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Mittwoch 28 Oktober 2026, 09:00

FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft 2026™ bietet Unparteiischen aus aller Welt neue Möglichkeiten

SALÉ, MOROCCO - OCTOBER 15: A FIFA Referees Filming Session ahead of the FIFA U-17 Women's World Cup 2026 on October 15, 2026 in Salé, Morocco (Photo by Issam Zerrok - FIFA/FIFA)
  • 54 Spieloffizielle aus 36 Mitgliedsverbänden sind beim diesjährigen Turnier in Marokko im Einsatz

  • Sakina Hamidou Alfa nimmt als erste Frau aus Niger an einem FIFA-Turnier teil

  • Ramina Tsoi aus der Kirgisischen Republik wurde ursprünglich zur Unparteiischen, um ihr „Taschengeld aufzubessern“

Die Erweiterung der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft™, die nun jährlich mit 24 Mannschaften ausgetragen wird, gibt Spielerinnen aus mehr Ländern weltweit die Chance, sich bereits in jungen Jahren auf der internationalen Bühne zu beweisen.

In diesem Jahr nehmen Australien, Puerto Rico und Argentinien erstmals an dem Turnier teil, während die Elfenbeinküste, Samoa, die Niederlande und Norwegen bereits im Jahr 2025 ihr Debüt feierten.

Doch nicht nur die Spielerinnen erhalten mehr Gelegenheiten, internationale Wettkämpfe zu erleben. Für die diesjährige Ausgabe in Marokko stellte die FIFA 54 Spieloffizielle aus 36 verschiedenen Mitgliedsverbänden zu einem kulturell vielfältigen Team zusammen.

Wie bereits bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2026™ in Polen wird das Turnier den Schiedsrichterinnen wertvolle Erfahrungen bieten und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit geben, ihre Chancen auf eine Nominierung für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027™ zu verbessern.

„Diese Gruppe ist wirklich sehr vielfältig. Wir kommen aus verschiedenen Kulturen, haben unterschiedliche Hintergründe und bringen all unsere Stärken und Talente ein, um diese Schiedsrichterinnen zum Erfolg zu führen“, so Bibiana Steinhaus, Leiterin des Bereichs Frauen-Schiedsrichterwesen bei der FIFA.

Eine dieser Spieloffiziellen ist Sakina Hamidou Alfa aus Niger, die erste Frau ihrer Nation, die an einem FIFA-Wettbewerb teilnimmt. Sie begann ihre Schiedsrichterkarriere im Jugend- und Amateurbereich und lernte schnell, dass es dabei um mehr geht, als nur die Spielregeln zu kennen.

Referee Filming - FIFA U-17 Women's World Cup 2026

„Zu unseren Aufgaben gehört auch, mit Drucksituationen und Zuschauern umgehen zu können, um jeweils die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Ich würde meine Karriere als Spielleiterin als eine Reise beschreiben – eine sehr schwierige Reise, die ich jedoch mit Leidenschaft und Ausdauer meistere“, sagte Sakina, die seit 2022 internationale Begegnungen leitet. „Damals wurde mir klar, dass das Schiedsrichterwesen sehr anspruchsvoll ist. Doch diese Tätigkeit ermöglicht es uns, zu reisen und uns persönlich weiterzuentwickeln.“

Die FIFA habe sie auf diesem Weg stets begleitet, sagte sie: „Die FIFA stellte mir wirklich umfangreiches Material zur Verfügung und unterstützte mich bei der Vorbereitung auf diesen Wettbewerb. Wir erhielten kürzlich Online-Kurse zur Vorbereitung auf dieses Turnier sowie ein Fitness-Nachbetreuungsprogramm, damit ich die für das Spitzenniveau erforderlichen Fitnessstandards erfüllen konnte.“

Unterdessen wandte sich Queency Victoire, ehemalige Nationalspielerin von Mauritius, dem Schiedsrichterwesen zu, nachdem eine Verletzung ihre Karriere unterbrochen hatte.

Referee Filming - FIFA U-17 Women's World Cup 2026

„Am Anfang war es für mich etwas schwierig, aber ich hatte Menschen an meiner Seite, die an mich glaubten und mich anspornten, denn 2012 gab es bei uns im Land noch keine internationale Schiedsrichterin. Ich gehörte also zu den Ersten, sozusagen zu den Pionierinnen des mauritischen Schiedsrichterwesens auf internationaler Ebene“, sagte sie.

Obwohl sie bereits an der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023™ teilnahm, wäre eine Nominierung für Brasilien für sie etwas ganz Besonderes. „Brasilien ist speziell, weil es für mich die Heimat des Fussballs ist. Schon seit meiner Kindheit waren dieser Sport und diese südamerikanische Nation für mich als Spielerin ein Traum. Daher würde es mir sehr viel bedeuten, dorthin reisen zu dürfen und an der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™, dem wichtigsten Turnier überhaupt, teilzunehmen“, sagte sie.

Referee Filming - FIFA U-17 Women's World Cup 2026

Ähnlich wie Victoire kam auch Ramina Tsoi aus der Kirgisischen Republik fast zufällig zum Schiedsrichterwesen. „Ich war damals nur ein 19-jähriges Mädchen, das leidenschaftlich gerne Fussball spielte. An irgendeinem Sonntag sollte ich dann eine Kinderpartie für eine Mannschaftskollegin leiten und sah darin die Möglichkeit, mein Taschengeld aufzubessern“, erklärte sie. „Ich nahm die Einladung daher an und fand die Erfahrung toll. Dort traf ich einen Ausbilder, der mich fragte, ob ich Schiedsrichterin werden wolle. In diesem Moment stand ich also vor der Entscheidung, entweder weiter Fussball zu spielen oder Schiedsrichterin zu werden. Die Wahl fiel auf das Schiedsrichterwesen.“

Ramina sagte, sie habe als Spieloffizielle mehr Möglichkeiten zum Reisen und zum Kennenlernen von Menschen gesehen. Wie Victoire war auch sie Linienrichterin bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023™. „Es war eine einzigartige Erfahrung. Für mich war dies zudem die Gelegenheit, die AFC und auch mein Land, Kirgisistan, auf der Weltbühne zu vertreten. Daher war dies ein ganz besonderer Moment in meinem Leben.“

Spain v Costa Rica: Group C - FIFA Women's World Cup Australia & New Zealand 2023

Darüber hinaus möchte sie „neue Generationen in Kirgisistan dazu inspirieren, Schiedsrichterinnen zu werden und Sport zu treiben. Ihnen zu zeigen, dass auch Frauen dazu in der Lage sind … dass sie alles erreichen können, was sie sich vornehmen.“

Sie fügte hinzu: „Der Weltverband spielt in meiner Karriere als Schiedsrichterin eine wichtige Rolle, weil er mich mit Schulungsprogrammen und Lernmaterialien unter Anleitung der weltweit besten Ausbilder unterstützte. Zudem erhalten wir die Möglichkeit, auf höchstem Niveau zu pfeifen, wie beispielsweise bei dieser FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft™. Dafür bin ich wirklich dankbar. Das spornt mich an, noch härter zu arbeiten und eine bessere Schiedsrichterin zu werden.“

Steinhaus erklärte, dass die Teilnahme am Turnier den Spielleiterinnen eine „fantastische Gelegenheit bietet, sich auf unterschiedliche Spielweisen und Fussballkulturen vorzubereiten“. Gleichzeitig lernen sie, wie wichtig konsistente Entscheidungen unter den Unparteiischen bei FIFA-Turnieren sind.

Referee Filming - FIFA U-17 Women's World Cup 2026

„Die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2027™ in Brasilien steht bevor. Es gibt keinen wichtigeren Wettbewerb im Frauenfussball als dieses Turnier. Nicht nur die Spielerinnen wollen dabei sein und sich beweisen, sondern auch die Unparteiischen möchten natürlich ihre Chance nutzen“, sagte sie.

„Wir bereiten alle Spieloffiziellen darauf vor, die Spielregeln einheitlich anzuwenden. Es spielt keine Rolle, aus welchem Teil der Welt man kommt – die Spielregeln werden bei diesen Turnieren und in allen Partien einheitlich angewendet.“

Referee Filming - FIFA U-17 Women's World Cup 2026