Donnerstag 08 Dezember 2016, 06:10

Kroos peilt dritten Titel an

Derzeit gibt es fünf Spieler, die die FIFA Klub-Weltmeisterschaft in ihrem aktuellen Format bereits drei Mal gewinnen konnten. Allen fünf gelang dieser Triumph im Dress des FC Barcelona. Bei der Turnierauflage 2016 in Japan bietet sich zwei Akteuren von Real Madrid die Gelegenheit, ebenfalls in den illustren Kreis der dreimaligen Klub-Weltmeister aufzuschließen. Ihre Namen: Cristiano Ronaldo und Toni Kroos.

Während der Portugiese 2008 mit Manchester United das Finale gegen LDU Quito gewann, behielt der Deutsche mit Bayern München im Endspiel von Marokko 2013 über Raja Casablanca die Oberhand. Und ein Jahr danach holten beide bei dem erneut in dem nordafrikanischen Land ausgetragenen Turnier zum zweiten Mal die globale Krone für Klubmannschaften. Dieses Mal setzten sie sich im Finale mit Real Madrid gegen San Lorenzo durch. Bei der bevorstehenden FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2016, die in diesem Jahr im Land der aufgehenden Sonne über die Bühne geht, nehmen beide Profis die WM-Trophäe zum dritten Mal ins Visier.

Nachdem seine Teilnahme an diesem für ihn so besonderen Turnier vor wenigen Wochen aufgrund einer Fraktur des fünften Mittelfußknochens am rechten Fuß noch ernsthaft gefährdet war, kann Kroos im Exklusiv-Interview mit FIFA.com schon wieder lächeln. Dank eines beschleunigten Genesungsprozesses meldete sich der 26-jährige Mittelfeldspieler noch rechtzeitig fit und wird der Mannschaft von Trainer Zinédine Zidane in Japan wieder zur Verfügung stehen.

"Ich bin schon voll im Mannschaftstraining und ich fühle mich gut. Also werde ich bis dahin auch in Form sein", ist sich Kroos sicher, wenngleich die von uns angesprochene Rekordmarke in seinen Augen dabei nicht im Vordergrund steht. "Ehrlich gesagt ist die individuelle Statistik für mich nicht so wichtig. Andererseits reist man natürlich zu einem solchen Turnier mit dem großen Ziel, es auch zu gewinnen. Diesen Titel zum dritten Mal zu holen, wäre also schon etwas Besonderes. Außerdem bedeutet dies ja auch, dass ich schon drei Mal die UEFA Champions League gewonnen habe", so der Mittelfeldstar mit einem Augenzwinkern.

"Ich sehe diesem Turnier mit großen Erwartungen entgegen. Mit solchen Gegnern bekommt man es nicht alle Tage zu tun. Daher ist es eine interessante Herausforderung, gegen diese Mannschaften zu spielen, zumal sich deren Spielstil von dem, was wir gewohnt sind, deutlich unterscheidet."

In der Tat hat sich Kroos mit seinen Teams bereits gegen so verschiedene Konkurrenten wie Guangzhou Evergrande aus der VR China, Raja Casablanca aus Marokko, Cruz Azul aus Mexiko und San Lorenzo aus Argentinien durchgesetzt. Der erste Gegner von Real Madrid in Japan 2016 wird der Sieger der Zweitrunden-Partie zwischen dem südkoreanischen Jeonbuk Motors und dem mexikanischen Club América sein.

"Von den vorangegangenen Turnierauflagen habe ich nur Gutes in Erinnerung behalten", so Kroos im Rückblick. Ganz besonders dürfte er sich an seine Vorlage zum ersten Treffer durch Sergio Ramos im Finale von Marokko 2014 erinnern. Es war ein echter Klassiker. Nach einem Eckstoß von Kroos beförderte sein Kapitän das Leder per Kopfball ins gegnerische Tor. "Zuvor hatte ich auch schon im Halbfinale eine entscheidende Torvorlage gegeben", ergänzt er mit leicht verschmitzter Miene.

Und das, obwohl er bis dahin erst sechs Monate im Real-Trikot gespielt hatte. "Tatsache ist, dass ich mich sehr gut und sehr schnell eingelebt habe. Der Wechsel von den Bayern zu Real Madrid war ein gewaltiger Schritt. Allerdings habe ich hier von allen große Unterstützung bekommen. Und bei der FIFA Klub-WM war ich schon recht gut drauf und in die Mannschaft integriert. Dieses Mal habe ich schon wesentlich mehr Erfahrung. Und auch sonst läuft alles bestens", freut sich Kroos, der inzwischen seine dritte Saison in Madrid spielt.

In Japan greift Real Madrid am 15. Dezember in das Turniergeschehen ein. "Das ist ja schon ziemlich knapp vor Weihnachten!", so der Vater von zwei Kindern voller Vorfreude auf das alljährliche Fest. "Uns steht eine weite Reise bevor, da wird es nicht einfach, uns an die Zeitverschiebung zu gewöhnen", meint der Mittelfeldmann, bevor er sich wieder ganz dem Fussball zuwendet. "In diesen letzten Wochen des Jahres haben wir jede Menge Spiele zu absolvieren. Das wird nicht leicht. Aber das ist auf jeden Fall ein Turnier, das wir sehr ernst nehmen. Denn dort treffen wir auf die Champions der anderen Konföderationen. Keine leichte Aufgabe, aber das ist es nie", sagt einer, der eher zu jenen Spielern gehört, die gerade das Schwierige mit einer Lockerheit meistern, als ob es das Natürlichste der Welt sei.

Doch allen Unwägbarkeiten zum Trotz bleibt Kroos optimistisch. "Ich hoffe, dass wir gute Spiele abliefern und gewinnen werden." Sicher auch deshalb, um erneut nur die besten Erinnerungen von einem Turnier, das ihm besonders zu liegen scheint, mit nach Hause nehmen zu können. Schließlich sind aller guten Dinge drei!

Und bevor jemand ins Grübeln kommt, wer genau bislang drei Mal FIFA Klub-Weltmeister wurde: Es sind Dani Alves, Andrés Iniesta, Lionel Messi, Gerard Piqué und Sergio Busquets.