Beim Olympischen Fussballturnier der Männer von London 2012 stieß Japan bis ins Halbfinale vor. Nun machen sich die Samurai Blue Hoffnungen, 2016 in Rio sogar noch besser abzuschneiden. Die Auslosung bescherte den Japanern allerdings eine schwere Gruppe, in der sie gegen den Ex-Olympiasieger Nigeria, den amtierenden Europameister Schweden und gegen Kolumbien antreten müssen.
Auch Japans Cheftrainer Makoto Teguramori gibt zu, dass es sich um keine leichte Gruppe handelt. Doch der junge Stürmer Yuya Kubo sieht das ganz anders und will mit dem Team trotz der schweren Aufgaben eine Medaille anpeilen.
"Bei einem internationalen Wettbewerb auf dem Niveau der Olympischen Spiele gibt es keine leichten Spiele", so der 22-jährige Stürmer des schweizerischen Klubs BSC Young Boys kürzlich in einem exklusiven Interview mit FIFA.com. "Jeder Gegner ist stark. Trotzdem denke ich, dass wir noch besser abschneiden können als vor vier Jahren."
Kubo hat allerdings gute Gründe, auf eine Wiederholung des Erfolgs von Mexiko 1968 zu hoffen, wo Japan schon einmal die Bronzemedaille holte. Das Selbstvertrauen des Stürmers wurde durch die beeindruckende Qualifikation für Rio 2016 noch stärker. Als bester Torjäger des Teams trug er mit drei Treffern zum Erfolg bei, als sich Japan als Asienmeister für die Olympischen Spiele qualifizierte.
Zum 4:0-Sieg gegen Thailand in der Gruppenphase trug Kubo zwei Treffer bei. Im Halbfinale gegen Irak erzielte er dann den ersten Treffer und brachte sein Team damit auf die Siegerstraße. Mit dem 2:1-Erfolg brachten die Japaner die Olympiaqualifikation unter Dach und Fach.
"Das Spiel gegen Irak war besonders denkwürdig für mich", so Kubo, der seit 2013 und seinem Wechsel von Kyoto Sanga in die schweizerische Super League in 87 Spielen 19 Tore für die Young Boys Bern erzielte. "Das Spiel habe ich noch sehr lebhaft in Erinnerung, weil ich mit diesem wichtigen Führungstor direkt zur Olympiaqualifikation beigetragen habe."
Ein Schub für die MoralAuch die vorbildliche Einstellung des Teams bei der AFC U-23-Asienmeisterschaft trägt zum Optimismus bei. Kubo und Co. steigerten sich auf dem Weg bis ins Finale von Spiel zu Spiel. Die enorme Entschlossenheit der Japaner wurde insbesondere im Finale gegen die Republik Korea deutlich, als das Team die Partie nach einem 0:2-Rückstand noch drehte und am Ende mit 3:2 gewann.
"Das war eine harte Partie. Wir haben es geschafft, das Blatt zu unseren Gunsten zu wenden und das Spiel zu drehen. Es war eines dieser Spiele bei denen man lernt, dass im Fussball einfach alles möglich ist."
Kubo durchlief die Nachwuchsabteilungen seines Heimatklubs FC Yamaguchi und war für die Konan Junior High School aktiv, bevor er noch als Teenager von Kyoto Sanga verpflichtet wurde. Nachdem er sein Können einige Jahre im Reserveteam verfeinert hatte, schaffte er 2011 den Sprung in die A-Mannschaft, in der er sich schnell einen Namen machte. Schon beim Vorstoß des Klubs ins Finale des Emperor's Cup 2011 gehörte er zu den Schlüsselspielern.
Dank der starken Leistungen bei dem japanischen Zweitligisten bekam er dann vor drei Jahren ein Angebot von den Young Boys Bern. Kubo ist überzeugt, dass er sich seit seinem Wechseln in die Schweiz in mehreren Bereichen deutlich verbessert hat.
"Ich denke, dass ich deutlich stärker geworden bin, seitdem ich bei den Young Boys bin", so seine Überzeugung. "Insbesondere was die Physis angeht, musste ich hart an mir arbeiten, um hier mithalten zu können. Doch auch taktisch habe ich eine ganze Menge dazu gelernt. Obgleich ich Stürmer bin, ist mir nun klar, dass ich bei Bedarf auch in der Verteidigung aushelfen muss."
Auch abseits des Spielfelds hat Kubo Fortschritte gemacht. "Im Klub spreche ich mit allen meistens Deutsch", sagt er. "Das war am Anfang nicht leicht, aber mittlerweile klappt es mit der Kommunikation problemlos."
Die Erwartungen an einen Akteur wie Kubo, der für seinen Klub und für sein Land gleichermaßen regelmäßig wichtige Tore erzielt, sind naturgemäß hoch. "Mein großer Traum muss noch wahr werden. Ich glaube daran, dass ich eines Tages den Sprung in eine Spitzenliga schaffen werde. Mein Wunschtraum ist ein Wechsel in die Serie A. Ich möchte für einen großen Klub in Italien spielen, das ist mein Karriereziel."