Donnerstag 09 April 2026, 08:20

Historischer Aufbruch: Pakistans Frauen-Nationalteam vor Debüt auf der FIFA-Bühne

  • Die pakistanische Frauen-Nationalmannschaft gibt ihr Turnierdebüt bei der FIFA Series

  • Der Wiederaufbau des Fussballs im Land nach strukturellen Herausforderungen

  • „Eine historische Teilnahme“, sagt Syed Mohsen Gilani, Präsident des pakistanischen Fussballverbands

Die Teilnahme an der FIFA Series ist für das Frauen-Nationalteam Pakistans ein bedeutender Schritt in seiner Entwicklung. Für die Pakistan Football Federation (PFF) ist das Turnier nicht nur sportlich relevant, sondern auch ein wichtiges Signal für den Fortschritt des Frauenfussballs im Land.

„Diese Teilnahme ist ein bedeutender Schritt für ein Land, das bislang noch nie bei einem Wettbewerb der FIFA vertreten war“, so Syed Mohsen Gilani, Präsident des PFF.

Internationale Wettbewerbe wie die FIFA Series bieten insbesondere aufstrebenden Fussballnationen die Möglichkeit, sich mit Teams aus anderen Konföderationen zu messen. „Diese Spiele helfen unseren Spielerinnen, Selbstvertrauen zu gewinnen und gleichzeitig zu erkennen, wo sie sich weiterentwickeln müssen“, so Gilani weiter.

Die Teilnahme erfolgt in einer Phase des Aufbruchs. Nach mehreren schwierigen Jahren und strukturellen Herausforderungen befindet sich der Fussball in Pakistan wieder im Aufbau. „Wir haben turbulente Jahre erlebt … aber wir sind jetzt hier, um gemeinsam mit der FIFA den Fussball wieder aufzubauen“, erklärte Gilani im Rahmen eines Treffens mit Gianni Infantio.

Auch FIFA-Präsident Infantino unterstrich die Bedeutung dieser Entwicklung und die Unterstützung durch den Weltverband: Man habe sich unter anderem über die Förderung des Frauenfussballs und zusätzliche internationale Spielmöglichkeiten ausgetauscht.

 FIFA President Gianni Infantino presents a pennant to Pakistan Football Federation President Mohsen Gilani

Strukturen schaffen, Chancen eröffnen

Parallel zur internationalen Entwicklung arbeitet die PFF daran, nachhaltige Strukturen im Frauenfussball zu etablieren. Ein zentraler Schritt ist die Einrichtung einer eigenen Abteilung für Frauenfussball, die gezielt Programme für den Nachwuchs und die Entwicklung umsetzt.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Förderung junger Spielerinnen. Geplant sind unter anderem Schulwettbewerbe sowie Kooperationen mit Bildungseinrichtungen, um Mädchen frühzeitig für den Fussball zu begeistern. Programme wie „Football for Schools“ sollen dabei helfen, den Zugang zum Sport zu erleichtern und neue Zielgruppen zu erreichen.

Darüber hinaus verfolgt die PFF einen ganzheitlichen Ansatz: Neben Spielerinnen sollen auch Trainerinnen, Schiedsrichterinnen und Funktionärinnen stärker eingebunden werden. Ziel ist es, ein nachhaltiges Umfeld zu schaffen, in dem sich der Frauenfussball langfristig entwickeln kann.

Auch die gezielte Einbindung von Spielerinnen aus der pakistanischen Diaspora ist Teil dieser Strategie. Laut Gilani hat diese Strategie bereits dazu beigetragen, die Qualität des Nationalteams zu steigern und die Sichtbarkeit des Frauenfussballs im Land zu erhöhen. Parallel dazu arbeitet die PFF an der Einführung eines nachhaltigen Ligasystems, um regelmäßigen Wettbewerb auf nationaler Ebene zu gewährleisten.

PAKISTAN TEAM CELEBRATES AFTER WINNING THE AFC CUP QUALIFIER AGAINST INDONESIA

Infrastruktur und langfristige Perspektiven

Neben sportlichen und strukturellen Maßnahmen ist die Infrastruktur weiterhin ein entscheidender Faktor für die Entwicklung des Fussballs in Pakistan. Mit Unterstützung des FIFA-Forward-Programms sollen nachhaltige Projekte umgesetzt werden, um die Rahmenbedingungen im Land zu verbessern.

Dazu zählen unter anderem neue Trainingsmöglichkeiten sowie Initiativen wie das FIFA-Arena-Programm, das den Bau moderner Spielfelder vorsieht. Ziel ist es, den Zugang zum Fussball zu erweitern und gleichzeitig die Grundlage für langfristige Entwicklung zu schaffen.

Ein zentrales Projekt ist zudem der Bau eines eigenen Stadions unter Kontrolle der PFF. Der Verband ist derzeit auf bestehende Einrichtungen angewiesen, was die Organisation von Spielen und Trainingseinheiten erschwert. Ein eigenes Stadion würde die infrastrukturelle Basis nicht nur stärken, sondern auch neue Möglichkeiten für die Entwicklung der Nationalteams und die Einbindung von Fans schaffen.

Unter der neuen Führung verfolgt die PFF dabei klare Prioritäten: die Förderung des Frauenfussballs, der Ausbau der Infrastruktur und die Einführung nachhaltiger Wettbewerbsstrukturen. „Frauenfussball ist eine unserer zentralen Prioritäten”, betonte Gilani bereits kurz nach seiner Wahl.

Die Teilnahme an der FIFA Series ist somit Teil eines größeren Entwicklungsprozesses. Sie steht für neue internationale Perspektiven, wachsende Strukturen im Inland – und die klare Zielsetzung, den Fussball in Pakistan langfristig zu stärken.