Mittwoch 16 August 2023, 01:00

Neue Generation von Grossveranstaltungsexperten dank FIFA Frauen-Weltmeisterschaft

  • Rund 60 % Einheimische beim WM-Personal in Aotearoa Neuseeland

  • Potenzielle Arbeitskräfte für künftige Veranstaltungen dank Mitgliedschaft in der globalen FIFA-Talentgemeinschaft

  • Erlernte Fähigkeiten auch auf andere Sportveranstaltungen und Sportarten im Land übertragbar

Die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Australien & Neuseeland 2023™ ist ein Sprungbrett für eine neue Generation von jungen Neuseeländern, die bei einer der grössten Sportveranstaltungen der Welt mitgearbeitet haben.

Tausende Menschen reisen – oft in Teams – um die ganze Welt, um FIFA-Wettbewerbe und andere Sportgrossveranstaltungen zum Leben zu erwecken. Ihre ersten Erfahrungen sammeln sie oft, wenn ihr Land eine Grossveranstaltung ausrichtet.

So boten die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023™ sowie die letztes Jahr in Aotearoa Neuseeland durchgeführten Frauen-Weltmeisterschaften im Rugby und im Cricket Hunderten von Neuseeländern eine wunderbare Gelegenheit, einzigartige neue Fähigkeiten zu erlernen und ihre ersten Schritte in der Veranstaltungsbranche zu machen.

Aufnahme des Auckland Sky Tower während der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™.

„Für viele Neuseeländer war es eine grossartige Chance, bei einer der grössten Veranstaltungen der Welt mit einigen der erfahrensten Leute der Branche zusammenzuarbeiten“, sagte Lisa Pennington, Direktorin für Dienstleistungen bei der FIFA.

Laut Pennington waren rund 60 % der für die WM-Spiele in Aotearoa Neuseeland aufgebotenen Mitarbeiter Einheimische.

„Bei diesem Turnier standen wir vor der Herausforderung, dass die Grenzen Neuseelands wegen der Pandemie bis Oktober 2022 geschlossen waren, sodass wir in der ersten Phase der Vorbereitung viel mehr einheimisches Personal einstellen mussten“, erklärte Pennington und fügte an, dass ein Vermächtnis der FIFA erfahrenes Veranstaltungspersonal sein solle, das die lokalen Behörden bei Fussballturnieren, aber auch bei anderen Sportveranstaltungen und Sportarten unterstützen könne.

„Die erlernten Fähigkeiten lassen sich sehr gut übertragen. Deshalb arbeiten wir aktiv mit anderen Grossveranstaltungen und Sportverbänden zusammen, um unseren Mitarbeitern der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft im Rahmen unseres Vermittlungsprogramms Türen zu künftigen Veranstaltungen zu öffnen“, so Pennington, die erzählt, dass alle Mitarbeiter in Aotearoa Neuseeland nun der globalen Talentgemeinschaft angehören, die die FIFA zur Rekrutierung für künftige Turniere nutzt.

FIFA Women's World Cup 2023 Transport Coordinator, Ravina Ramesh

Eines der jungen Talente ist Ravina Ramesh, die von Christchurch auf der Südinsel nach Auckland/Tāmaki Makaurau gezogen ist, um bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ als Transportkoordinatorin zu arbeiten.

„Meine Schwester hat bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in Katar mitgearbeitet und mir gesagt, dass dies eine einmalige Chance sei. Also habe ich mich für diese Stelle im Transportwesen beworben“, erzählte Ramesh.

„Alles ist komplett neu für mich. Wir wurden einige Wochen lang von Menschen geschult, die bereits Erfahrung in diesem Bereich und vor allem mit der Buchungssoftware TMM haben. Zudem bildete ich mich vor dem Turnier auch selbst weiter“, so Ramesh, die bereits weitere Einsätze im Blick hat, etwa beim Klimagipfel COP28 in Dubai und bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ in Kanada, Mexiko und den USA.

„Die hier erlernten Fähigkeiten lassen sich perfekt übertragen, denn neben den grossen FIFA-Turnieren nutzen auch andere Veranstaltungen diese Software“, erklärte die 25-Jährige, die ihre Designkenntnisse auch bei künftigen FIFA-Veranstaltungen einzusetzen hofft.

FIFA Women's World Cup 2023 Venue Media Coordinator, Fletcher Cavanagh

Ein weiterer junger Neuseeländer, der wortwörtlich weit gekommen ist, ist Fletcher Cavanagh, der im Eden Park in Auckland/Tāmaki Makaurau als Spielort-Medienkoordinator im Einsatz stand.

Der 21-Jährige hatte während seines Sportmanagementstudiums an der Universität Otago in Dunedin/Ōtepoti bereits Erfahrungen im Veranstaltungsmanagement beim neuseeländischen Cricketverband und als Medienassistent bei internationalen Rugbyveranstaltungen gesammelt und sich zunächst für einen Einsatz im Dunedin-Stadion beworben.

„Aufgrund meiner Medienerfahrung schlug man mir aber vor, im Medienzentrum im Eden Park zu arbeiten, was wirklich toll war.“ Der junge Mann aus Wanaka im tiefen Süden Neuseelands erzählte, dass er trotz seiner früheren Erfahrungen von der Sorgfalt und dem Umfang der Vorbereitungen für eine FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ überwältigt gewesen sei.

AUSTRALIA Knowledge Capture Brief - FIFA Women's World Cup Australia & New Zealand 2023

„Es war eine steile Lernkurve. Wir haben 20 Tage vor dem ersten Spiel angefangen, damit wir das Stadion genau so einrichten konnten, wie wir es wollten, um dem zu erwartenden grossen Medienaufgebot den bestmöglichen Service zu bieten.“

Die 217 neuseeländischen Mitarbeiter waren bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ von sage und schreibe 70 weiteren Nationalitäten umgeben.

Abgesehen von den 319 Australiern, die beim Turnier im Einsatz standen, kamen die meisten Mitarbeiter aus Grossbritannien, Brasilien und Indien – alles Länder, die in den letzten Jahren Olympische Spiele, Fussball-Weltmeisterschaften oder Commonwealth Games ausgerichtet haben.

Eden Park Night Aerial 1

Cavanagh ist seinen erfahrenen Kollegen aus verschiedenen Kontinenten im Medienzentrum im Eden Park dankbar, dass sie ihr Fachwissen mit ihm teilen. Im Gegenzug hat er ihnen neuseeländischen Slang beigebracht. „Als stolzer Kiwi war es mir eine grosse Freude, sie herumzuführen und dafür zu sorgen, dass sich alle willkommen fühlen“, so Cavanagh, der in den kommenden Monaten bereits Einsätze im Rugby und Cricket geplant hat.

„Und danach? Ich liebe den Fussball. Deshalb wäre es ziemlich cool, auch in Zukunft bei FIFA-Veranstaltungen zu arbeiten, denn sie sind für mich das Nonplusultra.“