Uruguay ist zurück unter der Elite auf Sand
Uruguay ist erstmals seit 2009 wieder bei der Beach-Soccer-WM vertreten
Cheftrainer Miguel Aguirre Zabala spricht über die Celeste
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Ein Jahrzehnt ist vergangen, seit Uruguay zum letzten Mal bei der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft dabei war. Das ist eine lange Zeit für ein Team, das bei zwei der ersten drei Auflagen auf dem Treppchen stand und bei der letzten Teilnahme im Jahr 2009 den vierten Platz belegte.
"Der Hauptgrund ist, dass der Umbruch nicht rechtzeitig eingeleitet wurde", meint Miguel Aguirre Zabala, der damals als Spieler eine Hauptrolle spielte und heute als Trainer der Celeste fungiert, kurz vor dem Auftaktspiel seines Teams bei der WM in Paraguay.
"Das war damals eine Siegergeneration, der die besten Spieler des Landes angehörten, aber es gab nicht viele weitere. Daher war es am einfachsten, alles so zu lassen, wie es war", betont der Uruguayer, der mit 20 WM-Spielen auf Sand zu den WM-erfahrensten Akteuren seines Landes zählt.
In seiner Analyse schwingt auch etwas Selbstkritik mit. "Ich glaube, wir sind mit der Zeit etwas müde geworden und waren nicht mehr so motiviert wie zu Anfang. Jetzt, nach dem Generationswechsel, sollte dieser Erfolgshunger wieder da sein."

Dieser Wechsel war nicht einfach, noch nicht einmal, als er 2012 das Ruder der Nationalmannschaft übernommen hatte. "Meine ehemaligen Teamkameraden waren noch immer die Besten, also habe ich auf sie gesetzt", erklärt er.
"Wir haben uns nicht für die nächsten beiden Weltmeisterschaften qualifiziert, aber 2016 sind wir dann mit dem Verband übereingekommen, dass wir die Qualifikation für 2017 am besten schon mit Blick auf 2019 angehen. Mit harter Arbeit haben wir es geschafft."
Hindernisse überwunden
Die größte Schwierigkeit war, dass keine Nachwuchsspieler da waren. "Es gibt eine Liga, aber die dauert nur einen Monat und es sind viele Spieler dabei, die aus anderen Sportarten wie dem Hallenfussball und der Elfervariante kommen. Daher mussten wir praktisch bei null anfangen."
Wir wollten wissen, was das genau bedeutet. "Wir haben Spieler mit bestimmten Eigenschaften gesucht: schnelle Spieler, starke Spieler, Spieler mit einer guten Schusstechnik. Diese haben wir dann für den Beach Soccer fit gemacht: Wir haben ihnen gezeigt, wie man auf Sand läuft, wie man mit dem Ball läuft, wie man hohe Bälle spielt. Einigen mussten wir sogar die Regeln erklären!"
Außerdem war es nicht einfach, die Niederlagen wegzustecken. "Früher haben wir in Südamerika nur gegen Brasilien verloren, plötzlich zogen wir gegen alle den Kürzeren. Aber wir mussten uns dem Wettbewerb aussetzen, um uns zu entwickeln."

Uruguay vereinbarte mit der VR China die jährliche Durchführung eines Turniers, das man dreimal in Folge gewann, wenn die Gegner auch nicht besonders stark waren. Dann stellten sich auch in Südamerika endlich wieder Erfolge ein.
"Nach dem dritten Platz bei der Copa América und guten Ergebnissen in der Entwicklungsliga glaubten wir, dass die Qualifikation für die WM möglich wäre. Und wir haben es mit einem Halbfinalsieg gegen Paraguay geschafft, das zweitstärkste Team in Südamerika."
Blick auf Paraguay
Aus der Vorbereitung für Paraguay 2019 hat Aguirre Zabala wichtige Lehren gezogen. "Vor Kurzem haben wir an den World Beach Games in Katar teilgenommen, und auf taktischer Ebene habe ich einiges einstecken müssen", gesteht Aguirre Zabala, der gleichzeitig Futsaltrainer ist.
Als Beispiel führt er folgenden Aspekt an: "Alle Torhüter, gegen die wir angetreten sind, waren gut mit dem Ball am Fuß. Daher waren uns die Gegner zahlenmäßig überlegen. Wir sind noch nie so viel ohne Ball gerannt wie gegen Japan oder Russland, die auch an der WM teilnehmen."
Anschließend analysiert der Trainer seine Gegner in Gruppe B. "Die Mexikaner kennen wir gut, und wir haben einen Schlachtplan gegen sie erarbeitet, aber sie sind erfahrener als wir."

"Bei Italien sticht Gori heraus, aber das Team ist nicht unschlagbar. Und Tahiti scheint eine Stufe über uns zu stehen, ist aber nicht so stark wie Brasilien, das für uns fast uneinholbar ist", so der Trainer. Aguirre Zabala ist einerseits sehr analytisch, andererseits aber auch der abergläubische Typ. Er trägt beispielsweise nie grüne Kleidung.
"Wir nehmen auch sechs Spieler mit, die erst gut zwei Jahre Beach Soccer spielen. Das ist mit Blick auf die Zukunft wichtig."