Globales FIFA-Integritätsprogramm intensiviert Bekämpfung von Spielmanipulation
Integritätsbeauftragte von mehr als 85 FIFA-Mitgliedsverbänden beteiligt
Mehr Fachwissen durch Partnerschaft mit dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC)
Die FIFA richtete in Miami (Florida) im Rahmen der zweiten Ausgabe des globalen FIFA-Integritätsprogramms ein wichtiges Treffen für den Schutz des Weltfussballs aus.
Bei dem praxisorientierten Präsenzkurs kamen mehr als 85 Integritätsbeauftragte aus der ganzen Welt zusammen. Die Veranstaltung, die gemeinsam mit dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) ausgerichtet wurde, ist Teil einer übergeordneten FIFA-Strategie, in deren Rahmen die Mitgliedsverbände (MV) in die Lage versetzt werden sollen, Spielmanipulation mit modernen Instrumenten und Fachwissen zu bekämpfen.
Das globale FIFA-Integritätsprogramm ist eine umfassende auf drei Jahres ausgelegte Initiative, die den neusten Entwicklungen im Bereich der Spielmanipulation im Sport Rechnung trägt. Dabei soll ein globales Netzwerk von Fachkräften gebildet werden, die von Fussballjuristen, Spezialisten des UNODC und Experten für die Bekämpfung von Spielmanipulation mit erstklassigem Fachwissen ausgestattet werden.
FIFA und UNODC schließen sich in Miami zusammen, um Spielmanipulationen zu bekämpfen
Das Programm ist eigens auf Integritätsbeauftragte oder Funktionäre ausgerichtet, die FIFA-Mitgliedsverbände in Integritätsfragen vertreten. Die Teilnehmer sind bestens aufgestellt, um die über das Integritätsprogramm bereitgestellten Instrumente, Schulungen und Ressourcen auf nationaler Ebene für den Kampf gegen Spielmanipulation und die Stärkung der Integrität des Fussballs auf allen Ebenen einzusetzen.
Emilio García Silvero, Rechts- und Compliance-Direktor der FIFA, betonte noch einmal, wie wichtig dieses Weiterbildungselement ist.
„Spielmanipulation ist eines unserer grössten Anliegen. Wir haben eine langfristige Strategie zur Bekämpfung von Spielmanipulation, aber trotzdem stellt sie auch 2026 noch ein echtes Problem dar, und zwar auf globaler, regionaler und nationaler Ebene“, erklärte er. „Deshalb sind wir hier versammelt, um Wissen, Informationen und Instrumente mit unseren Integritätsbeauftragten auszutauschen.“
Das im März 2025 lancierte Programm bietet je nach Entwicklungsstandard der MV drei Schwierigkeitsstufen: Standard, mittleres Niveau und Fortgeschrittene. Die Präsenzveranstaltung in Miami war eine praktische Komponente der Standard-Stufe, der bereits einige Online-Lektionen mit grundlegenden theoretischen Aspekten vorausgegangen waren.
Bei der Schwierigkeitsstufe „Standard“ liegt der Fokus auf der Erstellung einer Integritätsstrategie, dem rechtlichen und internationalen Regelwerk für Spielmanipulation, Fortbildungs- und Präventionsmassnahmen sowie auf Erkennung, Einbindung von Hinweisgebern und Sanktionierung.
„Schulung ist ein wichtiger Stützpfeiler im Kampf gegen Spielmanipulation. Die Möglichkeit, uns mit mehr als 85 Integritätsbeauftragten aus aller Welt auszutauschen, ist ganz entscheidend für uns“, so García Silvero weiter. „Wenn wir ihnen Instrumente und Fachwissen von Experten im Bereich Spielmanipulation an die Hand geben, werden wir im Umgang mit nationalen Problemen in diesem Bereich agiler.“
Ronan O’Laoire, zuständig für die Bekämpfung von Korruption und Wirtschaftskriminalität im Sport bei den Vereinten Nationen, hob die Eigenschaft des Programms hervor, mehrere Interessengruppen zu vereinen.
„Wenn die FIFA Hand in Hand mit den Vereinten Nationen arbeitet, können wir die nationalen Strafverfolgungsbehörden und die nationalen Sportbehörden – und natürlich die FIFA und ihre Mitgliedsverbände – besser unter einem Dach vereinen, um einige der grössten Bedrohungen für den Sport anzugehen, darunter auch die Spielmanipulation“, erklärte er.
Das Treffen in Miami unterstrich noch einmal, dass der Kampf gegen Spielmanipulation ein Gemeinschaftsprojekt ist. Die FIFA und das UNODC sorgen mit der gezielten Schulung von Funktionären dafür, dass das gesamte Sport-Ökosystem ein sicheres Umfeld für Athleten, Fans und Investoren bleibt.
Im weiteren Programmverlauf sind Präsenzveranstaltungen in Paris (Frankreich) und Zürich (Schweiz) geplant, um diese so wichtige Arbeit fortzusetzen.