Der Fussballverband von Gibraltar (GFA) feiert im Mai 2026 sein 10-jähriges FIFA-Jubiläum
Sowohl die Männer- als auch die Frauen-Nationalmannschaft von Gibraltar haben ihr Debüt in der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ gegeben
Der Fokus liegt weiterhin auf stetigen Fortschritten für die Zukunft
Um langfristige Fortschritte zu erzielen und unnötige Rückschläge zu vermeiden, ist ein schrittweises Vorgehen oft unerlässlich. Dieser Ansatz beschreibt die ersten zehn Jahre des Fussballverbands von Gibraltar (GFA) als FIFA-Mitgliedsverband (MA) sehr gut. In den vergangenen zehn Jahren hat sich Gibraltar durch harte Arbeit und behutsamen Fortschritt stetig weiterentwickelt und sich nach und nach einen Platz im Weltfussball erobert.
Die Reise begann am 13. Mai 2016, als der GFA während des 66. FIFA-Kongresses in Mexiko-Stadt offiziell zum 211. Mitglied der FIFA wurde. „Das Wichtigste ist, dass unsere Kinder – die erste Generation von Gibraltarern, die als Teil der FIFA aufwächst – sich als Teil der globalen Fussballfamilie fühlen können“, sagte GFA-Präsident Michael Llamas damals.
„Für Gibraltar bedeutet das zehnjährige Jubiläum als FIFA-Mitglied weit mehr als nur das Erreichen eines Meilensteins. Es steht für Jahre harter Arbeit, Zuversicht und Menschen, die dafür gekämpft haben, auf der Weltbühne mithalten zu können“, sagte der ehemalige Kapitän Gibraltars, Roy Chipolina, anlässlich dieses Jubiläums. „Die FIFA-Mitgliedschaft verschaffte Gibraltar Anerkennung und die Chance, noch größere Träume zu haben.“
Chipolina, der seine Karriere kürzlich beendete, war Kapitän Gibraltars während der ersten Qualifikationsrunde zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ im Vorfeld von Russland 2018 und verkörpert den Wandel des Landes.
„Als ich in Gibraltar aufwuchs, hätte ich mir nie vorstellen können, mein Land in einer Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ zu vertreten. Diese Möglichkeit gab es einfach nicht“, erklärte er. „Die größte Veränderung betrifft die Mentalität und die Professionalität. Wir sind in allem, was wir tun, strukturierter geworden: von der Trainerausbildung über die Nachwuchsförderung bis hin zum Umfeld der Nationalmannschaft.
Wir denken jetzt viel langfristiger und wissen, dass noch so viel zu tun ist. Ich habe großes Vertrauen in unsere Spieler, aber wir müssen weiterhin Grenzen verschieben und den Wettbewerb suchen. Nur so werden wir weiteren Erfolg und Fortschritt erzielen.“
Gibraltar in unserer ersten Qualifikationsrunde als Kapitän anzuführen, ist etwas, das sich nur schwer in Worte fassen lässt. Es war ein sehr stolzer Moment.
Im Oktober 2018 wurde ein Meilenstein erreicht, als Gibraltar in der UEFA Nations League Armenien mit 1:0 besiegte und damit seinen ersten Sieg in einem Pflichtspiel errang. Zwei Wochen später kletterte Gibraltar auf Platz 190 der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste der Männer, was die bislang höchste Platzierung des Landes darstellt.
„Der entscheidende Faktor waren die Menschen. Das Engagement der Spieler, Trainer, Mitarbeiter, Freiwilligen und aller, die am Fussball in Gibraltar beteiligt sind, war enorm. Für eine Nation unserer Größe gibt es nur dann Fortschritte, wenn alle zusammenarbeiten“, sagte Chipolina.
Dieser Aufschwung hat auch den Frauenfussball erfasst. Die Frauen-Nationalmannschaft von Gibraltar bestritt im Februar 2025 ihr erstes Spiel in der UEFA Women’s Nations League, nachdem sie im Dezember 2024 in die FIFA/Coca-Cola-Frauen-Weltrangliste aufgenommen worden war. Ihr bisher größter Meilenstein war jedoch die Teilnahme an der Qualifikation für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Brasilien. „Für die Frauen-Nationalmannschaft von Gibraltar und den Fussballverband von Gibraltar bedeutet die Teilnahme an der europäischen Qualifikationsrunde zur Frauen-Weltmeisterschaft alles. Sie steht für jahrelange harte Arbeit, Zuversicht und Fortschritte für den Frauenfussball in Gibraltar. Darauf sind wir unglaublich stolz“, so Nationalspielerin Shania Robba.
„Es ist besonders emotional, weil ich diese Fussballreise mit vielen Spielerinnen geteilt habe, mit denen ich als junges Mädchen aufgewachsen bin. Wir alle hatten denselben Traum: Gibraltar auf dem höchstmöglichen Niveau zu vertreten – selbst zu einer Zeit, als die Möglichkeiten für den Frauenfussball noch weitaus begrenzter waren als heute. Jetzt als Teamkolleginnen zusammenzuspielen und Geschichte für unser Land zu schreiben, ist etwas ganz Besonderes und kaum in Worte zu fassen.“
Ein weiteres historisches Datum war der 25. Februar 2025, als Gibraltars Frauen ihr erstes offizielles Länderspiel vor heimischem Publikum bestritten. „Es war ein historischer und unvergesslicher Tag. Unser allererstes Heimspiel in der UEFA Nations League gegen die Färöer-Inseln vor so vielen heimischen Zuschauern zu bestreiten, war etwas, wovon wir jahrelang geträumt hatten“, fügte Robba hinzu. „Die Atmosphäre und die Unterstützung, die wir erhielten, bedeuteten der Mannschaft sehr viel und zeigten, wie sehr der Frauenfussball in Gibraltar gewachsen ist.“
Auch die FIFA hat durch die strategischen Ziele für den Weltfussball ihres Präsidenten Gianni Infantino und ihre Förderprogramme eine wichtige Rolle bei der Entwicklung Gibraltars gespielt. „Die Unterstützung der FIFA ist für kleinere Verbände unglaublich wichtig, da sie Möglichkeiten schafft, die sonst nur sehr schwer zu realisieren wären“, erklärte Chipolina.
„Finanzielle Mittel, Trainerausbildung, Förderprogramme und Wettkampfmöglichkeiten haben allesamt einen enormen Einfluss. Diese Programme sind nicht nur eine Unterstützung, sondern können auch die Richtung des Fussballs für die kommenden Jahre bestimmen.
Das Ziel ist es, eine klare Fussballidentität aufzubauen und Wege zu schaffen, die unseren Spielern die bestmöglichen Erfolgschancen bieten. Ergebnisse sind wichtig, aber langfristige Nachhaltigkeit und die Schaffung von Möglichkeiten für die jüngeren Generationen sind noch wichtiger. Sie sind unsere Zukunft.“