Russland will als Gastgeber der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft den dritten Titel
Kapitän Anton Shkarin spürt vor dem Heimturnier hohen Erwartungsdruck
'Das erste Spiel (am 19. August gegen die USA) wird das schwerste'
Drei Jahre nach der fantastischen FIFA Fussball-WM 2018™ ist Russland erneut Gastgeber eines großen Turniers. Die FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Russland 2021™ beginnt am 19. August und wird mit Sicherheit Erinnerungen an die großartige Atmosphäre von 2018 wachrufen. Diese Erinnerungen sind bei Anton Shkarin, dem Kapitän und erfahrensten Spieler des russischen Beach-Soccer-Nationalteams, noch sehr lebendig. Genau wie alle anderen Fans genoss er den Erfolg Russlands. "Es ist sehr schade, dass ich damals nicht zu einem Spiel gehen konnte. Wir hatten zu der Zeit eine ganze Reihe wichtiger Spiele mit dem Klub und waren viel auf Reisen. Aber zumindest haben wir es zum FIFA Fan Fest™ in Moskau geschafft und dort das Spiel zwischen Russland und Spanien erlebt. Danach sind wir noch ins Stadtzentrum gefahren, um zu feiern. Die Emotionen dort waren einfach fantastisch, sie gehören zu den schönsten meines Lebens", so Shkarin im Gespräch mit FIFA.com. Für Russland war das Erreichen des WM-Viertelfinals ein großer Erfolg. Bei der bevorstehenden Beach-Soccer-WM allerdings sind die Erwartungen deutlich höher, nachdem das Team 2011 und 2013 bereits den Weltmeistertitel holen konnte. Der heute 38-jährige Shkarin, der bei beiden Triumphen eine Schlüsselrolle spielte, ist sich der hohen Erwartungen an das Team durchaus bewusst. "Jede Weltmeisterschaft war für mich anders, und jetzt habe ich ein neues, besonderes Gefühl, das ich nicht genau benennen kann. Alle Jungs im Team empfinden das Gleiche. Bis vor kurzem konnte ich noch gar nicht richtig glauben, dass Russland die Beach-Soccer-Weltmeisterschaft ausrichtet. Ich freue mich, dass wir unseren Fans zeigen können, was wir drauf haben. Für mich ist das Wichtigste, dass ich nach dem Turnier sagen kann, dass wir die Fans nicht enttäuscht haben und dass jeder Spieler auf dem Platz alles gegeben hat."
Teamgeist ist die Stärke der Gastgeber
FIFA.com: Wie unterscheidet sich dieses Team von denjenigen, die 2011 und 2013 triumphierten? Anton Shkarin: Unsere wichtigsten Stärken sind die gleichen geblieben. Erstens sind wir besonders als Team stark und auch taktisch gut aufgestellt. Natürlich hat sich unser Stil verändert, und auch der Beach Soccer selbst hat sich in dieser Zeit deutlich weiterentwickelt. Inwiefern? Ich spiele jetzt seit 16 Jahren Beach Soccer, und als ich anfing, war der Sport eher ein Spektakel, bei dem es viel auf die individuelle Brillanz ankam. Wenn man Talent hatte, war es fast garantiert, dass man im Beach Soccer Großes erreichen konnte. Heute kommt man in unserem Sport ohne enorme körperliche Fitness nicht weit, und ohne viel Kraft- und Ausdauertraining geht einem im dritten Drittel garantiert die Luft aus. Auch das spielerische Niveau ist jetzt höher. Früher konnten nur die besten Spieler Fallrückzieher. Heute sieht man davon 20 bis 30 in einem Spiel. Und das Schönste ist, dass Beach Soccer insgesamt sehr viel beliebter geworden ist. Eine Weltmeisterschaft zieht gewöhnlich viele neue Fans an. Wie würden Sie jemandem, der noch nie ein Beach-Soccer-Spiel gesehen hat, erklären, was diesen Sport so einzigartig macht? Es ist Fussball, aber eben mit vielen auffälligen Aktionen, die man auf Rasen nicht oft sieht. Wenn man auf Sand spielt, ist der Ball sehr viel in der Luft. Das ist sehr unterhaltsam. Ich habe noch nie gehört, dass jemand nach einem Beach Soccer-Spiel enttäuscht nach Hause gegangen ist. Wer auch nur ein Spiel sieht, wird ein Fan. Und wir als Team werden natürlich versuchen, die Fans nicht zu enttäuschen. Wie ich schon gesagt habe, empfinden wir etwas mehr Nervosität, aber wir wissen, wie wir damit umgehen. Das erste Spiel ist oftmals das schwerste. Wenn man das hinter sich hat, verschwindet die Nervosität.

Es gibt keine unschlagbaren Teams
Im Auftaktspiel treffen Sie auf die USA. Was wissen Sie über diese Mannschaft? Ich habe es leider nicht geschafft, mir die Qualifikationsspiele der CONCACAF anzusehen, doch unser Trainer hat sie gesehen und war voll des Lobes. Es ist klar, dass das nicht mehr das gleiche Team ist, das wir vor einigen Jahren deutlich geschlagen haben. Die USA haben eine junge, mutige Mannschaft, die jedem Gegner Probleme bereiten kann. Was denken Sie über die anderen Mannschaften in der Gruppe, Japan und Paraguay? Gegen Japan haben wir schon sehr oft gespielt. In der Vergangenheit waren sie immer ein guter Gegner für uns; ich kann mich nicht erinnern, wann wir das letzte Mal gegen Japan verloren haben. Aber sie sind jetzt sehr stark, und ihre größte Stärke ist ihre Disziplin. Bei der letzten Weltmeisterschaft habe ich Paraguay genau beobachtet. Ich mochte sie als Mannschaft, sie haben einige hervorragende Spieler, die individuell sehr stark sind, aber die Ergebnisse waren ein wenig enttäuschend. Ich hatte mehr von ihnen erwartet. Ich denke, dass sie es in Russland besser machen wollen, aber ich glaube, dass wir gut genug sind, um den Sprung aus der Gruppe zu schaffen. Wie üblich gilt Brasilien als Favorit. Kann dieses Team geschlagen werden? Im Beach Soccer gibt es keine unschlagbaren Teams. Wer sich für unschlagbar hält, erlebt meist eine große Enttäuschung. Brasilien kann geschlagen werden, ja. Das haben wir bei der letzten Weltmeisterschaft gezeigt, als wir ihre lange ungeschlagene Serie beendet haben. Wer kann außer Brasilien und Russland noch um den Titel mitspielen? Ich würde sagen, Portugal. Die Portugiesen sind amtierender Weltmeister und verfügen über eine Reihe von hervorragenden Spielern. Auch Spanien hat eine außergewöhnlich talentierte Generation. Sie haben in letzter Zeit auf europäischer Ebene sehr gut abgeschnitten. Von den afrikanischen Mannschaften halte ich Senegal für die stärkste.