FIFA
Montag 12 Oktober 2026, 14:00

Julio Enciso über Paraguays von der FIFA geförderten Aufschwung: „Werkzeuge zur Verwirklichung unserer Träume“

SANTA CLARA, CALIFORNIA - JUNE 19: Julio Enciso #19 of Paraguay celebrates after the teams 1-0 victory during the FIFA World Cup 2026 Group D match between Türkiye and Paraguay at San Francisco Bay Area Stadium on June 19, 2026 in Santa Clara, California. (Photo by Matt McNulty - FIFA/FIFA via Getty Images)
  • Julio Enciso ist Leistungsträger des paraguayischen Nationalteams, das nach 16 Jahren Abstinenz dieses Jahr wieder bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ dabei war

  • Der Stürmer erklärt, wie eine umfassende Förderung der Jugendnationalmannschaften die Karriere eines Spielers prägen und den Erfolg eines Landes beflügeln kann

  • FIFA kooperiert mit dem paraguayischem Fussballverband (APF) im Rahmen zahlreicher Förderprojekte

Julio Enciso nimmt das Tablet in die Hand, drückt auf Abspielen und schaut gebannt zu. Auf dem Bildschirm spricht seine jüngere Version darüber, wie es war, Paraguay in den Jugendmannschaften zu vertreten. Er weiss noch, wie sich das Nationaltrikot anfühlte, und lobt die Einrichtungen und das Personal des paraguayischen Fussballverbands (APF), die seine Laufbahn entscheidend prägten.

„Da muss ich etwa 15 gewesen sein, oder?“, fragt der heutige 22-jährige Nationalstürmer mit einem Lächeln. Im bereits im Juni 2020 veröffentlichten Video geht es um die Modernisierung des CARDE (das Albiroga-Trainingszentrum in Ypané, Paraguay), ein Infrastrukturprojekt, das der APF mit Unterstützung des FIFA-Forward-Programms durchführte.

„Das ist wirklich toll!“, freut er sich, als die Aufnahmen die Erinnerungen wieder hochkommen lassen. „Es ist schon sehr bewegend, denn es zeigt, wie viel ich investierte – nicht zuletzt im Nationalteam – und was mir das damals bedeutete … und welchen Stellenwert es heute noch für mich hat. Hier möchte jeder Spieler sein“, so Enciso, einer der Stars der aktuellen paraguayischen Nationalmannschaft.

Der Stürmer von Ipswich Town mit dem Spitznamen „La Joya“ (das Juwel) durchlief das Nachwuchsprogramm des APF, das der Albirroja dabei half, nach 16 Jahren Abstinenz wieder an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ teilzunehmen. Enciso ist sich der Bedeutung dieses Förderprojekts sehr wohl bewusst. „Wir Spieler bekommen dadurch die Unterstützung, die wir brauchen, um unsere Träume zu verwirklichen. Dies trägt dann natürlich auch zum Erfolg der Nationalmannschaft bei.“

APF-Präsident Robert Harrison führte kürzlich Enciso als Beispiel an für die umfassende Entwicklungsarbeit des Verbandes in Kooperation mit der FIFA, in deren Rahmen man über „FIFA Forward“ in die Infrastruktur investiert und durch die Teilnahme am „FIFA-Talentförderprogramm“ (TDS) bei der Ausbildung von Nachwuchsspielern mitwirkt.

„In diesem FIFA-Artikel über den Umbau des CARDE ist Julio als Jugendlicher zu sehen, der für unser U-15-Nationalteam spielte und davon träumte, Profifussballer zu werden. Jahre später schaffte er es, in einer der besten Ligen der Welt zu spielen und 2026 Paraguay zum ersten Mal bei einer WM zu vertreten. Für mich ist genau das der eigentliche Sinn dieser Initiative“, so Harrison.

Der neue Wettbewerb „FIFA U-15-Weltmeisterschaft & Festival 2026™“ soll genau diesen Entwicklungsweg über die Jugendnationalmannschaften stärken. Paraguay wird eines der Teams sein, die im Oktober in Aserbaidschan antreten. „Ich hätte unheimlich gern an so einem Turnier teilgenommen. Solche Wettbewerbe sind für die Entwicklung eines Spielers von enormer Bedeutung“, so Enciso. „Dieses Turnier ist deshalb so wichtig, weil alle zuschauen – die Vereine, die Nationaltrainer … Es ist viel positiver Druck, der dich deinem Traum näherbringt.“

Mit 17 Jahren, einem Monat und 18 Tagen wurde Enciso im Juni 2021 zum viertjüngsten Akteur, der sein A-Länderspieldebüt für Paraguay gab. Da die FIFA U-17-Weltmeisterschaft™ nun jedes Jahr stattfindet, sollten die Spieler laut Enciso besser auf diesen Schritt vorbereitet sein. „Wir Fussballer sind vor allem in diesem Alter lernbegierig. Wenn Turniere wie diese regelmässig stattfinden, kann man sich bestmöglich entwickeln und wertvolle Erfahrungen sammeln.“

Enciso ist stolz darauf, seinen Beitrag zum Wiederaufstieg des Nationalteams geleistet zu haben – die WM-Qualifikation sei „die Belohnung für so viel harte Arbeit“. Aber er will noch mehr. „Ich möchte, dass Paraguay immer zu den Besten gehört und dafür respektiert wird. Unser Ziel muss es sein, uns in jedem Bereich weiter zu verbessern.“

Seitdem Enciso zur paraguayischen Nationalmannschaft gestossen ist, hat er neben dem CARDE-Projekt auch die Umsetzung von zwei weiteren wichtigen, vom FIFA-Forward-Programm unterstützten Infrastrukturvorhaben miterlebt: das CARFEM (Centro de Alto Rendimiento de Fútbol Femenino (Hochleistungszentrum für Frauenfussball)) im Jahr 2022 und das CARDIF (Centro de Alto Rendimiento de las Divisiones Formativas (Hochleistungszentrum der Nachwuchsabteilungen)) im Jahr 2024.

Vor diesem Hintergrund hat Enciso folgenden Rat für die nächste Generation: „Profitiert so gut wie möglich von den erstklassigen Einrichtungen, die euch zur Verfügung stehen. Lernt von all den Profis um euch herum und hört den Trainern zu, denn ihr seid die Zukunft der Nationalmannschaft.“

Paraguay's midfielderJulio Enciso celebrates scoring during the 2026 World Cup round of 32  match against Germany 

Enciso, der beim 1:1-Unentschieden gegen Deutschland im Sechzehntelfinale der diesjährigen FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ ein Tor erzielte, bevor Paraguay im Elfmeterschiessen weiterkam, weiss nun, was es bedeutet, auf der grössten Bühne des Fussballs zu spielen. „Das ist das höchste Niveau, das ein Spieler mit seinem Nationalteam erreichen kann.“

Trotzdem bleibt er gelassen, wenn er über Paraguays Rolle als Gastgeber einer der Partien zum hundertjährigen Jubiläum im Jahr 2030 spricht. „Das ist ein Traum … Doch ich will nicht zu weit vorausblicken, denn bis dahin gibt es noch so viel Fussball zu spielen. Wir müssen uns so gut wie möglich vorbereiten, damit wir für diesen Anlass bereit sind, und genau das haben wir auch vor.“

Dennoch macht er sich Gedanken darüber, was die Ausrichtung einer Endrunde für den paraguayischen Fussball bedeuten könnte. „Die Auswirkungen wären enorm. Sowohl für die Funktionäre als auch für uns Spieler wäre es ein weiterer Beweis dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und dass man sich auf höchstem Niveau immer weiter verbessern kann.“