Sieben WM-Spiele vor insgesamt knapp 450.000 Fans im Boston-Stadion als wirtschaftlicher Impuls für die Region
Spürbare Umsatzsteigerungen in Restaurants und Bars in Boston dank zahlreichen Fans
„Wir werden die positiven Auswirkungen dieser FIFA Fussball-Weltmeisterschaft noch lange spüren“, so Maura Healey, Gouverneurin von Massachusetts
Die spektakulären wirtschaftlichen Impulse der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ in Boston werden nach Ansicht führender Persönlichkeiten der Stadt noch lange über das Turnierende hinaus spürbar sein.
Mit Frankreichs 2:0-Sieg gegen Marokko im Viertelfinale endete Bostons Auftritt als einer der 16 WM-Spielorte. 447.283 Zuschauer kamen insgesamt zu den sieben Partien im Boston-Stadion, während Tausende weitere Fans in die Hauptstadt von Massachusetts reisten, um die einzigartige Stimmung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ zu erleben. Dies brachte der lokalen Wirtschaft Einnahmen in Millionenhöhe und schuf Freundschaften, die weit über das Finale am 19. Juli hinaus Bestand haben werden.
„Es herrschte eine unglaubliche Herzlichkeit und Freude. Zudem haben viele lokale Betriebe vom zusätzlichen Besucheraufkommen profitiert. Ich bin überzeugt, dass sich dieser positive Effekt auch in Zukunft fortsetzen wird“, sagte die Gouverneurin von Massachusetts, Maura Healey. „Die Menschen möchten nach Massachusetts zurückkehren– vielleicht nicht unbedingt wegen des Boston-Stadions oder eines Besuchs in Foxborough, sondern um Cape Cod zu besuchen oder unsere wunderschönen Strände und die Atlantikküste zu erleben. Wir werden die positiven Auswirkungen dieser FIFA Fussball-Weltmeisterschaft noch lange spüren.“
„Die WM ist ein grosser Gewinn für Boston und seine Zukunft, weil sie Menschen auf die Stadt aufmerksam gemacht hat, die sonst vielleicht nie hierherkommen würden“, sagte Aidan McGee, Teilhaber des Pubs „The Dubliner“ im Herzen der Stadt. „Viele Fans kamen zunächst nur wegen ihrer Mannschaft nach Boston. Nun haben sie die Stadt für sich entdeckt. Davon könnte die lokale Wirtschaft noch Jahre profitieren.“
Boston und die umliegende Region rechnen aber nicht nur mit langfristigen positiven Effekten, sondern haben auch unmittelbar enorm profitiert.
So verzeichnete die Hotellerie im Grossraum Boston während der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ ein starkes Ergebnis, wie die Zahlen für Juni belegen. Gemäss provisorischen Daten von Meet Boston für den Zeitraum vom 12. bis 27. Juni belief sich der durchschnittliche Zimmerpreis pro Tag (Average Daily Rate, ADR) auf USD 410,44 und der Umsatz pro verfügbarem Zimmer (Revenue Per Available Room, RevPAR) auf USD 357,36. Damit lagen die Werte im Grossraum Boston um 20,7 % bzw. 20,3 % höher als im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2025.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen reichten weit über die Stadtgrenzen hinaus: Im gesamten Bundesstaat Massachusetts legte der RevPAR im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 % zu. Die Hotelauslastung im Grossraum Boston blieb mit rund 87 % auf hohem Niveau und entsprach trotz deutlich gestiegener Zimmerpreise dem Vorjahreswert. An mehreren Tagen während des Turniers lag die Auslastung sogar bei über 90 %.
An den Spieltagen der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ waren die Ergebnisse noch eindrucksvoller. So belief sich der ADR auf USD 445,45 und lag damit 26,8 % höher als 2025, während der RevPAR USD 405,50 betrug, was einem Plus von 28,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch die sogenannte „Match Window“-Analyse von Meet Boston, die die Hotelkennzahlen am Tag vor einem Spiel, am Spieltag selbst und am Tag nach einem Spiel erfasst, zeigte deutliche Anstiege. Die Partie zwischen Frankreich und Norwegen führte zu einem Anstieg des RevPAR um fast 40 % gegenüber dem Vorjahr, während es bei der Begegnung zwischen Schottland und Marokko knapp 30 % waren.
Auch Bostons Gastronomie verzeichnete einen deutlichen Aufschwung. Gemäss der Zahlungsplattform Square stiegen die Konsumausgaben in Bars und Restaurants in Boston während der ersten beiden Turnierwochen stärker an als in jedem anderen Spielort der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™.
„Das lässt sich kaum in Worte fassen. Nach zweieinhalb Jahren Planung hatten wir grosse Erwartungen, aber die Wirklichkeit hat alles übertroffen“, sagte Brian Earley, Vizepräsident und Geschäftsführer des „Patriot Place“, des grossen Einkaufs- und Freizeitkomplexesin Foxborough neben dem Boston-Stadion, rund eine Autostunde vom Stadtzentrum Bostons entfernt.
„Eine FIFA Fussball-Weltmeisterschaft jedes Jahr wäre aus Sicht der Wirtschaftsförderung ein Traum. Die Menschen kommen nicht nur an den Spieltagen, sondern auch an spielfreien Tagen. Sie sind in der ganzen Region unterwegs und wohnen in einem der 15 bis 18 Hotels in der Umgebung, die alle davon profitieren. Unsere Hotels auf dem Gelände waren durchgehend ausgebucht – es war schlicht ein fantastischer Monat.“
Martha Sheridan, Präsidentin und Geschäftsführerin von Meet Boston, ergänzte: „Neben der höheren Auslastung verzeichneten die Hotels auch höhere Gesamteinnahmen. Davon profitierten die Betriebe selbst, die gesamte Region und natürlich auch der gesamte Bundesstaat – allein durch die zusätzlichen Steuereinnahmen aus Hotelübernachtungen. Auch von Restaurants und Bars hören wir grossartige Geschichten von Rekordmonaten, Umsatzsteigerungen um das Vierfache gegenüber dem Vorjahr oder Anstiege von 30 %. Die Menschen haben einfach Freude.“
Die Fans aller zehn Nationen, die im Boston-Stadion aufliefen, bereicherten das Turnier auf ihre Weise. Besonders in Erinnerung blieb jedoch die riesige Welle schottischer Anhänger, die ihre Mannschaft bei zwei Spielen unterstützten und sowohl kulturell als auch wirtschaftlich deutliche Spuren hinterliessen.
„Der denkwürdigste Moment war für mich das erste Spiel hier in Foxborough. Niemand wusste so recht, was uns erwarten würde. Dann trafen die schottischen Fans in Boston ein und eroberten die Stadt – im bestmöglichen Sinne“, erklärte Adam Vargulish, Manager des „The Harp“ im „Patriot Place“. „Es herrschte einfach eine grossartige, friedliche Stimmung. Die schottischen Fans freuten sich, hier zu sein, und gingen sehr respektvoll mit meinem Team um. Es war einfach wie ein einziges grosses Fest.“
„Sie haben wirklich alles mit Verkehrskegeln geschmückt. Tatsächlich soll mir gerade ein Gedenk-Verkehrskegel zugeschickt werden. Dafür werde ich hier im State House einen würdigen Platz finden – zu Ehren der schottischen Fans. Ich habe sogar eine Anzeige in einer schottischen Zeitung geschaltet, um mich für die schöne Zeit zu bedanken, die die schottischen Fans uns bereitet haben. Im Gegenzug schalteten sie eine Anzeige, in der sie Massachusetts für die Gastfreundschaft dankten“, sagte Gouverneurin Healey, die die Beziehungen zwischen Boston und Schottland weiter vertiefen möchte.
„Ich habe bereits mit dem schottischen Ministerpräsidenten [John Swinney] gesprochen. Wir wollen gemeinsame Wirtschaftsinitiativen lancieren und die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaftsförderung und Investitionen ausbauen. Ganz viele Menschen aus Massachusetts buchen bereits Flüge nach Schottland, um das Land zu entdecken.“
Der Zustrom internationaler Gäste hat den Menschen in Boston zudem einen neuen Blick auf ihre eigene Stadt eröffnet, denn das grösste Fussballturnier der Welt vereinte nicht nur Menschen aus aller Welt, sondern auch die vielfältigen kulturellen Gemeinschaften der Stadt.
„Unsere Stadt zeichnet sich durch ihre Vielfalt aus. Hier gibt es grosse Gemeinschaften aus Haiti, Kap Verde, Marokko und Ghana. Dass diese Menschen ihre Herkunftsländer auf einer solchen Bühne bejubeln konnten, war schlicht fantastisch“, erklärte Gouverneurin Healey, die im Verlauf des Turniers den haitianischen Nationalspieler Frantzdy Pierrot sowie Kap Verdes Präsidenten José Maria Neves empfing.
„Fantastisch waren auch all die Menschen auf den Strassen und in den verschiedenen Vierteln, die bei Public Viewings ihre Nationalteams angefeuert haben. Genau solche Momente wünschen wir uns.“
„Der Fussball bringt die ganze Welt zusammen“, ergänzte McGee. „Die schönen Begegnungen zwischen Fans aus Afrika, Südamerika und Europa waren ein besonderes Highlight. Die ganze Welt hat sich hier getoffen. Vielleicht ist die Welt im Moment gar kein so schlechter Ort.“
„Es geht um mehr als nur Geschäftszahlen. Die WM hat Menschen aus den verschiedensten Ländern zusammengebracht – ohne Spannungen oder Anfeindungen“, erklärte Vargulish. „Nach dem Schlusspfiff trafen hier die Anhänger der Gewinner und Verlierer aufeinander, gratulierten sich gegenseitig, lagen sich in den Armen und sangen gemeinsam die Gesänge der anderen Fans. Es war einfach eine unglaublich schöne, positive und herzliche Zeit.“