Es sei wichtig „den Respekt vor dem Spiel zu bewahren“, sagt FIFA-Präsident Gianni Infantino
Vorschläge für Massnahmen gegen diskriminierendes Verhalten werden bis 30. April 2026 vorgelegt
Die Massnahmen sollen eingeführt werden, bevor die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ am 11. Juni angepfiffen wird, um „höchstrespektvolles Verhalten aller Beteiligten auf und neben dem Platz“ zu gewährleisten
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Entscheidung des International Football Association Board (IFAB), vor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ zu prüfen, wie Spielerverhalten und Respekt gegenüber den Spieloffiziellen verbessert werden kann, begrüsst.
Bei seiner 140. Jahreshauptversammlung in Hensol, Waleshat das IFAB beschlossen, einen Beratungsprozess zur Entwicklung von Massnahmen in zwei Bereichen durchzuführen: wenn Spieler einseitig beschliessen den Platz aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung zu verlassen bzw. wenn Mannschaftsoffizielle zu derartigem Verhalten auffordern und wenn Spieler sich während des Spiels, wenn sie mit Gegenspielern interagieren, die Hand vor den Mund halten. Nach dem Beratungsprozess werden bis zum 30. April 2026, früh genug vor dem Eröffnungsspiel der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ am 11. Juni 2026, Vorschläge vorgelegt.
„Wie wir bereits besprochen haben finde ich es wichtig den Respekt vor dem Spiel zu bewahren“, sagte der FIFA-Präsident. „Respekt vor dem Fussball, vor den Spieloffiziellen und den Schiedsrichtern und Respekt vor den Zuschauern. In dieser Hinsicht ist das Verhalten der Spieler und Trainer von grundlegender Wichtigkeit. Sie sind Vorbilder für Kinder und Menschen in aller Welt und sollten dementsprechend respektvolles Verhalten an den Tag legen. Aus diesem Grund werden wir etwa bei Rassismus- und Diskriminierungsvorfällen nicht mehr zulassen, dass sich Spieler die Hand vor den Mund halten, wenn sie mit einem Gegenspieler sprechen.
„Wir werden auch nicht zulassen, dass Spieler oder Trainer das Feld verlassen, weil sie mit einer Entscheidung des Schiedsrichters nicht einverstanden sind. Das darf nicht passieren. Der Schiedsrichter ist zu respektieren. Schiedsrichterentscheidungen müssen immer, von Spielern und Trainern, respektiert werden. Dafür werden bis zum 30. April Vorschläge vorgelegt, damit wir noch vor der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ Entscheidungen fällen können. Damit werden wir bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ ein grossartiges Turnier sehen, bei dem sich alle Beteiligten auf und neben dem Platz so respektvoll wie möglich verhalten.“
Die Versammlung knüpfte ebenfalls an Massnahmen aus den letzten zwölf Monaten an, die das Spiel beschleunigen und Zeitverschwendung reduzieren sollen. Die Spielregeländerung, mit der ein Countdown eingeführt wurde, damit Torhüter den Ball nicht zu lange in der Hand halten, wurde auf Einwürfe und Abstösse ausgeweitet. Schiedsrichter können nun bei einem verzögerten Einwurf diesen dem gegnerischen Team zusprechen oder einen verzögerten Abstoss zu einer Ecke für das gegnerische Team erklären.
Ausgewechselte Spieler müssen nun innerhalb von zehn Sekunden nach Bekanntgabe des Wechsels den Platz verlassen – andernfalls darf der Einwechselspieler das Spielfeld erst nach Ablauf von einer Minute Spielzeit bei der ersten Spielunterbrechung betreten. Bei Untersuchung oder Behandlung eines verletzten Spielers auf dem Platz muss dieser das Spielfeld für eine Minute verlassen.
Auch die Protokolle des Video Assistant Referee (VAR) wurden angepasst. Der VAR darf Schiedsrichter ab jetzt in folgenden Fällen unterstützen: bei roten Karten aufgrund einer eindeutig falsch vergebenen zweiten gelben Karte; bei Verwechslungen, bei denen der Schiedsrichter die falsche Mannschaft für ein Vergehen bestraft und dies zur Vergabe einer roten oder gelben Karte an den falschen Spieler führt; und in bestimmten Wettbewerben, in denen der VAR bei eindeutig falsch vergebenen Ecken eingesetzt werden kann, sofern die Überprüfung sofort und ohne verzögerte Spielfortsetzung durchgeführt werden kann.
„Es war ein äusserst interessantes und wichtiges Treffen, bei dem viele Themen behandelt wurden. Wir haben uns entschlossen weiter dafür zu arbeiten das Spiel sauberer zu gestalten, das Matchtempo hochzuhalten und jegliche Beeinträchtigungen des Spiels zu vermeiden“, erklärte Pierluigi Collina, Vorsitzender der FIFA-Schiedsrichterkommission, im Bezug auf die Änderungen. Diese werden am 1. Juli 2026 in Kraft treten, können aber bereits vor diesem Datum auf einzelne Wettbewerbe angewandt werden.
„Diese Entscheidungen zielen darauf ab die Qualität des Fussballs weltweit zu verbessern. Dies war bereits in den letzten Jahren der Fall und daran werden wir weiterhin festhalten. Wir wollen das Spiel schützen, es unterhaltsamer und spannender machen und es meiner Meinung auch verbessern.“