Donnerstag 10 August 2023, 23:00

Eine neuseeländische Familie mit einem ganz besonderen Bezug zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™

  • Wendi Henderson mit zwei WM-Teilnahmen als Spielerin der Football Ferns

  • Bruder Graeme als Spielort-Geschäftsführer im Wellington-Regionalstadion im Einsatz

  • "Bei Frauenfussball im TV schalten die Menschen ein."

Zwei der grössten Fans des neuseeländischen Frauenfussballs sind überrascht, wie sehr die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023™ die Herzen der Menschen in den beiden gastgebenden Ländern erobert hat. Wendi Henderson lief 1991 bei der ersten FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ für die Football Ferns auf und dann nochmals bei der Endrunde 2007, und auch ihr Bruder Graeme Davidson kam bereits in jungen Jahren mit dem Frauenfussball in Kontakt. Derzeit arbeitet er als Spielort-Geschäftsführer im Wellington-Regionalstadion, in dem insgesamt neun WM-Spiele stattfinden. "Eine meiner ersten Erinnerungen sind die Spiele meiner Schwester im Hutt Valley Park, zu denen mich meine Eltern sonntagmorgens schleppten", lacht Davidson, der mit den Football Ferns der 1980er-Jahre aufwuchs. "Ich hatte fast keine andere Wahl."

FIFA Women's World Cup China 2007

"Es war, als hätte ich 15 grosse Schwestern. Sie umsorgten mich, wenn meine Mutter und meine Schwester auf Fussballreisen waren, während ich an der Seitenlinie auf ihre Hunde aufpasste." "Die Nationalspielerinnen von 1991 waren meine Idole, und als Teenager verfolgte ich den Fussball der Frauen viel intensiver als jenen der Männer. Ich könnte wohl heute noch die Startelf der Auswahl von 1991 aufzählen", erzählt Davidson, der aus einer echten Fussballerfamilie stammt, liefen beide Elternteile doch für Neuseeland auf. Seine sieben Jahre ältere Schwester Wendi Henderson spielte unglaubliche 20 Jahre (1987–2007) für die Football Ferns und nahm an der allerersten FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ teil. Für sie war es sehr emotional gewesen, 2023 den ersten Sieg Neuseelands bei einer WM-Endrunde zu erleben und zu sehen, wie der Frauenfussball das Land im Sturm eroberte.

New Zealand at the 2007 FIFA Women's World Cup. Emily McColl, Maia Jackman, Torfrau Jenny Bindon, Abby Erceg, Wendi Henderson, Alexandra Riley; vorn: Emma Humphries, Hayley Moorwood, Rebecca Smith, Ria Percival and Katie Hoyle

"Manchmal mutet es fast ein bisschen surreal an. 1991 hätten wir nie gedacht, dass die WM eines Tages bei uns zu Hause stattfinden würde und 42.000 Menschen für ein Frauenfussballspiel in den Eden Park pilgern würden", so Henderson, die 2019 als Assistenztrainerin ein drittes Mal an einer WM teilnahm. Die 64-fache Nationalspielerin freut sich über das enorme Wachstum des Frauenfussballs. "Es ist toll, dass immer mehr Länder in den Frauenfussball investieren, und sich dies auszahlt." Davidson hatte bereits zuvor im Wellington-Regionalstadion gearbeitet, als Cateringmanager beim A-League-Klub Wellington Phoenix. Als Australien und Aotearoa Neuseeland zu den Ausrichtern bestimmt wurden, war für ihn klar, dass er bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ dabei sein wollte.

FIFA Secretary-General New Zealand Visit

"Ich wollte dabei sein, wenn Geschichte geschrieben wird, und dafür sorgen, dass diese Spielerinnen optimale Bedingungen zum Fussballspielen vorfinden“, erklärt Davidson. Beeindruckend sind für ihn die Fanmassen, die die Spiele in Wellington/Te Whanganui-a-Tara besuchen . "Ich dachte, dass die Anfangseuphorie zunehmend abflauen würde. Stattdessen sind die Zuschauerzahlen hoch geblieben – mit bisher insgesamt 200.000 Fans in unserer Hauptstadt, was phänomenal ist." Henderson freut sich auch darüber, dass das Turnier selbst Menschen in seinen Bann zieht, die sonst keinen Frauenfussball schauen.

Japan v Norway: Round of 16 - FIFA Women's World Cup Australia & New Zealand 2023

"Ein perfektes Beispiel dafür ist der Handwerker, der diese Woche bei mir zu Hause ein paar Arbeiten ausführte. Er erzählte mir, dass er nie Frauensport schaue, am Abend zuvor aber ein WM-Spiel gesehen habe und begeistert gewesen sei. Er habe das Spiel nur geschaut, weil es im Fernsehen gelaufen sei. Es ist wie mit dem Huhn und dem Ei. Wenn kein Frauenfussball gezeigt wird, schaut auch niemand zu. Wenn er aber im TV läuft, schalten die Menschen ein." Die Football-Ferns-Legende hofft, dass der Fussball die Euphoriewelle im Land nutzen wird, da Tausende Mädchen und Jungen selbst spielen wollen. "Da die reguläre Fussballsaison hier fast vorbei ist, dürfte es nicht einfach sein, die Begeisterung bei den Kindern am Leben zu erhalten. Deshalb müssen wir diese riesige und einmalige Chance für den Fussball in Aotearoa Neuseeland packen.“