Samstag 10 Dezember 2016, 00:44

Freude über erneutes Duell gegen Club América

Vor genau zehn Jahren, am 11. Dezember 2006, traten die Jeonbuk Hyundai Motors im Viertelfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft gegen den Club América an. Das damalige Duell war nach den Worten von Jeonbuks Torhüter Kwoun Suntae so etwas wie ein Kampf zwischen David und Goliath. Die koreanischen Neulinge verloren am Ende nur knapp mit 0:1 gegen den mexikanischen Spitzenklub.

In Osaka steht nun eine Neuauflage des Duells auf dem Programm. Nur zwei Spieler, die damals gegen Claudio Lopez, Guillermo Ochoa, Cuauhtemoc Blanco und Co. antraten, stehen noch beim Gewinners der AFC Champions League unter Vertrag. Sie unterstrichen im Gespräch mit FIFA.com, wie sehr sich ihr Klub im vergangenen Jahrzehnt verändert hat. Der eine ist Kwoun, der nun die Kapitänsbinde trägt. Der andere ist der Verteidiger Choi Chulsoon. Beide kamen 2006 zu den Jeonbuk Hyundai Motors und blieben dem Klub in den folgenden elf Spielzeiten durch dick und dünn treu. Kwoun gehört indes nicht zum Kader für die FIFA Klub-Weltmeisterschaft, da er sich im vergangenen Monat im Final-Rückspiel der AFC Champions League gegen Al Ain eine Verletzung zuzog.

"Die FIFA Klub-Weltmeisterschaft ist kein Turnier, an dem man immer wieder teilnehmen kann, denn schließlich muss man zunächst einmal die Champions League gewinnen", so Kwoun. "Ich erschauere regelrecht, wenn ich mir diese Bühne vorstelle. Es ist eine Schande, dass ich dieses Mal nicht dabei sein kann."

Choi kann die Enttäuschung seines Teamkameraden besonders gut verstehen, denn er selbst erlitt bei der damaligen Auflage eine Verletzung. "Meine erste Klub-WM würde ich am liebsten vergessen, denn ich habe mich gleich im ersten Spiel gegen den Club América verletzt", erinnert er sich an die Knöchelverletzung, die für ihn damals in Japan das Aus bedeutete.

"Doch dieses Mal sind wir besser vorbereitet und wollen der ganzen Welt zeigen, wie Jeonbuks Fussball aussieht. Ich werde das Turnier in vollen Zügen genießen. Hoffentlich können wir unser eigenes Spiel aufziehen, denn dann können die Fans unsere Spielweise ebenfalls genießen. Wir legen großen Wert auf die Offensive. Auch Verteidiger wie ich selbst schalten uns immer wieder in den Angriff ein. Wir versuchen, so viele Tore wie möglich zu schießen."

"Wenn wir drei Tore kassieren, dann schießen wir eben vier – das ist das Rezept von Jeonbuk", so Kwoun. "Beim Fussball muss man mehr Tore schießen als der Gegner, dann hat man Erfolg. Das hat uns auch unser Trainer schon immer gesagt. Das ist eben unsere Fussballphilosophie. Und ich denke, dass die Fans auch genau das von uns sehen wollen. Für einen Torhüter kann das ganz schön schwer werden, doch wir versuchen immer, mehr Tore zu schießen als zu kassieren."

Bereit für die Revanche Obwohl einige Schlüsselspieler fehlen, darunter auch er selbst, ist Kwoun überzeugt, dass Jeonbuk mehr als bereit ist, bei diesem Turnier mitzuhalten. Das Team sei besser aufgestellt als vor zehn Jahren. Damals verursachte die Berufung von Flügelmann Yeom Kihun in die Nationalmannschaft große Probleme.

"Wir mussten im Prinzip ganz von vorn anfangen, als wir 2006 hierher kamen", meint er. "Man kann wohl sagen, dass wir damals so etwas wie ein Kartenhaus waren. Wenn ein Spieler fehlte, stürzte die gesamte Organisation und Struktur in sich zusammen. Doch die jetzige Mannschaft ist da anders aufgestellt."

Dieser Einschätzung stimmt auch Choi zu: "Wir haben in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe guter Spieler geholt. Ich denke, das zahlt sich jetzt aus. Außerdem haben wir eine gute Balance im Team: Die Spieler sind bereit, sich auf ihren Positionen aufzuopfern und sich mehr zu engagieren, als jeweils nötig wäre. Daher gewinnen wir häufiger, spielen besseren Fussball, ziehen mehr Fans an und gewinnen mehr Titel. Ich denke, dass wir ein gutes Beispiel für den koreanischen Fussball abgeben."

"Unser Titelgewinn 2006 in der Champions League war ziemlich sensationell", so Kwoun. "Wir haben danach noch drei weitere Jahre benötigt, bis wir 2009 erstmals die nationale Meisterschaft gewinnen konnten. Das war ein Wendepunkt, denn danach hat die Bevölkerung angefangen, sich wirklich für den Fussball zu interessieren. 2009 begann unsere langfristige Planung, Früchte zu tragen."

Es wäre ganz sicher ein Fehler, das Team von Jeonbuk zu unterschätzen, insbesondere angesichts Chois Entschlossenheit, nach zehn Jahren endlich Revanche zu nehmen. "Ich denke, am Wichtigsten ist es, wie wir uns mental dieser Partie nähern", meint er. "Natürlich will niemand verlieren und daher werden wir alles geben, um zu gewinnen."