Auftakt der vom IFAB bewilligten Abseitstests zum Saisonstart der kanadischen Erstliga am 4. April
Tests mit neuem „Tageslicht-Prinzip“ zur Analyse der Auswirkungen auf das Spiel
Einführung von Fussball-Videounterstützung als Hilfsmittel für die Spieloffiziellen auf dem Spielfeld
In Zusammenarbeit mit der FIFA testet die höchste kanadische Liga, die Canadian Premier League (CPL), in der am 4. April beginnenden Saison 2026 eine alternative Abseitsregel auf Profistufe.
Die Initiative geht auf Gespräche im Rahmen der 140. Jahresversammlung des International Football Association Board (IFAB) zurück, bei der umfassende Massnahmen zur Verbesserung des Spielflusses und zur Eindämmung von Spielverzögerungen beschlossen wurden und über die Entwicklungen im Zusammenhang mit Abseitstechnologien und -tests berichtet wurde.
Bei den von der FIFA geleiteten und vom IFAB bewilligten Tests wird die sogenannte „Tageslicht-Regel“ getestet, die den Offensivfussball fördern soll. „Dies ist ein wichtiger Pilotversuch“, sagte Arsène Wenger, FIFA-Direktor für globale Fussballförderung. „Anhand der Tests mit dieser neuen Regel in einem Profiwettbewerb können wir deren Auswirkungen besser verstehen, auch mit Blick auf mehr Klarheit bei den Entscheidungen, besseren Spielfluss und mehr Offensivaktionen. Wir sind gespannt, was die Ergebnisse der Testphase zeigen werden. Wir danken der Canadian Premier League und dem kanadischen Fussballverband, dass sie die FIFA bei diesem Pilotversuch unterstützen und ihre Liga dafür öffnen.“
Gemäss der neuen Regel steht ein Spieler des angreifenden Teams nicht im Abseits, wenn sich mindestens ein Körperteil des Spielers, mit dem ein Tor erzielt werden kann (d. h. nicht die Hände/Arme), auf gleicher Höhe mit (oder hinter) dem vorletzten Spieler des verteidigenden Teams befindet. Somit befindet sich ein Spieler nur im Abseits, wenn sich zwischen ihm und dem vorletzten Spieler des verteidigenden Teams eine Lücke befindet – oder eben „Tageslicht“ zu sehen ist. Ein Abseits wird also nur geahndet, wenn sich der Spieler des angreifenden Teams vollständig vor dem vorletzten Spieler des verteidigenden Teams befindet. Mit dieser klareren visuellen Grenze sollen die Tests einen grösseren Angriffsvorteil und einen besseren Spielfluss bewirken.
Im Rahmen dieser Tests wird die CPL auch Fussball-Videounterstützung (FVS) einführen, das zugängliche und kostengünstige Videowiederholungssystem für wichtige Schiedsrichterentscheidungen. FVS nutzt keine eigenen Video-Spieloffiziellen und überprüft daher nicht automatisch alle spielentscheidenden Vorfälle. Stattdessen haben die beiden Cheftrainer die Möglichkeit, eine begrenzte Anzahl an Reviews (Videoüberprüfungen) pro Spiel zu verlangen, wenn sie bei einer spielentscheidenden Situation wie Tor/kein Tor, Elfmeter/kein Elfmeter, direkte rote Karte oder Spielerverwechslung eine klare und offensichtliche Fehlentscheidung vermuten. Ausserdem prüft der vierte Offizielle bei jedem Tor, ob das angreifende Team im Vorfeld des Tors ein Vergehen begangen hat.
Für einen Review müssen sie dem vierten Offiziellen unmittelbar nach dem Vorfall eine Karte überreichen, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden und die Spielregeln einzuhalten, wonach Entscheidungen nach der Fortsetzung des Spiels nicht mehr geändert werden dürfen.
FVS ist kein Ersatz für das System mit Video-Schiedsrichterassistenten (VAR), hilft dem Schiedsrichter aber bei wichtigen Entscheidungen.