Training, Unterstützung und Ressourcen gerichtet wurde, die Spielerinnen benötigen, um auf höchstem Niveau spielen zu können.
Genau hier setzt das FIFA-Vorbereitungsprogramm für Frauen-Nationalmannschaften an, um Defizite zu verringern.
Das Programm – eine von 13 Initiativen, die allen 211 Mitgliedsverbänden zur Verfügung stehen – ist darauf ausgelegt, Frauen‑Nationalmannschaften, Trainerstäbe und multidisziplinäre Teams zu unterstützen, damit sie einen evidenzbasierten Ansatz für die physische Vorbereitung von Spielerinnen auf grosse internationale Turniere entwickeln können.
„Beim FIFA-Vorbereitungsprogramm für Frauen-Nationalmannschaften steht der Wissensaustausch im Vordergrund. Es geht in erster Linie darum, voneinander zu lernen und letztlich das Niveau des Frauenfussballs weltweit anzuheben“, sagte Dame Sarai Bareman, FIFA-Direktorin für Frauenfussball.
„Indem wir Fachleute aus allen sechs Konföderationen zusammenbringen, schaffen wir ein Umfeld, in dem Erfahrungen ausgetauscht, neue Ideen erprobt und voneinander gelernt werden können. Je mehr es uns gelingt, die Lücken zwischen unseren Mitgliedsverbänden zu schliessen und mehr Teams die Möglichkeit zu geben, sich auf höchstem Niveau vorzubereiten, desto wettbewerbsfähiger wird unser Sport – und das kann für die Zukunft des Frauenfussballs nur gut sein.“
Der fünftägige Workshop, der unter strahlendem Sommerhimmel auf dem hochmodernen DFB‑Campus in Frankfurt (Deutschland) stattfand, brachte 40 Mitgliedsverbände aus allen Teilen der Welt zusammen – fast ein Viertel aller FIFA‑Mitgliedsverbände.
Zu den Teilnehmenden des umfangreichen, fünftägigen Workshops gehörten Athletiktrainer, medizinisches Personal sowie multidisziplinäre Fachkräfte. Das Programm fand sowohl auf dem Platz als auch im Fitnessbereich statt und bot ein strukturiertes, evidenzbasiertes Lernumfeld, um die Standards der physischen Vorbereitung von Frauen-Nationalmannschaften unabhängig von ihrer geografischen Lage zu steigern.
„Diese Phase hat enorm auf meinen bisherigen Erfahrungen aufgebaut. Die Module und Online-Workshops boten eine solide Grundlage, aber der Höhepunkt war die gemeinsame Zeit in Frankfurt – die Verbindung von Theorie und Praxis auf dem Platz“, sagte Ridhaa Allie, ein südafrikanischer Trainer und Mentee.
„Da ich aus dem Männerfussball komme, hat mir das Programm die Augen für die spezifischen Bedürfnisse und Erfahrungen von Spielerinnen geöffnet. Es hat mir geholfen zu erkennen, was ich anders machen kann, damit sie sich verstanden und besser unterstützt fühlen.“
„Der Workshop hat es uns ermöglicht, jeden Bereich vertieft zu behandeln und dabei konsequent frauenspezifische Aspekte einzubeziehen – gestützt auf die besten derzeit verfügbaren Erkenntnisse, Forschungsergebnisse und wissenschaftlichen Belege“, fügte Dawn Scott, seine Mentorin und FIFA‑Expertin, hinzu.
Das WNT‑PP ist bewusst darauf ausgelegt, die Erkenntnisse des kürzlich von der FIFA gestarteten Programms für Frauengesundheit und ‑leistung in die Praxis umzusetzen. Es soll sicherstellen, dass alle Mitgliedsverbände verstehen, wie sie eine geschlechtsspezifische Perspektive auf Gesundheit und Leistung von Spielerinnen anwenden können.
Als frühes Zeichen für die Wirkung dieser Initiative qualifizierte sich Malawi als einer der teilnehmenden Mitgliedsverbände erstmals für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft und sicherte sich damit einen Platz für das Turnier im nächsten Jahr in Brasilien. Was diesen Erfolg noch spektakulärer macht, ist die Tatsache, dass Malawi sich die Qualifikation bei seiner ersten Teilnahme am Afrikanischen Nationen-Pokal sicherte – mit einem 2:1-Sieg gegen Ghana im Viertelfinale.
„Investitionen in die Menschen, die unsere Spielerinnen unterstützen, sind einer der effektivsten Wege, um das Wachstum des Frauenfussballs zu beschleunigen. Es war inspirierend zu sehen, wie Mitgliedsverbände aus aller Welt zusammengekommen sind, um zu lernen, zusammenzuarbeiten und bewährte Praktiken bei der Vorbereitung von Frauen-Nationalmannschaften auszutauschen“, sagte Arijana Demirovic, Leiterin der Frauenfussballförderung bei der FIFA.
„Es ist unglaublich inspirierend zu sehen, dass ein Mitgliedsverband wie Malawi für sein langfristiges Engagement im Frauenfussball belohnt wird. Das ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, was erreicht werden kann, wenn konsequent und strategisch in die Entwicklung des Frauenfussballs investiert wird.
„Durch globale Zusammenarbeit, Wissensaustausch und einen evidenzbasierten Ansatz wird dieses Programm die Betreuung und Entwicklung von Spielerinnen noch viele Jahre lang nachhaltig prägen. Ein herzlicher Dank gilt dem DFB für seine herausragende Gastfreundschaft und die Partnerschaft bei der Ausrichtung dieses erfolgreichen Präsenzworkshops.“
Das FIFA-Vorbereitungsprogramm für Frauen-Nationalmannschaften im Überblick:
Das Programm bereitet Spielerinnen auf grosse internationale Turniere vor, indem es die Aus- und Weiterbildung sowie die Stärkung von wichtigen Fachkräften fördert
Es unterstützt das Training, die Vorbereitung und die Entwicklung von Spielerinnen durch massgeschneiderte Strategien für die physische Leistungsfähigkeit von Frauen
Das Betreuungspersonal der Frauen‑Nationalmannschaften der Mitgliedsverbände wird geschult, um Athletinnen effektiv zu trainieren und weiterzuentwickeln
Das Programm schafft eine regionale und globale Gemeinschaft, die die gegenseitige Unterstützung multidisziplinärer Teams ermöglicht und zur umfassenden Entwicklung des Frauenfussballs beiträgt
Es etabliert Best-Practice-Programme zur Spielerinnenentwicklung, die die ganzheitlichen Bedürfnisse der Teilnehmerinnen berücksichtigen
Liste der teilnehmenden Mitgliedsverbände:
Andorra, Österreich, Belgien, Belize, Bhutan, Bulgarien, Kolumbien, Costa Rica, Kroatien, Tschechien, Dominikanische Republik, Estland, Färöer, Finnland, Deutschland, Ghana, Gibraltar, Grenada, Honduras, Hongkong, Island, Jordanien, Kasachstan, Kenia, Liechtenstein, Litauen, Malawi, Malta, Mauritius, Montenegro, Myanmar, Nordmazedonien, Neuseeland, Polen, Portugal, Republik Irland, St. Lucia, Schottland, Slowenien, Südafrika, Schweiz, Thailand, Uruguay, Amerikanische Jungferninseln und Wales