Beach-Soccer Legende Ozu Moreira zieht Bilanz nach einem Jahr als Japans Trainer
Bei der Beach-Soccer-WM 2021 in Russland wird er auch als Kapitän auf dem Platz stehen
“Letztes Mal waren wir so nah dran. Dieses Mal wollen wir gewinnen!“
"Natürlich habe ich jetzt eine neue Mission. Aber wenn die Partie losgeht, bin ich Spieler. In der Pause spreche ich dann zu meinem Team als Trainer – aber meine Arbeit ist auf dem Spielfeld und ich werde spielen!“, verkündet der japanische Coach Ozu Moreira im Vorfeld zur Beach Soccer WM in Russland 2021 gegenüber FIFA.com.
Gleichzeitig Cheftrainer und Spieler zu sein – schon auf Vereinsebene eine Seltenheit, auf der Weltbühne eine echte Rarität. Aber wer, wenn nicht Moreira könnte dieser Aufgabe gerecht werden? Der 35-Jährige verfolgte als Heranwachsender Beach Soccer so intensiv wie kaum jemand und spielte während seiner Karriere an der Seite und gegen die besten Akteure der Welt.

Im Gespräch sagt er: "Seitdem ich hier vor fast einem Jahr als Trainer angefangen habe, hatten wir viele Trainingseinheiten – aber keine Spiele. Wie willst du das Team testen und einschätzen?" Im Juni 2020 hatte die japanische Beach-Soccer Ikone die Mannschaft von Ruy Ramos übernommen. Als Co-Trainer engagierte er niemand geringeren als seinen ehemaligen Mitspieler Teruki Tabata. "Tabata wird von der Bank zuschauen und den Überblick behalten. Ich werde von Anfang an spielen und wie ein Spieler denken" – perfekte Voraussetzungen also für ein erfolgreiches Turnier 2021?

Die Vorbereitungen auf die Beach-Soccer-WM 2021 waren wegen der Corona-Pandemie keinesfalls einfach – keine Testspiele, kein direkter Leistungsvergleich mit anderen Teams. "Ja, es war für alle eine harte Zeit. Aber wir hatten keine Corona-Infektionen und der Verband hat sich hervorragend um uns gekümmert. Wir hatten zwar keine Spiele – aber wir haben alles getan, was wir konnten. Wir sind gut vorbereitet”, so Moreira im Gespräch.
Bei der 11. Auflage der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft vom 19. bis 29. August im Luzhniki-Olympiakomplex muss sich Japan in der Gruppenphase gegen starke Gegner durchsetzen – sie treffen auf Gastgeber Russland, Paraguay und die USA. "Russland gehört definitiv zu den Favoriten. Der Rückhalt von den Fans wird für sie ein großer Anreiz sein." Ozu spricht aus Erfahrung: Er hat selbst in der russischen Beach-Soccer-Liga gespielt.
Geboren und aufgewachsen ist einer der wohl besten Verteidiger im Beach Soccer in Rio de Janeiro. An der Copa Cabana hat er gegen Jungs wie Rafinha, Boquinha und Mauricinho gespielt. "Natürlich habe ich davon geträumt, Beach-Fussballer zu werden." Aber er wollte nie für die Seleção spielen. Deswegen zog es ihn 2007 nach Japan und er nahm 2012 die japanische Staatsbürgerschaft an.
Und diese Entscheidung zahlte sich 2019 mehr als aus – er führte das japanische Team zur AFC-Beach-Soccer-Meisterschaft, wo er Torschützenkönig und wertvollster Spieler wurde. Darauf folgte die FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft in Paraguay, wo er sein Team als Kapitän auf den vierten Platz führte und mit dem Goldenen Ball von adidas als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde.
Vielleicht folgt in Russland nun der Weltmeistertitel? "Wir sind zuversichtlich, was die Weltmeisterschaft angeht. Wir wollen dorthin fahren und ein gutes Ergebnis erzielen und um eine Medaille spielen." Auf das Gastgeberland und Russland als Austragungsort freut Ozu sich besonders: "Im August wird tolles Wetter in Moskau sein, eine wunderschöne Stadt. Ich glaube, dass es für die Beach-Soccer-WM großartig sein wird, dort zu spielen. Ich freue mich sehr darauf!"
“Letztes Mal waren wir so nah dran. Dieses Mal wollen wir gewinnen!"