Dienstag 23 Mai 2017, 06:05

Dalot will zweiten goldenen Sommer

  • Portugals Diogo Dalot ist trotz der Auftaktniederlage optimistisch

  • Der Verteidiger will bei der FIFA U-20-WM auch seine Offensivqualitäten ausspielen

  • Schöne Erinnerungen an den Sommer 2016 mit dem Titelgewinn bei der U-17-EM

Etwas Enttäuschung schwingt mit, als Diogo Dalot von Portugals Auftaktpartie bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Korea Republik 2017 spricht. Denn die Portugiesen hatten in der Partie gegen Sambia mehr Torschüsse, mehr Ecken, mehr Ballbesitz und verloren letztlich doch mit 1:2.

Der 18-jährige Verteidiger gibt gern zu, dass dies alles für ihn noch sehr neu ist. "Das war eine schwere Partie. Es war für mich erst das zweite Spiel gegen einen nicht-europäischen Gegner", so der Youngster vom FC Porto gegenüber FIFA.com. "Letzte Woche haben wir ein Vorbereitungsspiel gegen die USA absolviert, und jetzt gegen Sambia. Afrikanische Mannschaften haben eine ganz eigene Spielweise. Trotzdem hätten wir uns eigentlich durchsetzen müssen, aber wir haben zu viele Chancen vergeben."

Dalot musste zwar in erster Linie die pfeilschnellen gegnerischen Angriffe bremsen, doch er bemühte sich auch, selbst das Spiel nach vorn zu tragen und die dynamische Offensive der Portugiesen zu unterstützen. "Ich gehe gern mit nach vorn und helfe meinem Team im Angriff", sagte er im Vorfeld der Partie gegen Costa Rica.

"Ich versuche, die Rolle des Verteidigers modern zu interpretieren, also solide zu verteidigen und gleichzeitig Druck nach vorn zu machen und Freiräume zu nutzen."

Genau das tat Dalot denn auch in der Partie gegen Sambia. Er suchte nach Lücken in der gegnerischen Verteidigung und rückte oft bis an die Strafraumgrenze vor.

Auf diese Weise hatte er auch seinen bisherigen Karrierehöhepunkt gefeiert: Im Endspiel der UEFA U-17-Europameisterschaft gegen Spanien im vergangenen Jahr erzielte er so den Führungstreffer, nachdem er bereits im Halbfinale getroffen hatte. "Das waren meine ersten Länderspieltore, die ich für Portugal erzielt habe", lacht er. "Vor allem das Führungstor im Finale war einfach ein tolles Gefühl."

"Fast hätte ich bei Spaniens Tor den Ball noch auf der Linie geklärt", fährt er mit leichter Enttäuschung fort. Es war das einzige Gegentor, das die Portugiesen während des gesamten Turniers zuließen. "Für mich war es eine großartige Europameisterschaft und ein fantastisches Erlebnis. Wir haben nur ein Tor kassiert und 14 erzielt! Das war für uns alle das schönste Erlebnis unseres Lebens."

In Portugals Kader stehen nun mehrere Akteure, die bereits den europäischen Titelgewinn feiern konnten. Dalot trug zudem auch zur gelungenen Qualifikation für das Turnier in der Republik Korea bei. "Das Alter ist nicht der entscheidende Faktor. Unsere Klasse hat uns hierher gebracht", sagt er auch mit Blick auf die sechs Teamkameraden, mit denen er bereits seit der Altersklasse U-15 zusammenspielt. "Wir haben gezeigt, dass wir die Klasse haben. Wir können gewinnen, und unser erstes Ziel besteht natürlich im Überstehen der Gruppenphase."

Schon jetzt zeigen einige Spitzenklubs Interesse an Dalot, der seit seinem achten Lebensjahr für den FC Porto spielt – sehr zur Freude seines Vaters, der ein großer Dragões-Fan ist. Für den jungen Spieler ist das Interesse in erster Linie nur eine zusätzliche Motivation, seinen derzeitigen Entwicklungsweg fortzusetzen.

Viel wichtiger sind für ihn derzeit sein Schulabschluss und der Zugang zur Universität. "Karrieren im Fussball sind früh zu Ende", resümiert er. "Sie dauern bis man 34, 35 ist. Dann hat man aber fast das ganze Leben noch vor sich. Dafür brauche ich eine gesunde Basis."