FIFA
Pressemitteilung

Fédération Internationale de Football Association

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Dienstag 28 Juli 2026, 15:00

FIFA beabsichtigt Erhöhung der Entwicklungsbeiträge auf mehr als USD 10 Milliarden, falls Mitgliedsverbände zustimmen

  • Im Falle einer Bewilligung würde die Fussballförderung weltweit sofort von höheren Beiträgen für alle 211 FIFA-Mitgliedsverbände (MV) profitieren: (i) Optional USD 20 Millionen pro MV für die ausserordentliche und sofortige Finanzierung von Spezialprojekten über das neue FIFA-Fast-Forward-Programm (FFFP); (ii) USD 20 Millionen pro MV an Forward-Beiträgen für die Periode 2027–2030 (derzeit USD 8 Millionen budgetiert); (iii) USD 22 Millionen pro MV an Forward-Beiträgen für die Periode 2031–2034; (iv) USD 24 Millionen pro MV an Forward-Beiträgen für die Periode 2035–2038

  • Umsetzung über FIFA Forward Enterprise (FFE), eine neue Tochtergesellschaft im Besitz und unter der Kontrolle der FIFA, die den gesamten Geschäfts- und Veranstaltungsbetrieb der FIFA konsolidieren soll; FIFA würde die vollständige Kontrolle über FFE und die ausschliessliche Zuständigkeit für die Fussballführung, Wettbewerbe, den Spielkalender sowie alle regulatorischen und sportlichen Entscheidungen behalten

  • FFE soll im Laufe des Jahres basierend auf einer anfänglichen Eigenkapitalbewertung von USD 20 Milliarden bis zu USD 4,2 Milliarden zur Finanzierung des FFFP aufbringen, und zwar durch die sorgfältige Auswahl langfristiger Investoren, die Minderheitsbeteiligungen an FFE ohne Kontrollbefugnis erwerben werden. Alle Nettoerträge von FFE werden in den Weltfussball reinvestiert.

  • Unter vollständiger Achtung der demokratischen und Governance-Grundsätze der FIFA bedarf diese neue Struktur der Unterstützung einer Mehrheit der MV sowie der entsprechenden Genehmigungen durch den FIFA-Rat

Entsprechend ihrem Auftrag prüft die FIFA-Administration ein Konzept, bei dem die gewerblichen Rechte der FIFA – inklusive Rundfunkübertragung, Sponsoring, Ticketing und Lizenzierung – durch die Gründung von FIFA Forward Enterprise (FFE) mit der operativen Durchführung von FIFA-Turnieren unter ein Dach gebracht werden. Nach dem Erhalt eines Vorschlags, der darauf abzielt, das Potenzial der Übertragungsrechte und Sponsorings der FIFA über das gesamte Turnierportfolio im Männer-, Frauen- und Jugendbereich voll auszuschöpfen, wurde ein Konsultationsprozess eingeleitet.

Im Fokus steht dabei die Neuausrichtung des FIFA-Forward-Programms, des wichtigsten Entwicklungsprogramms der FIFA, dessen Fördermittel pro FIFA-Mitgliedsverband (MV) für die Geschäftsperiode 2027–2030 von USD 8 Millionen auf USD 20 Millionen angehoben werden und dann in den nächsten Geschäftsperioden stetig steigen sollen. Diese Beiträge würden der Förderung von Infrastrukturprojekten, Coaching, Nationalteams, Wettbewerben sowie dem Kinder- und Frauenfussball zugutekommen.

Der Prozess wurde im Anschluss an eine Rede von FIFA-Präsident Gianni Infantino vor dem FIFA-Rat und den FIFA-Mitgliedsverbänden am Vorabend des Finales der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ in New York angestossen. Dort hatte er erneut seine Absicht bekräftigt, „das Geschäftspotenzial und die Möglichkeiten der FIFA zu nutzen“, nachdem er dies bereits in seiner Rede vor dem FIFA-Kongress in Vancouver (Kanada) im April 2026 angekündigt hatte.

„Der Fussball ist der beliebteste Sport der Welt und ein hervorragender Antriebsmotor für die menschliche und soziale Entwicklung“, so Infantino. „Von Teilen des Fussballs wurde diese Beliebtheit genutzt, um einen beträchtlichen Geschäftswert zu erzielen. Diesen Erfolg feiern wir und wollen, dass er anhält, denn er wirkt sich positiv auf den gesamten Fussball aus. Wir müssen nun dafür sorgen, dass der Rest des Fussballs mitwächst: Die FIFA ist dazu da, rund um die Welt eine nachhaltige, inklusive Entwicklung zu fördern.“

„Als Weltfussballverband muss die FIFA diesen Sport in jeden Winkel der Welt tragen und dafür sorgen, dass überall Verbände und Gemeinschaften von der durch ihn generierten Wertschöpfung profitieren. Unser nächstes Wachstumsstadium erfordert eine eigene Struktur, in der der kommerzielle Bereich des Fussballs als zielgerichtetes, eigenständiges Geschäftsfeld betrieben und die Wertschöpfung daraus weltweit besser verteilt wird. Jeder FIFA-Mitgliedsverband sollte die Möglichkeit haben, einen fairen Anteil der verfügbaren Mittel zu erhalten, um seine eigene Zukunft zu gestalten und selbst Entscheidungen zu treffen, statt von anderen abhängig zu sein. Hier geht es um die weltweite Demokratisierung des Fussballs.“

„Wir wollen selbst in den kleinsten oder entferntesten Ecken der Fussballwelt hohe Investitionen tätigen – an Orten, die oftmals übergangen werden. Jeder FIFA-Mitgliedsverband wird eine Stimme und die Chance haben, sein eigenes Schicksal zu bestimmen – ganz unabhängig von seiner Grösse, seinen Ressourcen oder der geografischen Lage. Der Fussball ist ein wirklich globales Spiel geworden. Daher muss auch sein Nutzen weltweit spürbar sein.“

Wachstum des globalen Fussballs

Die Auswirkungen der Investitionen in eine nachhaltige Entwicklung waren bei der diesjährigen FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ bereits deutlich zu sehen. Nach einem Jahrzehnt wachsender Unterstützung über das FIFA-Forward-Programm konnten Debütanten wie Kap Verde und Curaçao auf der grössten Fussballbühne mithalten.

Viele grosse Sportorganisationen, darunter kontinentale und nationale Fussballverbände und Ligen, haben ihren Geschäftsbetrieb in den letzten Jahren auf ähnliche Weise umstrukturiert, um langfristig nachhaltiges Wachstum zu erzielen, das in den Sport selbst reinvestiert werden kann.

Gemeinsam mit weiteren bestehenden FIFA-Programmen könnten die gesamten geplanten Entwicklungsmittel durch diese Investitionen innerhalb der nächsten vier Jahre USD 10 Milliarden übersteigen. Das wäre das größte finanzielle Engagement dieser Art, das je eine Sportorganisation getätigt hat. Es ist darauf ausgelegt, den Fussball besser zugänglich zu machen, die Fussballinfrastruktur und die Möglichkeiten weltweit zu stärken und jeden MV am Wachstum zu beteiligen. Die FIFA wird diese Investitionen gleichmässig und zum Nutzen aller über die einzelnen Länder verteilen, unabhängig von deren Grösse, finanziellen Möglichkeiten oder geografischer Lage.

Vorausgegangen ist diesem Prozess die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™, das erfolgreichste Turnier der Fussballgeschichte. Der Konsultationsprozess wurde angestossen, um die Dynamik dieses Turniers zu erhalten und darauf aufzubauen. Diese Dynamik lässt sich auch eindrucksvoll in Zahlen ausdrücken: Fast 16 Millionen Fans füllten die Stadien und Fan Festivals und Milliarden Zuschauer in aller Welt verfolgten das Turnier über neue Kanäle und innovative Inhaltsformen.

Reinvestition der Wachstumserträge in die einzelnen MV

Die FIFA würde im Rahmen des FFE das FIFA-Fast-Forward-Programm (FFFP) einrichten, einen optionalen Mechanismus, über den MV zusätzliche Entwicklungsbeiträge erhalten können. Dadurch könnten neue Möglichkeiten für Projekte wie Stadien, nationale Trainingszentren und andere langfristig angelegte Infrastrukturprojekte erschlossen werden, die sonst vielleicht innerhalb eines einzigen Entwicklungszyklus nicht realisierbar wären.

Die FIFA würde jedem der 211 MV die Möglichkeit bieten, am FFFP teilzunehmen und eine Einmalzahlung von bis zu USD 20 Millionen zu beanspruchen. Die Teilnahme wäre den MV freigestellt und ist nicht verpflichtend.

Die zusätzlichen Beiträge würden über die geplante Anfangskapitalbeschaffung des FFE in Höhe von bis zu USD 4,2 Milliarden finanziert werden. Dies würde auf einer impliziten Bewertung von USD 20 Milliarden basieren. Etwaige Nettoerträge des FFE würden vollständig in den Fussball reinvestiert.

Langfristige Investitionen – FIFA behält uneingeschränkte Kontrolle

Ähnlich wie andere Sportverbände mit eigenen kommerziellen Tochtergesellschaften wird die FIFA Drittparteien zu Minderheitsbeteiligungen an FFE ohne Kontrollbefugnis einladen.

Solche Investoren würden mit Blick auf Langfristigkeit sowie klare Führungs- und Strategiekriterien ausgewählt werden. Sie würden eine geografisch breit gestreute Gruppe repräsentieren, die den globalen Charakter des Fussballs widerspiegelt, und die FIFA in ihrem Bestreben, den Fussball weltweit zu fördern, als langfristige Minderheitspartner mit Kapital und Wirtschaftskompetenz unterstützen. Die FIFA würde durch eine Mehrheitsvertretung im Vorstand und die ausschliessliche Zuständigkeit für die Fussballführung, Wettbewerbe, den internationalen Spielkalender sowie alle regulatorischen und sportlichen Entscheidungen die vollständige Kontrolle über FFE behalten.

Während die FIFA für bestimmte Unterfangen regelmässig unilateral Tochtergesellschaften gründet, werden in diesem Fall angesichts der strategischen Bedeutung die MV und der FIFA-Rat eingebunden. Im Einklang mit den demokratischen Prozessen bei der FIFA wird die FIFA-Administration die neue Struktur nur einführen, wenn eine Mehrheit der MV sie unterstützt und der FIFA-Rat die erforderlichen regulatorischen Änderungen bewilligt.

Vorbehaltlich dieser endgültigen Zustimmungen und erforderlichen Genehmigungen wird wohl Thrive Eternal, eine Holdinggesellschaft mit permanenter Kapitalbindung, die vorgeschlagene Investorengruppe für FFE anführen. Greg Maffei, CEO von BANN Ventures und ehemaliger Präsident und CEO von Liberty Media während der Übernahme und des Besitzes der Formel 1 durch das Unternehmen, hat eine wichtige wirtschaftliche Beratungsfunktion übernommen und wird auch in dieser nächsten Phase in die Gründung von FFE einbezogen werden.

Im Rahmen dieses Prozesses wurde J.P. Morgan beauftragt, mit der FIFA zusammenzuarbeiten, während andere Berater wie OpenEconomics mit potenziellen Langzeitinvestoren im Austausch stehen. Im Kern geht es darum, eine geografisch breit gestreute Investorengruppe zusammenzustellen, die den globalen Charakter der FIFA und des Fussballs widerspiegelt. Interessenerklärungen gibt es bereits von Investoren aus allen grossen Regionen der Welt, nämlich aus Europa, Amerika, Asien und Afrika.

Der FIFA-Präsident und die FIFA-Administration haben die Pflicht, die Entwicklung dieses Projekts zu kontrollieren. Externe Investoren werden nur einen Minderheitsanteil von FFE haben und keine operative Funktion übernehmen. Darüber hinaus investieren sie in eine Tochtergesellschaft der FIFA, nicht etwa in die FIFA selbst. Für die FIFA ändert sich nichts.