FIFA
Freitag 03 Juli 2026, 22:00

Alphonso Davies überrascht in Kanada einen Vater und dessen Tochter mit der „Heimliche Stars“-Auszeichnung

  • FIFA lädt die Freiwilligen Christina und Andy Basi zum Training des kanadischen Nationalteams ein

  • Christina und Andy in Vancouver als „Unsung Heroes der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™“ ausgezeichnet

  • Christinas Lieblingsspieler, Alphonso Davies, überreichte den beiden Nachbildungen des WM-Pokals

Vor jeder Partie der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Flaggen, die Banner und die Beschilderung, wenn die Akteure das Spielfeld betreten. Doch hinter jeder Zeremonie vor Spielbeginn steht ein Team von Freiwilligen, das dafür sorgt, dass alles perfekt läuft, wenn die Fans einschalten.

Sie sind das Herzstück jedes FIFA-Turniers. Auch im kanadischen Vancouver helfen rund 2 500 engagierte Freiwillige dem Weltverband dabei, bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ das grösste Spektakel überhaupt auf die Beine zu stellen.

Um ihren tollen Beitrag in Vancouver zu würdigen, haben sich die FIFA und Canada Soccer zusammengetan, um einen ganz besonderen Moment zu schaffen: eine Ehrung für Andy und Christina Basi, deren Geschichte wirklich inspirierend ist.

Vor 25 Jahren erlitt die damals 16-jährige Christina eine Hirnverletzung, die zu einer Lähmung der linken Körperhälfte führte. Dank ihrer beeindruckenden Willenskraft gelang es ihr, wieder laufen zu lernen und die Funktion ihres linken Arms und ihrer linken Hand wiederzuerlangen – doch eine zweite Hirnblutung warf sie wieder zurück.

Nach zahlreichen Operationen und jahrelanger Reha lernte Christina erneut das Laufen. Auch wenn ihr linker Arm immer noch etwas langsamer reagiert, verfolgt sie weiterhin ihre Träume und wird dabei von ihrem Vater Andy unterstützt.

Nach dem Training im National Soccer Development Centre am Mittwoch, dem 24. Juni, traf sich der gesamte kanadische Kader mit den beiden, die als „Unsung Heroes der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™“ in Vancouver ausgezeichnet wurden. Als Geschenk erhielten sie Nachbildungen des WM-Pokals von Christinas Lieblingsspieler Alphonso Davies, dem Linksverteidiger des FC Bayern München, der bereits 59 Länderspiele bestritten hat.

Canada Training And Press Conference - FIFA World Cup 2026

„Schon als ich sie zum ersten Mal traf und mit ihnen sprechen konnte, war mir sofort klar, wie inspirierend Christinas Geschichte ist und wie ermutigend ihr Vater Andy war. Einfach eine wunderschöne Story“, so Genie Sithamparanathan, stellvertretende Leiterin des Freiwilligenteams am Spielort.

„Christina und Andy sind immer die Ersten, die da sind. Sie haben stets ein Lächeln im Gesicht, egal wie früh oder spät es ist, und ihre Einstellung lautet einfach: ‚Packen wir es an und bringen wir es hinter uns.‘“

Christina und Andy Basi erhielten zudem eine besondere Anerkennung durch den FIFA-Vizepräsidenten und CONCACAF-Präsidenten Victor Montagliani sowie den Turnierleiter der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ (Kanada), Peter Montopoli.

Switzerland v Canada: Group B - FIFA World Cup 2026

Montagliani und Montopoli besuchten die Partie zwischen Neuseeland und Belgien in Vancouver und hielten eine Ansprache vor rund 200 Freiwilligen, die bei der Zeremonie vor dem Spiel im Einsatz waren, bevor sie Christina und Andy vor deren wichtigen Aufgaben am Spieltag trafen.

Die ehrenamtliche Arbeit war für die beiden eine Möglichkeit, dem Fussball verbunden zu bleiben, nachdem Christina selbst nicht mehr spielen konnte.

„Ich war sieben Jahre lang im Fussball aktiv, doch nach meiner Hirnverletzung fing ich an, ehrenamtlich zu arbeiten, damit ich auf irgendeine Weise weiterhin Teil dieses Sports sein konnte“, erklärte Christina. „Seit vielen Jahren engagiere ich mich nun schon als Freiwillige, und es gibt mir einfach ein Gefühl der Zugehörigkeit.“

Canada Training And Press Conference - FIFA World Cup 2026

Die ehrenamtliche Arbeit beim lokalen MLS-Klub Vancouver Whitecaps war für die beiden der Einstieg, der letztendlich zum Freiwilligendienst bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kanada 2007™ und zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ führte.

„Es ist eine unglaubliche Erfahrung und es macht mich einfach glücklich, Teil des Spiels sein zu können. Freiwilligenarbeit ist wirklich toll, und ich freue mich, dass ich trotz meiner Behinderung dabei sein darf“, fügte sie hinzu.

Die Verleihung der „Heimliche Stars“-Auszeichnungen blieb eine Überraschung – weder Christina noch Andy ahnten, dass sie Davies und Co. treffen würden.

„Ein riesiges Dankeschön an die FIFA. Ich war total überrascht. Das ist einfach überwältigend, und ich bin sehr, sehr dankbar für diese Erfahrung und dafür, wie sich alle während dieser ganzen Zeit als Freiwillige verhalten haben. Es war wirklich fantastisch“, sagte Christina.

„Dass ich diese Auszeichnung zusammen mit meinem Vater bekomme, macht die ganze Sache einfach noch schöner, denn er war es, der mich als Kind zum Fussball brachte, und er selbst spielt immer noch. Dass wir uns also gemeinsam ehrenamtlich engagieren können und beide Teil dieses unglaublichen, einmaligen Erlebnisses sind, ist wirklich grossartig.“

Zwar überreichte Davies die Trophäen, doch die ganze Mannschaft war da, um die Familie Basi zu feiern, und Cheftrainer Jesse Marsch nahm sich die Zeit, ein paar persönliche Worte mit Christina und Andy zu wechseln.

Switzerland v Canada: Group B - FIFA World Cup 2026

„Sie wollten uns für unseren ehrenamtlichen Einsatz danken. Natürlich stehen die Spieler im Mittelpunkt, aber es wird oft vergessen, dass hinter den Kulissen so viele Menschen arbeiten“, betonte Andy. „Die Freiwilligen sind also gewissermassen ein Teil des Fussballs, und dass sie uns gewürdigt haben, war einfach fantastisch.“

Andy wusste gar nicht, dass auch er ausgezeichnet werden würde – er dachte, die Zeremonie wäre nur für Christina.

„Ich fühle mich total geehrt und bin überrascht, weil ich wirklich glaubte, es ginge nur um Christina. Wir sind ein Team, denn ich begleite sie meistens, um ihr zu helfen – vor allem in den Menschenmengen, damit sie nicht angerempelt wird –, und ich bin einfach überwältigt, dass die FIFA auch mich als heimlichen Star betrachtet“, sagte er.

„Fussball ist etwas, das Leute aus aller Welt zusammenbringt, aber dazu gehören auch Menschen, die Behinderungen und körperliche Einschränkungen haben. Denn wir alle können in diesem Team eine Rolle spielen.“