Darren Bazeley vor historischer Turnierserie als Cheftrainer im Männerfussball
In der Vergangenheit bereits Trainer bei FIFA U-17-Weltmeisterschaft™, FIFA U-20-Weltmeisterschaft™ und Olympischem Fussballturnier der Männer
2026 bei Neuseelands dritter Teilnahme an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ am Ruder des A-Nationalteams
Darren Bazeley war während seiner Spielerkarriere vor allem in den unteren Ligen seines Heimatlandes England aktiv. Als er die Reise nach Neuseeland antrat, um dort seine Laufbahn fortzusetzen, ahnte er nicht, dass er sich auf den Weg zu einem einzigartigen FIFA-Rekord machen würde.
Der ehemalige englische U-21-Nationalspieler hatte mehr als 450 Einsätze für den FC Watford, die Wolverhampton Wanderers und Walsall auf dem Buckel, als er einen Vertrag bei den neu gegründeten New Zealand Knights unterschrieb, mit denen er an der ersten Saison der australischen A-League teilnehmen würde.
Der Entschluss des 33-Jährigen, sich noch einmal auf ein Abenteuer im Ausland einzulassen, war nichts Ungewöhnliches, denn diesen Weg schlagen viele Akteure gegen Ende ihrer aktiven Karriere ein. Was danach geschah, ist jedoch eine weltweit einzigartige Geschichte.
Wenn das neuseeländische Nationalteam am 15. Juni 2026 im Los-Angeles-Stadion einläuft, avanciert Bazeley nämlich zum ersten Trainer aller Zeiten, der bei der folgenden beeindruckenden Serie von FIFA-Männerturnieren auf der Trainerbank sass: FIFA U-17-Weltmeisterschaft™, FIFA U-20-Weltmeisterschaft™, Olympisches Fussballturnier der Männer und FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™.
Von 1930 bis 2026 gab es 1 282 Trainer, die bei einem oder mehreren dieser Turniere im Amt waren. Francesco Rocca (Italien), Gao Fengwen (VR China) und Carlos Pachame (Argentinien) sassen sogar bei allen drei Junioren-Wettbewerben auf dem Chefsessel. Bazeley wird jedoch der erste sein, der alle vier Männerturniere der FIFA für sich verbuchen kann – womit dem aus Northampton stammenden Übungsleiter eine besondere Ehre zuteilwird.
„Als ich von dem Rekord erfuhr, fand ich das ziemlich cool und war überrascht, dass das vor mir noch niemand geschafft hatte“, so Bazeley. „Es hat mir wirklich Spass gemacht, die U-17 zu trainieren. Später durfte ich die U-20 übernehmen, die Olympiaauswahl und dann bekam ich diesen Job hier – und jetzt sind wir bei der WM dabei. I then got this role and now we're going to the FIFA World Cup. Es war ein tolles Erlebnis, bei all diesen Weltmeisterschaften und bei Olympia dabei zu sein.“
Der Neuseeländer Darren Bazeley steht kurz davor, eine einzigartige Premiere bei einer FIFA-WM zu erzielen
Insgesamt wird die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ Bazeleys sechstes FIFA-Turnier als Cheftrainer sein, nachdem er als Spieler mit Waitakere United bereits bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2007™ dabei gewesen war.
2015 schrieb er neuseeländische Fussballgeschichte, als er mit dem U-20-Team des Landes zum ersten Mal ein Spiel bei einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft™ gewann. Der 5:1-Sieg gegen Myanmar sicherte Neuseeland den Einzug in die K.-o.-Runde. Nach einem weiteren beeindruckenden Auftritt im Achtelfinale mussten sich die Neuseeländer jedoch knapp mit 1:2 gegen Portugal geschlagen geben.
Das war Bazeleys erste Teilnahme an der K.-o.-Phase der FIFA U-20-Weltmeisterschaft™ – 2017 und 2023 sollten weitere folgen. Bazeley verhalf dem Inselstaat im Südpazifik auch zum zweiten Sieg in dessen Olympiageschichte, als sich seine U-23-Auswahl beim Olympischen Fussballturnier der Männer 2024 in Paris mit 2:1 gegen Guinea durchsetzte.
Nachdem er zum Cheftrainer des A-Nationalteams ernannt worden war, begann er sofort, es nach seinen Vorstellungen zu formen. Mit beherztem Ballbesitzfussball stellten sich in den letzten beiden Jahren auch die Erfolge ein.
Auf einen vielversprechenden Auftritt in der FIFA Series 2024™ folgte der Gewinn des OFC-Nationen-Pokals im gleichen Jahr. Ungeschlagen sicherte sich Neuseeland zum sechsten Mal die Trophäe in diesem Wettbewerb.
Die Krönung war jedoch die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ mit nur einem einzigen Gegentor. Da Ozeanien aufgrund des erweiterten Turniers mit 48 Teams zum ersten Mal einen direkten Qualifikationsplatz zugesprochen bekam, reichte der 3:0-Sieg der All Whites im spannenden Qualifikationsfinale gegen Neukaledonien aus, um nach 16 Jahren zum ersten Mal wieder bei der Endrunde dabei zu sein.
„Jeder träumt davon, bei einer FIFA-WM zu spielen. Diese Chance hatte ich leider nie. Das ist die grösste Sportveranstaltung der Welt, und ich habe seit meinem fünften Lebensjahr jede WM verfolgt“, so Bazeley weiter.
„Ob ich es je für möglich gehalten hätte, Trainer bei einer Endrunde zu sein? Wahrscheinlich nicht. Ich habe in Neuseeland unterschiedliche Altersgruppen trainiert und mit den Juniorenteams an vielen Weltmeisterschaften teilgenommen, aber das hier wird eine ganz andere Hausnummer. Ich freue mich schon sehr darauf.“
Dank Bazeleys tiefer Verwurzelung im neuseeländischen Jugendfussball liess sich der Erfolg des A-Nationalteams beschleunigen, denn die Spieler wussten schon vor dem Trainingslager, welche Spielweise und Mentalität von ihnen erwartet werden würden. Insgesamt 14 Mitglieder des neuseeländischen Kaders für die FIFA Series 2026™ haben bereits in Juniorenteams unter Bazeley gespielt. Doch auch andere Akteure aus diesen Mannschaften können sich noch für das endgültige WM-Team empfehlen.
Jeder träumt davon, bei einer FIFA-WM zu spielen. Diese Chance hatte ich leider nie. Das ist die grösste Sportveranstaltung der Welt, und ich habe seit meinem fünften Lebensjahr jede WM verfolgt.
„Es ist wirklich hilfreich, dass ich mit vielen dieser Spieler schon vorher gearbeitet habe. Ich habe das Glück, dass ich wahrscheinlich alle irgendwann in den letzten zehn Jahren mal trainiert habe – in der U-17, U-20 oder der Olympiaauswahl“, meint Bazeley.
„Einige unserer Akteure sind zusammen zur Schule gegangen, zusammen aufgewachsen, haben gemeinsam im Verein und in der U-17, U-20 und der Olympiaauswahl gespielt. Dadurch haben sie starke Beziehungen untereinander und auch zu den Betreuern aufgebaut. Dieser Zusammenhalt ist bei Partien gegen Spitzenteams ein echter Pluspunkt für uns.“
Der interessante Kader der All Whites verfügt über starke Wurzeln in der Kultur der Māori und der Pazifikinseln und Verbindungen in die ganze Welt. Die Spieler sind überall aktiv, vom bevölkerungsreichsten Land (Indien – Sarpreet Singh) bis zu den bevölkerungsärmsten Nationen der Erde (Cook-Inseln – Max Crocombe; Samoa – Marko Stamenić, Michael Boxall, Bill Tuiloma). Dadurch dürften die Neuseeländer sowohl bei den Fans im Stadion als auch bei den Zuschauern zu Hause grosse Sympathien wecken.
„Neuseeland ist ein multikulturelles Land, das durch seine enorme Vielfalt besticht“, fährt Bazeley fort. „Jeder hier fühlt sich als ‚Kiwi‘. Genau wie ich haben viele Menschen Vorfahren, die aus verschiedenen Teilen der Welt stammen und bis zu zwei oder drei Generationen zurückreichen. Das Schönste daran ist, dass alle zusammenhalten, wenn es darum geht, Neuseeland anzufeuern und in die Kultur des Landes einzutauchen.“
„Wir sind stolz auf unseren Umgang miteinander und bauen sehr darauf. Genau das macht uns so stark. Mir geht es dabei wie allen anderen – egal, wie lange man nun schon in Neuseeland lebt – wenn es darauf ankommt, sind wir alle ‚Kiwis‘.“
Neuseeland gab 1982 in Spanien sein WM-Debüt, während der ungeschlagene Auftritt der All Whites bei der WM 2010 in Südafrika mittlerweile zur neuseeländischen Fussballgeschichte gehört.
Im Vorfeld der WM 2026 ist Neuseeland Gastgeber einiger Gruppenspiele der FIFA Series und tritt dabei gegen Finnland und Chile an.
„Wir betrachten diese Partien nicht als Freundschaftsspiele. Diese Begegnungen geben uns die Möglichkeit, gegen ein europäisches und ein südamerikanisches Team anzutreten“, betont Bazeley. „Finnland und Chile sind zwar nicht für die WM qualifiziert, aber sie haben gute Teams mit guten Spielern. So können wir gegen diese Mannschaften, die in der Rangliste über uns stehen, Heimspiele vor unserem Publikum bestreiten.“
Bei der WM in Nordamerika wird Neuseeland seine Gruppenspiele in Los Angeles (Kalifornien) und Vancouver (British Columbia) bestreiten. Die Kiwis treffen zunächst am Montag, 15. Juni in Kalifornien auf die IR Iran, bevor es dann am Sonntag, 21. Juni bzw. Freitag, 26. Juni in British Columbia gegen Ägypten und Belgien geht.