FIFA
Dienstag 27 Oktober 2026, 17:30

IFAB-Beratungsgremien weiterhin mit Fokus auf Spielverzögerungen

RABAT, MOROCCO - OCTOBER 19: Official Adidas match ball during the FIFA U17 Women's World Cup Group E match between Kenya and China PR at the Mohammed VI Football Complex on October 19, 2026 in Rabat, Morocco. (Photo by Joern Pollex - FIFA/FIFA via Getty Images)
  • Die Beratungsgremien erörtern mögliche Änderungen, die in die Ausgabe 2027/28 der Spielregeln aufgenommen werden sollen

  • Aktuelle Informationen zur bevorstehenden umfassenden Überprüfung des VAR-Systems und des VAR-Protokolls durch das IFAB

  • Die Jahresgeschäftssitzung findet am 14. Januar 2027 in Zürich statt

Die Fussball- und Technik-Beratungsgremien (FAP/TAP) des IFAB, in denen Interessengruppen des Fussballs aus aller Welt vereint sind, haben heute unter dem Vorsitz von FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström eine Online-Sitzung abgehalten, bei der die jüngsten Massnahmen zur Bekämpfung von Spielverzögerungen und zur Verbesserung des Teilnehmerverhaltens sowie die Entwicklungen bezüglich der Video-Schiedsrichterassistenten (VAR) erörtert wurden.

Nach einem Überblick über die Regeländerungen 2026/27 gaben die Gremienmitglieder Feedback dazu und prüften mögliche Änderungen und Klarstellungen für die Aufnahme in die Spielregeln 2027/28. Dabei herrschte ein breiter Konsens darüber, dass weitere Änderungen minimiert werden sollten, da der Fussball sich zunächst auf die zahlreichen bedeutenden Änderungen der letzten Jahre einstellen müsse.

Die Mitglieder wurden darüber hinaus auf den aktuellen Stand eines Tests bezüglich taktisch motivierter Spielunterbrechungen aufgrund von Torhüterverletzungen gebracht und waren sehr angetan von ersten positiven Ergebnissen der am Test teilnehmenden Länder.

Trotz der weitreichenden Erfolge der kürzlich eingeführten Massnahmen zur Bekämpfung von Spielverzögerungen fand eine Ausweitung des Fünf-Sekunden-Countdowns auf Eck- und Freistösse, der bereits bei Einwürfen und Abstössen eingesetzt wird, in den Gremien keine Zustimmung. Die Gründe waren vielfältig, unter anderem wurde angeführt, dass es sich dabei um komplexe taktische Situationen handle.

Der Vorschlag eines einzigen Münzwurfs vor Elfmeterschiessen, bei dem der Kapitän, der den Münzwurf gewinnt, wählen kann, auf welches Tor geschossen wird oder ob sein Team den ersten oder zweiten Elfmeter schiesst, wurde hingegen unterstützt, da er mehr Fairness ins Spiel bringe.

Bei den Gesprächen über das Teilnehmerverhalten ging es um das Auftreten der Schützen und Torhüter während Elfmeterschiessen sowie um Auseinandersetzungen um den Ball nach einem Tor. Das Halten und Stossen vor Eck- und Freistössen war ebenfalls Thema, es herrschte jedoch Einigkeit darüber, dass die aktuellen Spielregeln ausreichende  Bestimmungen für den Umgang mit solchen Situationen enthalten.

Aktuelle Informationen gab es auch zu den laufenden Abseitstests in der Canadian Premier League und den Tests der Fussball-Videounterstützung (FVS), die Schiedsrichtern auch in Wettbewerben mit beschränkten Mitteln die Überprüfung von Aufnahmen ermöglicht.

Darüber hinaus wurden die Gremien über die anstehende umfassende Prüfung des VAR-Systems und -Protokolls durch den IFAB informiert. Bei der Prüfung sollen anhand von Feedback der Interessengruppen und unabhängigen Datenanalysen mögliche Verbesserungen bei der Effektivität und Akzeptanz unter den Interessengruppen des Fussballs eruiert werden.

Die Ansichten und Empfehlungen der Gremien bilden die Diskussionsgrundlage bei der nächsten Jahresgeschäftssitzung des IFAB, die am 14. Januar 2027 in Zürich (Schweiz) stattfindet.