Laut Gianni Infantino werde die geplante Tochtergesellschaft „FIFA Forward Enterprise“ den FIFA-Wettbewerben einen erheblichen kommerziellen Mehrwert verschaffen
Dies würde nicht nur die Entwicklung fördern, sondern auch zu mehr Spielfeldern, stärkeren Nationalteams, besseren Chancen für junge Spieler sowie weltweit zu höheren Investitionen im Frauenfussball führen
Für den FIFA-Präsidenten handle es sich bei dem Vorhaben um „eine Chance und nicht um eine Verpflichtung“
FIFA-Präsident Gianni Infantino bezeichnet die Gründung der geplanten Tochtergesellschaft „FIFA Forward Enterprise“ (FFE) als riesige Gelegenheit, die Entwicklung des Fussballs weltweit erheblich voranzutreiben.
Infantino betonte, dass sich das Projekt noch in der Konsultationsphase befinde und noch nichts entschieden sei. Dennoch würde es zu höheren Investitionen für Fussballplätze, stärkeren Nationalmannschaften und weltweit besseren Entwicklungsmöglichkeiten für junge Spielerinnen und Spieler führen.
Entsprechend ihrem Auftrag prüft die Führungsriege der FIFA die Möglichkeit, die kommerziellen Rechte des Weltverbandes – darunter Übertragungsrechte, Sponsoring, Lizenzvergabe, Ticketverkauf, Hospitality und neue Geschäftsfelder – durch die Gründung der FFE mit der operativen Durchführung von FIFA-Turnieren zu bündeln.
Im Falle einer Genehmigung würden die Mittel aus dem FIFA-Forward-Programm von acht Millionen US-Dollar pro Mitgliedsverband für den Zeitraum 2023–26 auf 20 Millionen US-Dollar für den Zeitraum 2027–2030 steigen. Dank der zusätzlichen Einnahmen, die die FFE voraussichtlich generieren wird, würde sich der Gesamtbetrag für alle 211 Mitgliedsverbände auf über vier Milliarden US-Dollar belaufen. Jeder Mitgliedsverband hätte zudem die Möglichkeit, über das FIFA-Fast-Forward-Programm weitere 20 Millionen US-Dollar in Anspruch zu nehmen, wodurch sich die potenzielle Gesamtfördersumme für den Zeitraum 2027–2030 auf 40 Millionen US-Dollar pro Mitgliedsverband belaufen würde.
„Die FFE würde alle FIFA-Wettbewerbe zusammen mit Sponsoring, Übertragungsrechten, Lizenzvergabe und neuen Geschäftsfeldern zum Wohle der 211 FIFA-Mitgliedsverbände vermarkten und organisieren und dabei für sie bisher ungenutzte kommerzielle Möglichkeiten erschliessen“, so Infantino bei der Präsentation des Vorhabens.
„Mehr Einnahmen für die Mitgliedsverbände bedeuten mehr Investitionen in bessere Spielfelder, stärkere Nationalteams und mehr Fördermöglichkeiten für junge Spielerinnen und Spieler auf der ganzen Welt.“
Der FIFA-Präsident betonte jedoch, dass das Vorhaben nur mit Zustimmung der Mitgliedsverbände umgesetzt werde. „Alles unterliegt einem demokratischen Entscheidungsverfahren. Es ist zunächst einmal eine Chance und keine Verpflichtung. Wie schon erwähnt, steht jetzt erst einmal der Konsultationsprozess an“, sagte er. „Nur wenn die Mehrheit unserer 211 Mitgliedsverbände und der FIFA-Rat dem zustimmen, würde diese hundertprozentige Tochtergesellschaft der FIFA entstehen, die die kommerziellen Aktivitäten und Veranstaltungen des Weltverbandes bündelt.“
Die Konsultationsphase für die FFE, die am Dienstag, dem 28. Juli 2026, begann, soll insgesamt sieben Wochen dauern. Präsident Infantino hat die 211 Mitgliedsverbände der FIFA dazu aufgerufen, während dieser Zeit Fragen und Anregungen einzureichen, bevor über die Umsetzung des Vorhabens demokratisch abgestimmt werden soll.
Die Einnahmen der FIFA sind unter der zehnjährigen Führung von Infantino exponentiell gestiegen, und im März 2026 verabschiedete der FIFA-Rat den Jahresbericht 2025 einstimmig, der unter anderem ein Rekordbudget von 14 Milliarden US-Dollar für den Zeitraum 2027–2030 vorsieht. Der FIFA-Präsident erklärte jedoch, dass noch weitaus mehr ungenutztes Potenzial vorhanden sei.
„Der immer höhere kommerzielle Wert des Fussballs kommt viel zu wenig den Bereichen des Sports zugute, die ihn am dringendsten benötigen. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, braucht es neben der Verwaltungs- und Entwicklungsarbeit für den Fussball zusätzliches Fachwissen und neue Einblicke. Das ist eine riesige Chance, die Entwicklung unseres Sports weltweit voranzutreiben“, sagte er.
Die Gründung der FFE wäre der nächste logische Schritt in der Umstrukturierung der FIFA, die mit der Wahl von Präsident Infantino im Februar 2016 begann und den Mitgliedsverbänden bereits mehr Wettbewerbsmöglichkeiten und Investitionen in Rekordhöhe beschert hat.
„Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass der Rest der Fussballwelt nicht den Anschluss verliert und mitwächst. Unser Sport bietet echtes wirtschaftliches Potenzial, das wir noch nicht ausschöpfen, und um es zu erschliessen, brauchen wir ein spezialisiertes, engagiertes Unternehmen“, betonte der FIFA-Präsident.
Er fügte hinzu, dass andere Sportorganisationen, darunter auch nationale Fussballligen in Europa, bereits mit grossem Erfolg ähnliche Schritte unternommen hätten. „Keiner von ihnen hat es bereut“, sagte er.
„Die FIFA hat weltweit dort in den Fussball investiert, wo alle anderen ihn ignoriert haben. Wir haben gezeigt, was möglich ist. Wenn Ihr Verband bei einem bestimmten Projekt – sei es der Bau eines Stadions, eines Trainingszentrums oder was auch immer gerade benötigt wird – schneller vorankommen möchte, bietet das neue Fast-Forward-Programm der FIFA Ihnen die Möglichkeit, sofort bis zu 20 Millionen US-Dollar zusätzlich freizuschalten.“
Für die Fans, die Herz und Seele der FIFA-Turniere sind, würde sich nichts ändern. „Die Fans bleiben der Grundpfeiler unseres schönen Sports, der für sie unverändert bleibt“, so der FIFA-Präsident. „Der Weltverband wird den Fussball natürlich weiterhin ohne Einmischung von aussen leiten. Zudem wird es unsere Vorzeigeturniere, wie die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ oder die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™, immer geben.“