Am jüngsten Spieltag des internationalen Frauenfussballs konnte man sich sicher nicht über einen Mangel an Ereignissen beklagen. Schlagzeilen machte vor allem die Qualifikation Englands für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015™.
Gleichzeitig schien Deutschland die "Quali" vorübergehend schon in der Tasche zu haben, obwohl die Auswahl an diesem Wochenende gar nicht spielte, während Frankreich und Schweden ihre Chancen enorm verbesserten. Die USA, die Niederlande und Brasilien konnten derweil im Vorfeld ihrer Qualifikationsspiele wichtige Erfolge verbuchen.
FIFA.com fasst die Ereignisse der Woche für Sie zusammen.
Qualifikation für Kanada 2015
England löst Ticket ** England sicherte sich mit einem komfortablen 4:0-Erfolg gegen Wales zum dritten Mal in Folge einen Startplatz bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™. Nach diesem deutlichen Sieg sind die Engländerinnen bereits einen Spieltag vor Schluss nicht mehr einholbar. Treffer von Karen Carney, Eniola Aluko, Laura Bassett und Lianne Sanderson in der ersten Halbzeit sorgten dafür, dass die Partie in Cardiff bereits vor der Pause entschieden war.
Tabellenführer weiter auf dem Vormarsch Tabellenführer Deutschland war diese Woche zwar spielfrei, hätte sich aber dennoch fast vorzeitig qualifiziert. Dann machten die zweitplatzierten Russinnen dem Team jedoch zumindest vorübergehend einen Strich durch die Rechnung. Nach anfänglichem Rückstand setzten sie sich mit 3:1 gegen die Slowakei durch und sind damit rechnerisch noch im Rennen um Platz eins. In einer anderen Gruppe verschafften die Schwedinnen sich mit einem komfortablen 4:0-Erfolg gegen Polen einen größeren Vorsprung auf Schottland. Lotta Schelin konnte sich zwei Mal in die Torschützinnenliste eintragen. Für die unermüdlichen Französinnen sah das Szenario ganz ähnlich aus. Nach ihrem 4:0-Sieg gegen Ungarn, bei dem Eugenie Le Sommer einen Doppelpack erzielte, haben sie jetzt einen komfortablen Vorsprung auf Finnland.
Kampf um die letzte Chance ** Dänemark* *erhöhte seine Hoffnungen auf eine Qualifikation für Kanada 2015 über die Playoff-Runde mit einem knappen 1:0-Sieg gegen den Rivalen Island in Reykjavík. Pernille Harder erzielte nach etwa einer Stunde Spielzeit den einzigen Treffer der Partie und sorgte dafür, dass die Däninnen darauf hoffen können, sich nach China 2007 zum ersten Mal wieder für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Auch die Ukraine liegt gut im Rennen um einen Playoff-Platz. Nach einem hart erkämpften 3:1-Sieg in Belarus kommt es nun am letzten Spieltag zur entscheidenden Begegnung mit Wales.
USA, Niederlande und Brasilien schießen sich für Qualifikation ein Die erste Begegnung zwischen der weltweiten Nummer eins, USA, und der seit Kurzem für die Frauen-WM qualifizierten Schweiz endete mit einem deutlichen 4:1-Sieg für die Stars and Stripes. Sage und schreibe 10.000 Zuschauer verfolgten die Partie in Cary (North Carolina) und sahen Tore von Megan Rapinoe, Carli Lloyd, Christen Press und Abby Wambach. Dazwischen erzielte Ana-Maria Crnogorcevic in der zweiten Halbzeit per Elfmeter den Ehrentreffer für die Schweiz. Das Spiel diente den USA als Vorbereitung auf die CONCACAF-Meisterschaft im Oktober, die sie selbst ausrichten und bei der drei Tickets für Kanada zu vergeben sind.
Die Niederlande und Brasilien setzten ihre Vorbereitungen für die bevorstehende Qualifikation für Kanada 2015 ebenfalls fort und trennten sich nach einer umkämpften Partie mit einem torlosen Unentschieden. Die junge niederländische Stürmerin Vivianne Miedema, beste Torschützin der letzten UEFA U-19-Europameisterschaft der Frauen, hatte die vielleicht größte Chance der Partie, verfehlte das Tor jedoch per Kopf. Die ehemaligen Teamkameradinnen der Nachwuchsspielerin präsentierten sich in der Halbzeit dem Publikum und wurden für ihren kontinentalen Triumph in Nimwegen gebührend gefeiert.
Die Niederländerinnen müssen in der Qualifikation für die WM 2015 im nächsten Monat noch zwei letzte Gruppenspiele bestreiten. Brasilien geht derweil mit Favoritenstatus in die Copa América Feminina, die ebenfalls im nächsten Monat stattfindet und bei der zwei WM-Startplätze zu vergeben sind.