Spanien nach Sieg gegen Tschechien im Finale der Leistungsstufe A in der Kristallhalle in Baku erster Gewinner der FIFA U-15-Weltmeisterschaft & -Festival™
Insgesamt 189 Teams, 932 Spiele und 4505 Tore in Baku (Aserbaidschan)
Sonderauszeichnungen für Amerikanisch-Samoa, Ägypten und Eswatini nach Wahl durch die Spieler
Die erste FIFA U-15-Weltmeisterschaft & -Festival™ ging am Freitag, 30. Oktober, zu Ende, als Spanien sich in einem spektakulären Spiel in der Kristallhalle in Aserbaidschans Hauptstadt Baku mit 3:0 gegen Tschechien durchsetzte. Die fantastische Mehrzweckarena bot eine angemessene Kulisse für den krönenden Moment des neusten Jugendfussball-Events der FIFA.
Vom 24. bis zum 30. Oktober traten in Baku 189 Nationalteams in einem innovativen Acht-gegen-Acht-Format gegeneinander an. Insgesamt 932 Partien wurden im eigens errichteten Hövsan-Sportkomplex und in der Kristallhalle von Baku ausgetragen. Dabei fielen 4505 Tore, im Schnitt 4,83 pro Spiel. In der torreichsten Begegnung wurden sage und schreibe 21 Treffer erzielt. 78 der teilnehmenden Nationalteams waren erstmals bei einem FIFA-Turnier dabei – ein Beleg dafür, dass die Mission des Turniers, jungen Spielern aus aller Welt auf der Weltbühne eine Chance zu geben, erfüllt wurde.
Fast 3000 Nachwuchsspieler reisten nach Aserbaidschan, wobei 3780 Spieler und Mitarbeiter im Athletendorf untergebracht waren. Der globale Charakter des Turniers wurde auch durch die unterschiedlichen Anreisen deutlich. Die kürzeste, von Tiflis (Georgien), dauerte gerade einmal eine Stunde und zehn Minuten, während die längste, von Nuku’alofa (Tonga), sich über 24 Stunden erstreckte.
Das Format bot Chancen für Teams jeder Grössenordnung. Alle 189 Teams erzielten mindestens ein Tor, 187 Teams gewannen mindestens ein Spiel und Teams aus allen sechs Konföderationen konnten Siege verbuchen. Insgesamt 12 Teams zogen in die Endspiele der einzelnen Leistungsstufen ein. Auch der langfristige Einsatz der FIFA für die Spielerförderung kam beim Turnier zum Tragen, denn 554 Spieler kamen aus den 52 vertretenen FIFA-Talentakademien.
Am letzten Tag feierten die spanischen Spieler zwar den Gesamttitel, gespielt wurde jedoch auf vielen Plätzen, denn das Format sorgte dafür, dass alle bis zum Schluss dabei sein konnten.
Sambia gewann das Finale der Leistungsstufe B, Belarus setzte sich in Leistungsstufe C durch, Tadschikistan triumphierte in Leistungsstufe D, die Zentralafrikanische Republik feierte den Sieg in Leistungsstufe E und Neuseeland war Spitzenreiter der Leistungsstufe F.
„Die tolle Zeit, die ich mit den jungen Teilnehmern verbracht habe, hat mich noch einmal daran erinnert, warum die FIFA verschiedene Nationen auf einer Plattform zusammenbringt“, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino.
„Beim Fussball geht es nicht nur um Ergebnisse, sondern auch um lächelnde Gesichter, Zusammenhalt und Freundschaften. Das war alles unglaublich emotional, und alle haben sich darüber gefreut, bei dieser besonderen Veranstaltung dabei zu sein. Wir freuen uns schon darauf, der globalen Fussballgemeinschaft noch mehr Chancen zu geben, ihre Talente und Kulturen zu präsentieren.“
Arsène Wenger, FIFA-Direktor für globale Fussballförderung, erklärte, die Reaktion auf das neue Format habe die Erwartungen übertroffen. „Im Grossen und Ganzen sind alle begeistert davon, es war also ein Riesenerfolg“, erklärte er. „Selbst die Unterschiede zwischen grossen und kleineren Ländern waren nicht so gross wie erwartet.“ Wenger weiter: „Die geringere Anzahl der Spieler hat sicher einen Beitrag dazu geleistet, aber gleichzeitig war die Intensität bei jedem einzelnen Spiel des Turniers hoch.
Dieses Schema erfordert weniger Geduld als ein Elf-gegen-Elf, denn nach einem Ballgewinn kann es direkt gefährlich werden. So bleiben die Fans gebannt und haben Spass am Spiel.“
Der erste Weltmeister
Spanien und Tschechien zogen nach starken Auftritten ins Finale ein. Im Halbfinale hatten sich die Spanier mit 6:2 gegen Griechenland durchgesetzt, die Tschechen mit 2:0 gegen Paraguay.
„Wenn man heute ein Turnier organisiert, muss man sich mittlerweile fragen, wer wohl im Finale gegen die Spanier antreten wird“, sagte Wenger. „Sie machen also bei der Förderung ihrer Spieler eindeutig etwas richtig. Das haben wir auch heute wieder gesehen.“ Doch auch für die Tschechen fand er lobende Worte: „Sie waren auch sehr gut. Der spanische Torwart hat ein hervorragendes Spiel gemacht“, fügte er hinzu. „Insgesamt wusste Spanien aber mit der altbekannten technischen Kreativität zu überzeugen.“
Der spanische Trainer David Gordo freute sich sehr über den 3:0-Sieg. „Ich bin wirklich glücklich und zufrieden, weil wir das geschafft haben, was wir uns vorgenommen hatten, und weil ich diesen Spielern helfen konnte, etwas Schönes zu erreichen, an das sie ihr Leben lang zurückdenken werden“, sagte er.
„In den spanischen Jugendkategorien leisten alle Trainer hervorragende Arbeit, und die Spieler sind schon bei ihrem Eintritt ins Nationalteam auf einem hohen Niveau.“
Kapitän Iván Castellanos erklärte, er könne den Titelgewinn noch immer nicht ganz fassen. „Damit geht ein Traum in Erfüllung. Vor einem Monat hätte ich nie gedacht, dass ich heute hier stehen würde“, erklärte er. „Der Zusammenhalt in unserem Team ist wirklich gross. Jeder hat alles gegeben ... Ich kann noch immer nicht ganz glauben, dass wir Weltmeister sind.“
Der Trainer und sein Kapitän widmeten den Titel beide den Opfern des jüngsten Zugunglücks in Spanien. „Mit grosser Trauer im Herzen möchte ich den Titel ausserdem den Opfern des Zugunglücks vor zwei Tagen widmen“, so Gordo.
„Für ihre Familien ist das natürlich kein Trost, aber ich möchte sie wissen lassen, dass wir immer an sie gedacht haben und dass wir ihnen aus Baku unsere ganze Zuneigung und Unterstützung senden.“
Castellanos fügte hinzu: „Dieser Titel ist für Spanien, das spanische Volk und vor allem für diejenigen, die ums Leben gekommen sind – und für ihre Familien.“
Das Turnier hat jetzt seinen ersten Weltmeister, und die Organisatoren richten den Blick bereits nach vorn. „Jeder liebt das Turnier und würde es am liebsten sofort wiederholen“, meinte Wenger.
Gordo kann dem nur zustimmen: „Ich finde, die FIFA sollte dieses Format und dieses Turnier unterstützen, denn solche Erfahrungen mit Spielern aus aller Welt sind einzigartig.“
Für Spanien, den ersten Gewinner der U-15-WM, wird das Turnier ein historischer Erfolg bleiben. Doch auch für alle anderen Teilnehmer bleibt ein Vermächtnis, bestehend aus neuen Freundschaften, unvergesslichen Augenblicken und dem Bewusstsein, dass die grösste Stärke des Fussballs darin liegt, junge Menschen zusammenzubringen.