Sonntag 06 August 2023, 23:00

FIFA-Trainerstipendium für einen barrierefreien Fussball

  • Teilnahme von ParaMatildas-Trainerin Kelly Stirton am Trainerausbildungsprogramm

  • Spielerinnen mit Zerebralparese, erworbener Hirnschädigung oder Schlaganfallsymptomen in ihrem Team

  • „Der Fussball nimmt beim Umgang mit seinen Spielern eine Vorreiterrolle ein.“

Ein zentraler Grundsatz der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Australien & Neuseeland 2023™ ist die Förderung und Unterstützung jeglicher Form von Inklusion. Mehrere für die Frauen-WM 2023 erarbeitete Strategien gewährleisten ein barrierefreies Turnier.

Nicht zuletzt aus diesem Grund nahm Kelly Stirton kürzlich in Zürich am FIFA-Trainerstipendienprogramm teil. Stirton ist die Cheftrainerin der ParaMatildas, eines 2022 gegründeten Teams aus Australien, das aus Spielerinnen mit Zerebralparese, erworbener Hirnschädigung oder Schlaganfallsymptomen besteht.

Insgesamt absolvierten 41 Personen das Online-Mentoring- und -Coachingprogramm, das mehr Trainerinnen ausbilden und so die Anzahl qualifizierter Trainerinnen weltweit erhöhen will.

„Ich kann das Programm nur empfehlen. Ich stehe ganz am Anfang meiner Karriere, habe aber bereits sehr viel gelernt“, erzählte Stirton. „Es ist toll, sich mit jemandem über Fussball, aber auch persönliche Themen austauschen zu können, denn man muss bei sich selbst anfangen, ehe man einem Team oder Spielerinnen helfen kann.“

Stirtons Mentorin ist die Spanierin Marta Tejedor. Die äusserst erfahrene, international renommierte Trainerin ist auch Mitglied der technischen Studiengruppe der FIFA. „Marta ist fantastisch. Wir haben sofort harmoniert und sind gute Freundinnen geworden. Es kommt mir so vor, als würden wir uns seit vielen Jahren kennen.“

„Ich möchte mich in verschiedenen Coachingsituationen und bei der Führung meines Teams verbessern. Marta hat mir geholfen, mich persönlich und auf dem Platz weiterzuentwickeln, und mir gezeigt, wie ich taktische Aspekte mit meinen Spielerinnen besprechen kann.“

Noch in diesem Jahr treten die ParaMatildas beim IFCPF Para Asian Cup an, der auch als Qualifikationsturnier für die Paralympischen Sommerspiele dient. Bei der im letzten Jahr erstmals ausgetragenen IFCPF-Frauen-WM belegten die Australierinnen Rang zwei.

Die zunehmende Beachtung der ParaMatildas im beliebtesten Sport der Welt ist ein Grund zum Feiern und fördert das Bewusstsein für Zerebralparese, die häufigste Ursache für Bewegungsstörungen bei Kindern.

„Die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft wird nicht nur den Fussball für Menschen ohne Behinderungen verändern, sondern auch alle anderen Arten von Fussball“, betonte Stirton. „Der Fussball wird enorm wachsen, und die Welt wird sehen, dass es wirklich ein Sport für alle ist.“

„Wir müssen aufzeigen, dass alle Sportler die Möglichkeit haben, sich auf der grössten Bühne der Welt zu präsentieren. Der Fussball nimmt beim Umgang mit seinen Spielern eine Vorreiterrolle ein. Er bietet ihnen ein sicheres Umfeld, in dem sie stolz auf ihre Behinderung sein können.“

Australia ParaMatildas coach Kelly Stirton

„Dank dem Fussball können die Sportler nicht nur ihr Talent, sondern ohne Scheu auch ihre Behinderung zeigen. Viele Menschen erzählen mir, dass sie aufgrund ihrer Behinderung Angst oder Scham empfinden. Im Fussball können sie sich selbst sein und ihre Behinderung mit Stolz präsentieren.“

„Dies beweist, dass nichts unmöglich ist, dass Träume wahr werden und dass Fleiss, Zielstrebigkeit und Hingabe dich ins Rampenlicht katapultieren können.“