Dienstag 28 April 2026, 06:00

FIFA feiert in Paris eine neue Generation von Frauen, die den Fussball prägen

  • 47 weibliche Führungskräfte aus dem Fussball in Paris

  • Einzigartige Plattform für Frauen im Fussball, um zu lernen, sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen

  • Starkes Engagement zur Förderung weiblicher Führungskräfte sowie eines nachhaltigen Wandels im Fussball

Das FIFA-Programm für weibliche Führungskräfte im Fussball setzte letzte Woche in Paris einen Meilenstein für eine neue Generation von Führungskräften im globalen Fussball. Fast 50 Teilnehmerinnen aus allen sechs Konföderationen trafen sich während vier Tagen in der französischen Hauptstadt. Während ein Jahrgang seine Ausbildung und damit einen ehrgeizigen Schritt in der eigenen Karriereentwicklung abschloss, startete ein neuer Jahrgang seinen Weg.

Die Teilnehmerinnen, die über ein breites Spektrum an Erfahrungen, Kulturen und Sichtweisen verfügen, boten beim Treffen Einblicke in ihre Karrieren, ihre Ziele und die Herausforderungen bei ihrem beruflichen Aufstieg sowie bei der Stärkung der Rolle der Frau im Fussball.

Eine globale Lern- und Kontaktplattform

Beeindruckend war insbesondere, wie intensiv sich die Teilnehmerinnen austauschten. Von Finnland bis zu den Philippinen und von Panama bis nach Portugal brachten alle eine einzigartige Perspektive mit, die von ihrem fussballerischen und sozialen Umfeld geprägt war.

Für Carolina Joly, Leiterin des Frauenfussballs in Panama, ist diese Vielfalt unverzichtbar: „Repräsentation ist heute sehr wichtig, ebenso die Schaffung solcher Räume. Ich bin sehr dankbar, zum ersten Jahrgang zu gehören und hier in Frankreich meinen Abschluss zu machen.“

Isabella Fernando, Mitglied des Exekutivkomitees auf den Philippinen, hob den Wert dieser internationalen Kontakte hervor: „Für mich ist es wirklich wichtig, mit anderen Frauen aus allen Teilen der Welt Kontakte zu knüpfen. So kann ich sehen, dass es Gemeinsamkeiten gibt, erfahren, wie andere bestimmte Situationen, die für uns derzeit vielleicht schwierig sind, bereits gemeistert haben, und wie man solche Probleme lösen kann.“

Förderung der Führungskräfte von morgen

Mit dem Aufbau solider, nachhaltiger Führungskompetenzen verfolgt das Programm ein klares Ziel. Seit dem ersten Treffen in Zürich folgen die Teilnehmerinnen einem strukturierten Ablauf mit Schulungen, Mentoring und Netzwerken.

Bei der letzten Phase in Paris wurden diese Grundlagen gefestigt – durch Veranstaltungen, die sich auf Entscheidungsfindung, strategisches Management und Organisationsentwicklung konzentrierten. Neben dem rein fachlichen Inhalt stand aber vor allem die persönliche Weiterentwicklung im Fokus.

FIFA Paris Office Event

Minna Kauppinen, Entwicklungsmanagerin aus Finnland, sagte dazu: „Dank dem Programm habe ich gelernt, mutiger zu sein und mir mehr Raum zu nehmen, wenn es nötig ist.“ Eine wichtige Erkenntnis in einer Fussballwelt, die nach wie vor weitgehend von Männern dominiert wird und in der Selbstvertrauen und die Fähigkeit, sich Gehör zu verschaffen, entscheidende Voraussetzungen sind.

Für Sofia Teles, Vorstandsmitglied und Leiterin des Frauenfussballs in Portugal, hat das Programm zudem gezeigt, wie wichtig Gleichgewicht ist: „Das Tempo im Fussball ist sehr hoch. Wir müssen deshalb auf die Erholung achten, um für die bevorstehenden Herausforderungen stets fit zu sein.“

Der Einfluss weiblicher Führungskräfte auf den Fussball

Ein zentrales Thema während der gesamten Woche war die dringend notwendige stärkere Vertretung von Frauen in Führungspositionen im Fussball. Die Teilnehmerinnen waren sich einig, dass die FIFA ein wichtiger Wachstumsmotor für den Sport ist, indem sie solche Möglichkeiten schafft. „Bei solchen Veranstaltungen sieht man, dass wir mehr Frauen in Führungspositionen brauchen“, erklärte Carolina Joly. „Mit solchen Möglichkeiten kann der Sport noch viel stärker wachsen.“

Ein wichtiger Motor für den Wandel sind auch verschiedene Denkweisen, wie Minna Kauppinen betonte: „Meiner Erfahrung nach kann man den Fussball aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Wir müssen deshalb viele verschiedene Meinungen einbinden.“

Sofia Teles warf einen Blick auf das grosse Ganze: „Mit mehr Frauen in verschiedenen Funktionen im Fussball können wir mehr Möglichkeiten für Mädchen schaffen, weitere Frauen für den Fussball begeistern und neue Vorbilder hervorbringen.“

FIFA Paris Office Event

Ein dauerhaftes globales Netzwerk

Das Programm vermittelt nicht nur neue Fähigkeiten, sondern schafft auch ein starkes und dauerhaftes internationales Netzwerk. Die Teilnehmerinnen verfügen nun über weltweite Kontakte, um sich auszutauschen, zusammenzuarbeiten und sich bei Herausforderungen gegenseitig zu unterstützen.

Isabella Fernando betonte die Bedeutung dieses Netzwerks: „Ich kenne jetzt Leute auf der ganzen Welt, an die ich mich wenden kann, und verfüge über die Ressourcen und Mittel, um mögliche Hürden zu überwinden.“

Diese Zusammenarbeit entspricht auch der Vision von FIFA-Frauenfussballdirektorin Sarai Bareman, die sich seit Jahren für die Förderung der Kompetenzen der FIFA-Mitgliedsverbände sowie einer nachhaltigen weltweiten Entwicklung des Frauenfussballs einsetzt.

Inspiration für die nächste Generation

Beim Seminar in Paris berieten die Teilnehmerinnen auch darüber, wie sie in ihren Ländern eine Vorbildfunktion einnehmen können. Sie betonten dabei, wie wichtig es sei, Erfahrungen weiterzugeben und Mädchen bei ihren Zielen im Fussball zu unterstützen.

Die Botschaft ist klar: Mädchen sollen Spass haben, an sich selbst glauben, Chancen ergreifen und nie aufgeben. „Folgt immer eurem Herzen“, riet Carolina Joly, während Isabella Fernando Frauen dazu aufrief, die Initiative zu ergreifen, auch wenn dies nicht sofort zum Erfolg führt.

Sofia Teles brachte es auf den Punkt: „Beharrlich bleiben, gross träumen, keine Angst haben und seine Träume verfolgen.“

Mit der Abschlussfeier in der FIFA-Niederlassung in Paris endete das Programm für den ersten Jahrgang. Gleichzeitig fiel der Startschuss für den zweiten Jahrgang. Diese Führungskräfte aus aller Welt kehren nun in ihre Organisationen zurück, um das Gelernte anzuwenden und den Wandel von innen heraus voranzutreiben.

Der neue Jahrgang nimmt derweil den Schwung mit und bekräftigt das anhaltende Engagement der FIFA für die Förderung weiblicher Führungskräfte im Fussball.

Mit solchen Initiativen bildet die FIFA nicht nur Führungskräfte aus, sondern gestaltet auch die Zukunft des Fussballs – hin zu mehr Inklusion und Vielfalt, angeführt von ehrgeizigen Frauen, die auf und neben dem Platz etwas bewirken wollen.

Teilnehmerinnen des FIFA-Programms für weibliche Führungskräfte im Fussball

1. Jahrgang Ashleigh Cox (OFC), Carolina Joly (Panama), Annette Etombi (Kamerun), Germina Čekanauskaitė (Litauen), Isabella Fernando (Philippinen), Ivy Mukahanana (Simbabwe), Louisa Brianah Lestrow Simmons (Fidschi), María del Pilar Abella Paez (Kolumbien), Mariona Molera Aguado (Spanien), Maryline Cabane (Frankreich), Minna Kauppinen (Finnland), Moeama Mugreig (Tahiti), Neddy Atieno Okoth (Kenia), Nhodkeo Phawadee (Laos), Sabrina Martín Zamalloa (Peru), Sara McConaghy (Kanada), Shawg AlSaleh (Saudi-Arabien), Sofia Teles (Portugal), Syahidah Nurashikin Samshool (Malaysia), Tarryn McKenzie (Neuseeland), Mireille Uwineza (Ruanda), Valeria Lucca (Chile), Victoria Díaz (Uruguay).

2. Jahrgang Briana Harvey (Australien), Amio Mavaega-Luvu (Amerikanisch-Samoa), Laura Andrea Sánchez (Argentinien), Garin Shorjian (Armenien), Dyane Wiersma (Aruba), Gulbanu Isayeva (Aserbaidschan), Catherine Negreiros Carneiro C. Veloso (Brasilien), Latoya Dacosta (Concacaf), Teretia Teinaki (Cook-Inseln), Laura Jurčević (Kroatien), Laura Christensen Hald (Dänemark), Ketevan Kipiani (Georgien), Christin May (Deutschland), Jennifer Amankwaa Sarpong (Ghana), Ramadhana Wulandiani (Indonesien), Mariana Gutiérrez Bernárdez (Mexiko), Aleyda Isabel Lira Tucket (Nicaragua), Silvia Caballero Greco (Paraguay), Abrar al-Kaabi (Saudi-Arabien), Shirley Martin (Schottland), Nogaye Diongue (Senegal), Examin Philbert (St. Lucia), Nesrine Laamari (Tunesien), Yuliya Panina (Usbekistan).