FIFA
Donnerstag 12 März 2009, 09:23

Triumph für Schweden

Wenn die Sonne in Portugal aufgeht und damit den Frühling in Europa ankündigt, beginnt im Frauenfussball traditionell die Vorbereitungszeit auf die nächsten Herausforderungen. Auch in diesem Jahr traf sich wieder die Weltelite zum Kräftemessen beim Algarve Cup. FIFA.com fasst das prestigeträchtige Turnier zusammen.

Am Ende standen neue Erkenntnisse: Mit den Skandinaviern ist wieder zu rechnen, Olympiasieger USA wird auch in Zukunft das Team sein, das es zu schlagen gilt, und Weltmeister Deutschland hat angesichts eines Generationswechsels noch viel Arbeit vor sich, will man bei der FIFA Frauen-WM 2011 vor heimischer Kulisse zum dritten Mal infolge den Titel verteidigen.

So klingt das Fazit einer Veranstaltung, die Schweden durch einen 5:4-Finalsieg nach Elfmeterschießen gegen die U.S.-Girls für sich entscheiden konnte, nachdem Dänemark im Spiel um Platz drei mit 1:0 gegen Deutschland die Oberhand behielt. Damit müssen die Schwedinnen zum ganz engen Favoritenkreis für die im kommenden Spätsommer (23. August bis 10. September) stattfindende Europameisterschaft in Finnland gezählt werden.

Neuer Rekord und verpatztes Jubiläum Nachdem die USA zuletzt zweimal infolge den Algarve Cup gewinnen konnten, sicherte sich die Auswahl von Nationalcoach Thomas Dennerby ihren ersten Triumph bei diesem Turnier seit 2001 und beendete damit die Serie des Erstplatzierten der FIFA/Coca-Cola-Frauen-Weltrangliste, der von der ehemaligen schwedischen Star-Spielerin Pia Sundhage trainiert wird. Im Team des aktuellen schwedischen Stars Lotta Schelin durfte Victoria Svensson im Finale mit ihrem 158. Einsatz für ihr Heimatland einen neuen nationalen Rekord feiern, während das Jubiläum einer U.S.-Spielerin daneben ging: Heather Mitts war es, die in ihrem 100. Länderspiel den entscheidenden Elfmeter über das Quergebälk setzte.

Während die Schwedinnen ihre Talfahrt der letzten Jahre offenbar gut überstanden haben, steht den deutschen Frauen eine schwere Zeit bevor. Ohne die verletzten Stammkräfte Birgit Prinz, Kerstin Stegemann, Ariane Hingst, Annike Krahn und Simone Laudehr nach Portugal gereist, musste DFB-Trainerin Silvia Neid erkennen, dass der Nachwuchs noch einige Zeit braucht, um in die Fußstapfen der "Goldenen Generation" zu treten. Die große Gewinnerin aus deutscher Sicht ist aber dennoch die erst 18 Jahre alte Kim Kulig, die sich mit starken Leistungen nahtlos im A-Team etablierte, nachdem sie bereits bei der FIFA U-20-Frauen-WM 2008 in Chile als Deutschlands Führungsspielerin geglänzt hatte.

Torhüterin Nadine Angerer gibt eine zurückhaltende Marschroutine für dieses Jahr aus. "Die Jungen haben gesehen, dass sie noch nicht die Helden sind. Es wäre zu viel verlangt, mit den Jungen die EM gewinnen zu wollen. Die brauchen Zeit, um sich zu entwickeln", erklärte die 30-Jährige, die bei der FIFA Frauen-WM 2007 in China selbst zur Heldin avancierte, indem sie während des gesamten Turniers keinen Gegentreffer kassierte und im Finale gegen die Brasilianerin Marta einen Elfmeter parierte.

Solo überragt - Norwegerinnen enttäuschen Beim Algarve Cup 2009 war es jedoch eine andere Torfrau, die alle in den Schatten stellte. Die U.S.-Amerikanerin Hope Solo glänzte mit überragenden Leistungen und wurde als erste Torhüterin überhaupt zur besten Spielerin dieses Turniers gekürt.

Dass man nach wie vor auf Tuchfühlung zur absoluten Weltspitze ist, bewies China VR mit einem 2:1-Erfolg im Spiel um Platz fünf gegen Island. EM-Gastgeber Finnland wurde nach einem 5:3-Sieg nach Elfmeterschießen gegen Algarve Cup-Gastgeber Portugal Siebter. Als Enttäuschung muss man derweil den neunten Platz der Norwegerinnen ansehen, die sich immerhin ein kleines "Happy End" sicherten, indem sie Österreich mit 2:0 bezwingen konnten. Und Polen entkam mit einem 2:1-Sieg gegen Wales im Spiel um Platz elf gerade noch so der "roten Laterne".

Das Treffen in Portugal hat gezeigt, dass die europäische Spitze wieder enger zusammengerückt ist. Hinsichtlich der EM in diesem Jahr sowie der WM in Jahre 2011 kann das nur heißen: Bühne frei für Spannung, Nervenkitzel und Dramatik pur.