Freitag 01 Mai 2026, 01:00

FIFA-Präsident hat im Kampf gegen Rassismus „echte und bedeutende Fortschritte“ erzielt

  • FIFA-Legenden und Mitglieder des Spielerausschusses gegen Diskriminierung beim 76. FIFA-Kongress gemeinsam mit FIFA-Präsident Gianni Infantino auf der Bühne

  • George Weah, Ehrenkapitän und Vorsitzender des Spielerausschusses, will Bewegung vorantreiben

  • Mikaël Silvestre, ehemaliger französischer Nationalverteidiger: Bildung entscheidend im Kampf gegen Rassismus

Zwei Jahre, nachdem der FIFA-Kongress eine historische globale Motion gegen Rassismus präsentiert hat, erklärte FIFA-Präsident Gianni Infantino vor den versammelten Vertretern der 211 FIFA-Mitgliedsverbände (MV), dass beim Ausmerzen dieses Übels im Sport „echte und bedeutende“ Fortschritte erzielt worden seien.

Beim 74. FIFA-Kongress, der 2024 in Bangkok (Thailand) stattfand, hatten sich die Delegierten spontan von ihren Sitzen erhoben und applaudiert, nachdem Infantino leidenschaftlich zu einer geeinten Front aufgerufen hatte und fünf FIFA-Legenden die Grundsätze dargelegt hatten, mit deren Hilfe die FIFA den Rassismus im Fussball ausmerzen will.

Rückblickend erklärte Infantino vor dem 76. FIFA-Kongress in Vancouver (Kanada): „Das war nicht nur ein Moment, sondern ein Versprechen. Es war das Versprechen, dass Rassismus keinen Platz in unserem Sport und in unseren Gesellschaften hat. Auch wenn zwei Jahre später Herausforderungen bleiben, können wir mit voller Überzeugung sagen, dass wir echte und bedeutende Fortschritte erzielt haben. Wir haben weltweit im Fussball konkrete Massnahmen umgesetzt.“

In einer Videobotschaft an den Kongress beschrieb Fussballlegende George Weah, Ehrenkapitän des Spielerausschuss gegen Diskriminierung, Rassismus als eine Krankheit.

„Diese Bewegung muss weltweit noch stärker in der Gemeinschaft verankert werden und das Bewusstsein für die negativen Auswirkungen von Rassendiskriminierung schärfen“, so der ehemalige liberianische Nationalspieler, der von 2018 bis 2024 zudem sechs Jahre lang Staatspräsident der Republik Liberia war. „Rassismus ist eine Krankheit, die wir auf und neben dem Platz nicht zulassen dürfen. Wir müssen Lösungen finden, denn die Menschheit ist beim Ausmerzen dieses Übels auf uns alle angewiesen.“

Der FIFA-Kongress wandte sich erneut entschieden gegen Rassismus im Fussball. Um dies zu untermauern, gesellten sich Mitglieder des Spielerausschusses gegen Diskriminierung zu Infantino auf die Bühne, nämlich Iván Córdoba, Khalilou Fadiga, Formiga, Maia Jackman, Aya Miyama und Mikaël Silvestre, und auch einige FIFA-Legenden.

„Im Namen der Spieler möchte ich mich herzlich bei allen Mitgliedsverbänden für ihr Engagement gegen Rassismus und alle Formen der Diskriminierung bedanken. Ihre Arbeit wird wahrgenommen und sehr geschätzt“, erklärte Mikaël Silvestre. „Tatsächlich wird es noch länger dauern und mehr gemeinsames Engagement erfordern, alle Vergehen und jegliches beleidigendes Verhalten auszumerzen. Durch Bildung können und werden wir unser Ziel erreichen. Bildung und nochmals Bildung ist der entscheidende Faktor. Gemeinsam haben wir Verantwortung dafür und auch die grosse Chance, dieses Unterfangen voranzutreiben.“

76th FIFA Congress - Plenary Session

Die FIFA hat zahlreiche wichtige Massnahmen zur Stärkung des Kampfs gegen Rassismus ergriffen, darunter auch eine Änderung des FIFA-Disziplinarreglements. Weitere Beispiele sind die bei allen FIFA-Turnieren eingeführte Geste gegen Rassismus, der FIFA-Dienst zum Schutz vor Anfeindungen in den sozialen Medien, mit dem schon mehr als 12 000 Personen und 570 Teams geschützt wurden, Bildungsressourcen, die im Rahmen der laufenden Kampagne gegen Rassismus lanciert wurden, sowie die vielbeachteten Auftritte des Spielerausschusses gegen Diskriminierung, in dem alle sechs Konföderationen vertreten sind.

Darüber hinaus hat der FIFA-Rat bei seiner Sitzung am 28. April 2026 eine Änderung der Spielregeln verabschiedet. Spieler, die ihren Mund bedecken, um diskriminierendes Verhalten zu verbergen, können nun mit einer roten Karte bestraft werden. Diese Änderung wird bei allen FIFA-Wettbewerben zum Tragen kommen, beginnend mit der anstehenden FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™.