Analyse der UNIDO zum Aufbau von textilen Wertschöpfungsketten in fünf afrikanischen Ländern
Erstes offizielles Treffen zwischen FIFA und UNIDO
Baumwolle aus den „Cotton-4-plus“-Ländern vielleicht bald auch für Produkte mit FIFA-Marken
Im Rahmen der laufenden Bemühungen der FIFA zur Prüfung neuer Möglichkeiten für baumwollproduzierende afrikanische Länder auf dem globalen Markt für Fussballbekleidung traf sich FIFA-Präsident Gianni Infantino mit Gerd Müller, dem Generaldirektor der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO). Die Zusammenkunft, die in New York stattfand, war das erste offizielle Treffen der beiden Organisationen.
Die FIFA hat im September 2022 eine Absichtserklärung mit der Welthandelsorganisation (WTO) unterzeichnet, um unter anderem die weltweite Ausstrahlung des Fussballs zur Erschliessung des globalen Potenzials für Wirtschaftswachstum zu nutzen, insbesondere in Bezug auf die Baumwollproduktion in den sogenannten „Cotton-4-plus-Ländern“ Benin, Burkina Faso, Tschad, Mali und der Elfenbeinküste.
Diese Länder produzieren grosse Mengen an hochwertigen Baumwollfasern, die zu den nachhaltigsten der Welt zählen, da sie von Hand geerntet, mit Regenwasser bewässert und überwiegend biologisch gedüngt werden. Da aber über 90 Prozent davon als Rohstoff exportiert werden, entgehen diesen Ländern zusätzliche Einnahmen und Arbeitsplätze, die durch lokale Wertschöpfungsketten zur Verarbeitung der Baumwolle zu Textilien auf nationaler und regionaler Ebene generiert werden könnten.
Die UNIDO wurde hinzugezogen, um eine Basisanalyse durchzuführen, die bis April 2024 abgeschlossen sein soll und die Machbarkeit untersuchen wird, in den fünf Ländern Bekleidung aus Baumwolle und Mischgewebe (Kombination aus Baumwoll- und Kunstfasern), einschliesslich recyceltem Polyester, herzustellen. Geprüft wird auch, wie Investitionen und technisches Know-how mobilisiert werden können, welche Kapazitäten in puncto Angebot und Nachfrage bestehen und inwieweit bestehende gesetzliche und politische Rahmenbedingungen mit dem Aufbau von Wertschöpfungsketten für Textilien und Bekleidung in den betreffenden afrikanischen Ländern vereinbar sind. Nach Abschluss der Analyse wird die UNIDO die gewonnenen Erkenntnisse als Grundlage für ein umfassendes Projektdokument zur Unterstützung der gemeinsamen Initiative von FIFA und WTO nutzen.
„Die FIFA weiss die bisherigen Bemühungen der UNIDO zu schätzen und wird weiterhin nach Möglichkeiten suchen, um die Arbeit dieser wichtigen Organisation und die nächsten Schritte unserer Zusammenarbeit zu unterstützen“, sagte der FIFA-Präsident nach dem Treffen mit Gerd Müller.
Neben dem Aufbau von florierenden und nachhaltigen textilen Wertschöpfungsketten in den fünf Ländern zur Ankurbelung der lokalen Wirtschaften – bei gleichzeitiger Reduktion von Transportkosten und Umweltauswirkungen – ist auch angedacht, dass mit FIFA-Marken versehene Produkte, wie Sportbekleidung oder Geschenke, für FIFA-Mitarbeiter, Wettbewerbe und das „Football for Schools“-Programm der FIFA mit Baumwolle aus den Cotton-4-plus-Ländern hergestellt werden könnten.