Gründung am 19. Januar 1901
Würdigung der erfolgreichen Vergangenheit durch die Fussballfamilie
Lob des FIFA-Präsidenten für Pionierrolle ungarischer Trainer weltweit
Der ungarische Fussballverband (MLSZ) feierte am Montag mit einem Galadiner in Budapest in Anwesenheit von FIFA-Präsident Gianni Infantino sein 125-jähriges Bestehen.
Mit drei olympischen Goldmedaillen (1952, 1964 und 1968) und zwei zweiten Plätzen bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ 1938 in Frankreich und 1954 in der Schweiz kann der ungarische Fussball auf eine glorreiche Geschichte zurückblicken.
Ehemalige Spieler und Trainer sowie Sportfunktionäre und Minister feierten mit der gesamten ungarischen Fussballfamilie das stolze Jubiläum und bekräftigen ihr Engagement für eine erfolgreiche Zukunft des Fussballs im Land.
UEFA-Präsident Aleksander Čeferin und MLSZ-Präsident Sándor Csányi erinnerten in ihren Reden an die denkwürdigen Spieler und Auftritte der Goldenen Elf der 1950er-Jahre, zu der auch der legendäre Ferenc Puskás gehörte und die Gianni Infantino in seiner Rede als eine der besten Mannschaften aller Zeiten bezeichnete.
„Es gibt vielleicht drei Nationalmannschaften, an die sich die Menschen rund um den Erdball – von Vanuatu über Namibia bis Guatemala – erinnern, obwohl sie den WM-Titel verpasst haben“, sagte der FIFA-Präsident.
„Dazu gehören Brasilien mit Zico 1982, die Niederlande mit Johan Cruyff 1974 und eben Ungarn mit Puskás 1954. Vielen Menschen haben mehr Erinnerungen an diese Mannschaft als an viele Weltmeisterteams. Das sagt alles“, fügte er hinzu.
Die jährlich vergebene FIFA-Auszeichnung für das schönste Tor im Weltfussball ist nach Puskás benannt, der seine Karriere bei Honvéd Budapest begann und später für Real Madrid spielte.
Gewürdigt wurden auch die ungarischen Trainer, die für ihren Pioniergeist bekannt waren und die revolutionären Taktiken und Techniken der grossen ungarischen Teams auf der ganzen Welt verbreiteten.
„Überall auf der Welt gab es legendäre Trainer – in Südamerika, Afrika, Asien, einfach überall“, sagte Infantino und betonte, dass diese Trainer weltweit Spuren hinterlassen hätten.
„Wenn ich um die Welt reise – inzwischen habe ich rund 180 Länder besucht –, besuche ich natürlich immer auch die Fussballmuseen vor Ort. Überall treffe ich auf einen ungarischen Trainer, der dort in den 60er-, 70er- und 80er-Jahren tätig war“, erzählte der FIFA-Präsident.
„Diese brillanten Trainer haben den ungarischen Spielstil und den Fussball in die ganze Welt gebracht. Die FIFA, ich selbst und alle, die den Fussball lieben, sind Ungarn dafür unendlich dankbar. Grossartige Spieler, grossartige Trainer“, betonte er.
MLSZ-Präsident und FIFA-Vizepräsident Sándor Csányi betonte die Arbeit des Verbands in den letzten 15 Jahren zur Revitalisierung des ungarischen Fussballs.
„In den 1980er-Jahren stagnierte der Fussball hierzulande. Nach fast zwei Jahrzehnten des Niedergangs befinden wir uns dank den Anstrengungen der letzten 15 Jahre wieder im Aufwind“, erklärte er. Neben der Qualifikation des A-Nationalteams der Männer für die letzten drei EM-Endrunden verwies er stolz auf die Investitionen in Einrichtungen, die zu einem Anstieg der Spielerzahlen geführt hätten.
„Dank unserem Engagement in den letzten Jahren verfügt der ungarische Amateur- und Profifussball heute über eine der besten Infrastrukturen auf der ganzen Welt. Das ist ein riesiger Erfolg. In den letzten 15 Jahren haben wir in Zusammenarbeit mit Sportorganisationen 1600 Spielfelder gebaut und 3800 Spielfelder instand gestellt“, so Csányi.
„Mit 300.000 registrierten Fussballern hat sich die Zahl mehr als verdreifacht. 2010 hatten 27.000 Kinder zwischen fünf und 14 Jahren Zugang zu Sportanlagen, heute sind es mehr als 140.000.“
Gianni Infantino lobte die Arbeit von Präsident Csányi und die Unterstützung der ungarischen Regierung: „Sándor bringt Ungarn definitiv zurück auf die Siegerstrasse. Heute sind einige Legenden des ungarischen Fussballs zugegen, die die Leute hier schon so oft verzaubert haben.“
Zum Schluss sagte der FIFA-Präsident: „Mit fortwährenden Investitionen, einer starken Führung durch den MLSZ sowie der Unterstützung von Ministerpräsident Viktor Orbán kann der ungarische Fussball in eine rosige Zukunft blicken. Auf ein spannendes nächstes Kapitel!“