Gespräche zwischen FIFA-Präsident Gianni Infantino und Bhutans Premierminister Tshering Tobgay in New York (USA)
Gianni Infantino: „Der Premierminister ist ein leidenschaftlicher Anhänger des Sports und weiss um die positive Wirkung, die er auf die Menschen in seinem Land haben kann"
Treffen nach über zehn Jahren FIFA-Investitionen in Bhutan – von der Verbandsinfrastruktur über das FIFA-Talentförderprogramm bis hin zum wachsenden Frauenfussball und neuen Breitensportanlagen
FIFA-Präsident Gianni Infantino ist am Donnerstag in New York (USA) mit Bhutans Premierminister Tshering Tobgay zusammengekommen. Am Rande der Gipfelwoche der UN-Generalversammlung 2026 erörterten die beiden verschiedene Themen.
Vorausgegangen war die Rede des Premierministers vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 22. September. Darin stellte er die Vision seiner Regierung für Gelephu Mindfulness City vor – eine Sonderverwaltungszone, die nachhaltige Entwicklung mit den Grundsätzen des Bruttonationalglücks (GNH) verbindet, an denen sich Bhutan im öffentlichen Leben seit Langem orientiert.
Infantino und Tobgay sprachen über den Stellenwert des Fussballs im GNH-Konzept des Himalaya-Königreichs.
„Ich hatte das grosse Vergnügen, den Premierminister von Bhutan, Tshering Tobgay, zu treffen. Wir haben darüber gesprochen, welche Chancen der Fussball eröffnet und wie er Menschen zusammenbringen kann“, sagte der FIFA-Präsident nach dem Gespräch.
Der Premierminister ist ein leidenschaftlicher Anhänger [unseres] Sports und weiss um die positive Wirkung, die er auf die Menschen in seinem Land haben kann. Wir möchten die Zusammenarbeit bei verschiedenen Projekten gerne fortsetzen, und ich freue mich, dass seine Regierung die FIFA und den bhutanischen Fussballverband bei all unseren Entwicklungsplänen unterstützt.“
Mit den Gesprächen wird ein neues Kapitel in den langjährigen und herzlichen Beziehungen zwischen Bhutan und der FIFA aufgeschlagen. Der Präsident des bhutanischen Fussballverbands (BFF), Ugen Tsechup, der Infantino erst im Juli vor dem Finale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ getroffen hatte, betonte, wie grundlegend die Unterstützung der FIFA die Entwicklung im Land verändert hat.
„Die Fortschritte des bhutanischen Fussballs in den letzten zehn Jahren wären ohne das Vertrauen, die Begleitung und die kontinuierlichen Investitionen der FIFA nicht möglich gewesen“, sagte er im vergangenen Monat, als der BFF zusicherte, gemeinsam mit der FIFA und Präsident Infantino geschlossen im Dienst des globalen Spiels zu stehen.
Die Gelder aus dem FIFA-Forward-Programm trugen dazu bei, den BFF-Hauptsitz samt Trainingszentrum „Home of Happiness“ zu errichten, Kunstrasenplätze und Flutlichtanlagen zu installieren und die Gründung der ersten nationalen Frauenliga Bhutans zu unterstützen.
Das FIFA-Talentförderprogramm (TDS) und das FIFA-Programm „Football for Schools“ haben die Reichweite noch weiter ausgebaut: Bhutan gehörte zu den ersten Ländern weltweit, die das digitale Bildungsprogramm der FIFA einführten, das bis 2028 mehr als 400 Grundschulen erreichen soll.
Das Engagement der FIFA ist mit den Ambitionen des BFF gewachsen.
Beim BFF-Kongress im Juni stellte Ugen Tsechup drei Säulen für die Zukunft des Verbands vor: die derzeit vollständige Abhängigkeit von der Finanzierung durch FIFA und AFC mithilfe neuer Geschäftspartnerschaften verringern, Trainerkompetenz im eigenen Land aufbauen und die BFF-Mädchenakademie nach Paro verlegen – als Hochleistungszentrum, das auch Talente aus dem Ausland anziehen kann.
Dieser Weg wird bereits durch das TDS gestützt: Es finanziert zwei regionale Schultrainingszentren für Spielerinnen und Spieler zwischen 12 und 14 Jahren mit Vollzeit-Trainingsbetreuung, Ernährungsberatung und medizinischer Versorgung. Hinzu kommt „Football for Schools“: Nach dem Start 2022 wurden allein im ersten Jahr 22 Lehrkräfte ausgebildet und schätzungsweise 22 200 Kinder erreicht.
Die Entwicklung ist auf dem Platz und abseits davon sichtbar. Bhutans Nationalspielerinnen nahmen erstmals an der Qualifikation für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ teil und belegten mit Siegen gegen Singapur und Libanon den dritten Platz in ihrer Qualifikationsgruppe für die Endrunde 2027. Zudem sind beide Nationalteams seit diesem Jahr in der FIFA-Futsal-Weltrangliste vertreten.
Auch bei der Infrastruktur geht es voran: Der Phuentsholing Sports Association Ground soll nach seiner Fertigstellung im März 2027 das erste vollwertige moderne Stadion Bhutans werden. Die neuen Minispielfelder des FIFA-Arena-Programms an der Loselling Middle Secondary School in Thimphu und der Tendu Middle Secondary School sind derweil die ersten Schritte hin zu Ugen Tsechups Vision von landesweit 100 solchen Anlagen.
„Bhutan wurde in der Vergangenheit bereits mit dem FIFA-Forward-Preis ausgezeichnet. Ich bin sicher, dass die gute Arbeit dazu beitragen wird, allen, die im Land vom Fussballspielen träumen, eine glänzende Zukunft zu eröffnen“, sagte Infantino abschliessend. „Ich bin auch gespannt darauf, Bhutan nächsten Monat bei der ersten FIFA U-15-Weltmeisterschaft & -Festival 2026 zu sehen.“