68 Spieloffizielle aus 43 FIFA-Mitgliedsverbänden bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Polen 2026™ im Einsatz
Turnier laut Bibiana Steinhaus-Webb, Leiterin der Frauenabteilung der FIFA-Schiedsrichtersubdivision, ein Meilenstein auf dem Weg zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027™
Erstmaliger VAR-Einsatz in dieser Altersklasse
Bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Polen 2026™ sind 68 Spieloffizielle aus 43 Mitgliedsverbänden im Einsatz, die sich damit gleichzeitig auf die ganz grosse Bühne vorbereiten: die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien 2027™.
Verantwortlich für diesen Prozess ist Bibiana Steinhaus-Webb, seit Oktober 2024 Leiterin der Frauenabteilung der FIFA-Schiedsrichtersubdivision. Die Deutsche, die als erste Frau Bundesligaspiele leitete und auch im Finale der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ zum Einsatz kam, ist nun bei der FIFA für die Entwicklung weiblicher Spieloffizieller verantwortlich.
Die Vorbereitung auf Polen 2026 begann bereits lange vor dem Anpfiff. „Bereits eine Woche vor Turnierbeginn kam das Schiedsrichterteam zusammen, um sich intensiv auf das Turnier vorzubereiten“, sagte sie. „Wir haben hier 68 Spieloffizielle aus 43 verschiedenen Ländern. Hier, unter dem Dach eines weltweiten Turniers, stellen wir sicher, dass wir die Spielregeln konsequent und einheitlich anwenden.“
Diese einheitliche Auslegung geht jedoch über das aktuelle Turnier hinaus. „Die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft hier in Polen ist ein eigenständiges Turnier, das unsere volle Aufmerksamkeit verdient“, so Steinhaus-Webb weiter. „Aber natürlich ist es auch ein sehr wichtiger Meilenstein in der Vorbereitung auf die FIFA Frauen-WM 2027 in Brasilien – nicht nur für die Teams, sondern auch für die Schiedsrichterdelegation. Hier bietet sich für alle Spieloffiziellen eine Gelegenheit, zusammenzukommen und ihr Können unter Beweis zu stellen, um sich für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft, den Höhepunkt unseres Sports, zu empfehlen.“
Laut Steinhaus-Webb ist der Qualitätssprung beträchtlich. „Hier bei den Nachwuchsturnieren geht es auch um Ausbildung – darum, ihnen einen sicheren Rahmen zu bieten, in dem sie ihre Fähigkeiten erproben und weiterentwickeln können. Bei einer [FIFA] Frauen-WM auf A-Stufe, wie im nächsten Jahr in Brasilien, sieht die Weltbühne ganz anders aus. Die Stadien sind viel grösser, es sind viel mehr Zuschauer dabei und sie stehen im Fokus der Weltöffentlichkeit – die Erwartungen sind höher, und hier bereiten wir uns auf das vor, was kommt.“
Diese internationale Erfahrung ist Teil der Ausbildung. Abseits von FIFA-Turnieren arbeiten die Spieloffiziellen fast ausschliesslich in ihren eigenen Mitgliedsverbänden und eignen sich die dortige Fussballkultur an. In Polen stehen sie plötzlich an der Seite von Kolleginnen aus allen Konföderationen und erleben erstmals ungewohnte Spielweisen und Spielerreaktionen – eine Erfahrung, die laut Steinhaus-Webb vor einer FIFA Frauen-WM unerlässlich ist.
Wir müssen unsere Herangehensweise vereinheitlichen, um sicherzustellen, dass wir – unabhängig von Spielstilen und Kulturen – in der Lage sind, die Emotionen angemessen zu steuern
Auch technologisch verbindet das Turnier Polen und Brasilien. Bei der FIFA U-20-Frauen-WM kommen erstmals Video-Schiedsrichterassistentinnen zum Einsatz – 2027 werden dann die halbautomatische Abseitstechnologie, die Schiedsrichterkamera und ein vernetzter Ball eingeführt.
„Wir freuen uns auch auf die Technologien und Innovationen [in Brasilien], wie die Schiedsrichterkamera, die während der Spiele aus der Perspektive der Unparteiischen filmt“, fügte Steinhaus-Webb hinzu. „Wir werden auch den vernetzten Ball einsetzen, sodass wir jederzeit nachvollziehen können, wer den Ball zuletzt berührt hat.“
Für die Schiedsrichterinnen und ihre Assistentinnen bietet sich hier eine weitere Chance, sich im Hinblick auf die Nominierung für die WM in Brasilien vor Steinhaus-Webb und ihrem Team zu beweisen. Die Deutsche betont, dass die Leistung auf dem Platz entscheidend ist, während konföderale Neutralität ein wichtiger Aspekt im Auswahlprozess ist.
„Qualität ist der entscheidende Faktor – wir benötigen bei den wichtigsten Spielen die besten Spieloffiziellen auf dem Platz“, resümierte sie.
Da die Frauen-WM 2027 in weniger als einem Jahr beginnt, können mehrere dieser 68 Spieloffiziellen damit rechnen, dass ihr Namen erneut genannt wird, wenn Steinhaus-Webbs Team für die grösste Bühne des Sports ausgewählt wird.