Freitag 04 Dezember 2015, 18:30

Brasilien dominiert – Venezuela debütiert

Brasilien bestätigte seine absolute Überlegenheit in dieser Altersklasse mit dem siebten Titelgewinn in der siebten Auflage der U-20-Südamerikameisterschaft der Frauen. Damit qualifizierten sich die Brasilianerinnen gemeinsam mit dem Zweitplatzierten Venezuela für die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Papua-Neuguinea 2016.

Während Brasilien bisher bei allen WM-Endrunden dabei war, wird Venezuela nächstes Jahr zum ersten Mal auf der Weltbühne vertreten sein. Das Team belegte nach der hart umkämpften, vier Teams umfassenden Finalrunde vor Kolumbien und Argentinien den zweiten Platz. Die vier Mannschaften waren absolut auf Augenhöhe und hatten am letzten Spieltag allesamt noch die Chance, den Titel zu holen und sich für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren.

Obwohl die Vinotinto in dieser Altersklasse zum ersten Mal auf der Weltbühne vertreten sein wird, ist der Erfolg des Teams keineswegs eine Überraschung. Schließlich waren neun der 22 Spielerinnen, die das Qualifikationsturnier bestritten, bereits bei der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft 2014 in Costa Rica dabei gewesen und hatten dort den vierten Platz erreicht.

Nachfolgend fasst FIFA.com die wichtigsten Aspekte der Südamerikameisterschaft für Sie zusammen. Das Turnier fand vom 18. November bis zum 3. Dezember in der brasilianischen Stadt Santos statt.

Mehr als Tradition Brasilien bestätigte seine Favoritenrolle in der ersten Runde, die das Team nach drei Siegen und einem Remis als Gruppensieger der Gruppe A abschloss. In der Schlussrunde lief es dann für die Brasilianerinnen allerdings nicht mehr ganz so optimal. Nach jeweils einem torlosen Unentschieden gegen Kolumbien und Venezuela musste am letzten Spieltag unbedingt ein Sieg her, um die WM-Qualifikation perfekt zu machen. Doch die Canarinha* fand ihren Torriecher gerade noch rechtzeitig wieder und überwand Argentinien im Clásico* mit 3:1. Mit diesem Ergebnis sicherten die Brasilianerinnen sich gleichzeitig den Titelgewinn.

"Wir wussten, dass die Tore schon fallen würden, wenn wir die Ruhe behielten. Und so war es dann auch", erklärte die Angreiferin Kélen nach dem Sieg. Sie ebnete in der Partie gegen Argentinien mit ihrem zweiten Turniertreffer den Weg für ihr Team. Beste brasilianische Torschützin war die 17-jährige Mittelfeldspielerin Jennifer, die den zweiten Treffer gegen die Albiceleste erzielte.

Brasilien schloss das Turnier als einzige Mannschaft unbesiegt ab und stellte mit gerade einmal vier Gegentreffern in sieben Partien gemeinsam mit Kolumbien die beste Abwehr des Wettbewerbs. Doch Trainer Doriva Bueno betonte noch einen weiteren wichtigen Aspekt: "Die Mädchen haben sich physisch sehr stark präsentiert. Das hat am Ende den Unterschied gemacht."

Siegermentalität Venezuela musste in sieben Partien nur eine einzige Niederlage hinnehmen, und zwar im Auftaktspiel der Gruppe A gegen Brasilien. Die anderen drei Gruppenspiele konnte das Team dann gewinnen und belegte am Ende den zweiten Platz. Zu Beginn der vier Teams umfassenden Finalrunde ließen sich die Venezolanerinnen einen schon perfekt geglaubten Sieg gegen Argentinien doch noch durch die Lappen gehen. Fünf Minuten vor Schluss hatte die Vinotinto noch mit 2:0 geführt. Am Ende setzte sich das Team dann jedoch nach anfänglichem Rückstand mit 2:1 gegen Kolumbien durch und sicherte sich damit das WM-Ticket.

"Wir waren aufgrund unserer Spielweise die beste Mannschaft des Wettbewerbs. Gegen Kolumbien haben wir eine schlechte erste Halbzeit abgeliefert, in der zweiten konnten wir uns dann jedoch verbessern und haben dank unserer Kopfballstärke den Sieg davongetragen", so der junge venezolanische Trainer José Catoya.

Die Vinotinto konnte mit insgesamt 13 Treffern, einem mehr als Brasilien und Argentinien, den stärksten Angriff der Südamerikameisterschaft vorweisen. Gabriela García, die bei der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft 2014 gemeinsam mit einer Teamkollegin bereits mit dem Goldenen Schuh von adidas ausgezeichnet worden war, war mit drei Toren beste Torschützin des Teams. Außerdem wurde die Auswahl mit dem FIFA Fairplay-Preis ausgezeichnet.

Weitere Schlussfolgerungen Für Argentinien, den Gruppensieger der Gruppe B, war es ein herber Rückschlag, dass man sich nicht für die WM qualifizieren konnte. Schließlich hatte vor dem letzten Spieltag noch alles für die Argentinierinnen gesprochen. Tatsächlich hätte dem Team ein Remis gereicht, um auf der Weltbühne dabei zu sein, was der Auswahl seit 2012 nicht mehr gelungen ist. Da war auch die Auszeichnung von Yamila Rodríguez als bester Torschützin des Turniers (sieben Treffer) nur ein schwacher Trost. Der Auftritt der Albiceleste lässt für die Zukunft jedoch auf bessere Ergebnisse hoffen.

Ähnlich frustrierend verlief das Turnier für Kolumbien, das bereits bei der dritten Auflage in Folge mit dem dritten Platz Vorlieb nehmen musste. Die Cafeteras waren im entscheidenden Duell mit Venezuela zunächst in Führung gegangen, konnten das Ergebnis jedoch nicht über die Zeit bringen und mussten sich am Ende geschlagen geben. Seit ihrem ersten Auftritt auf der Weltbühne im Jahr 2010 ist es ihnen nicht mehr gelungen, sich erneut zu qualifizieren.