Donnerstag 12 Februar 2026, 19:00

Europäische Mannschaften seien bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ ein „wichtiger Faktor“ zur Völkerverständigung, so Gianni Infantino beim 50. ordentlichen UEFA-Kongress

  • Bei dem globalen Spektakel werden 16 europäische Teams laut dem FIFA-Präsidenten dazu beitragen, „Kulturen aus aller Welt in einer friedlichen und fröhlichen Atmosphäre zusammenzubringen”

  • In einer Rede vor den 55 Mitgliedsverbänden der FIFA im belgischen Brüssel betonte er die Notwendigkeit, den Einfluss von Frauen im Fussball auf und neben dem Platz zu erhöhen

  • Ebenso hob er die Bedeutung der Jugendförderung und des neuen FIFA U-15-Wettbewerbs hervor, der „ein Fussballfest der 211 Länder der Welt“ sein werde

FIFA-Präsident Gianni Infantino betonte, welch „wichtiger Faktor“ die europäischen Länder sein werden, um bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™ für „Einigkeit“ und „Solidarität“ zu sorgen.

Das bevorstehende Grossereignis wird das erste sein, an dem 48 Mannschaften teilnehmen. Mit 16 Teams stellt Europa die grösste kontinentale Vertretung beim Turnier. Zwölf Teilnehmer stehen bereits fest, während vier weitere bei den im März angesetzten Play-offs ermittelt werden.

In einer Rede vor dem 50. ordentlichen UEFA-Kongress erinnerte Infantino die Vertreter der 55 Mitgliedsverbände der FIFA an die beispiellose Dimension der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026™, die zum ersten Mal von drei Ländern gemeinsam ausgerichtet wird, und ging auch auf deren globale Auswirkungen ein.

„Wir haben das Privileg, uns um den besten Sport überhaupt kümmern zu dürfen. Unsere Aufgabe ist es, den Milliarden Menschen auf der ganzen Welt, die sich für den Fussball interessieren, Partien zu bieten, in denen sie für mindestens 90 Minuten ihre Probleme vergessen können – egal, ob sie privater, beruflicher, politischer oder anderer Natur sind. Über den Austausch kultureller Werte finden wir zusammen und lernen dank unserer Erfahrungen voneinander“, sagte er vor Delegierten in Brüssel.

„Der Beitrag [Europas] wird absolut grundlegend sein, um für Einheit und Solidarität zu sorgen und Kulturen aus der ganzen Welt in einer friedlichen und fröhlichen Atmosphäre zusammenzubringen. Wir werden alle gemeinsam sehr hart daran arbeiten, dies zu verwirklichen, und ich zähle auf jeden Einzelnen von euch. Ihr könnt euch natürlich auch auf mich verlassen. Es soll etwas sein, das uns alle wirklich vereint, wenn wir im nächsten Sommer in den USA, Kanada und Mexiko diese magische Sportart namens Fussball zelebrieren.“

Das Thema „Einheit“ war eines von drei Kernthemen, die Infantino in seiner Rede hervorhob.

Er wies auch darauf hin, wie wichtig es sei, den Frauenfussball weiter auszubauen, wofür sich der Weltverband stark gemacht hat. Nach dem Erfolg der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Australien & Neuseeland 2023™ wird Brasilien als erste südamerikanische Nation Gastgeber der nächsten Ausgabe im Jahr 2027 sein, bevor das Turnier 2031 auf 48 Teams erweitert wird.

Letztes Jahr fand die erste FIFA Futsal-Frauen-Weltmeisterschaft™ statt, und auch im Vereinsfussball der Frauen hat der Weltverband kürzlich mit der Einführung des jährlichen FIFA-Meisterpokals der Frauen™ und der Schaffung der FIFA Klub-Frauen-Weltmeisterschaft™, deren erste Ausgabe für 2028 geplant ist, neue Wege beschritten.

Abseits des Spielfelds verändert das FIFA-Programm zur Frauenförderung weiterhin das Gesicht des Sports, indem es Frauen unterstützt und ihnen durch 13 Fachkurse die Mittel an die Hand gibt, um Führungspositionen im Fussball zu übernehmen.

„Wir brauchen mehr Frauen in wichtigen Positionen im Fussball. Es müssen Jobchancen für alle Frauen geschaffen werden. Dass wir von ihnen noch jede Menge lernen können, steht natürlich ausser Frage“, erklärte Infantino und verwies darauf, dass der Belgische Fussballverband von Pascale Van Damme geleitet wird, die auch eines von acht weiblichen Mitgliedern des FIFA-Rates ist.

„Frauen sollten generell mehr Führungspositionen im Fussball und in der Gesellschaft bekleiden. Tatsächlich brauchen wir auch mehr Trainerinnen in Frauenmannschaften. Das ist eine weitere Debatte, die wir irgendwann führen müssen, denn es gibt ja viele hervorragende Übungsleiterinnen. Bei der letzten UEFA-Frauen-Europameisterschaft in der Schweiz haben wir gesehen, wie gut es um den Frauenfussball steht und wie er wächst. In weniger als 500 Tagen beginnt in Brasilien die nächste FIFA Frauen-Weltmeisterschaft. Ich freue mich schon darauf, euch alle dort zu sehen.“

Infantino betonte auch, dass die Nachwuchsförderung weiter vorangetrieben werden müsse. Das FIFA-Talentförderprogramm, das in mehr als 150 Mitgliedsverbänden der FIFA eingeführt wurde, leistet hervorragende Arbeit für junge Spitzentalente. Angesichts der 51 FIFA-Talentakademien, die bis Anfang 2026 bereits entstanden sind, ist man auf dem besten Weg, das Ziel von weltweit 100 Elite-Nachwuchsausbildungsstätten bis Ende 2027 zu erreichen.

Da die FIFA U-17-Weltmeisterschaft™ und die FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft™ auf 48 bzw. 24 Mannschaften erweitert wurden und seit letztem Jahr jährlich stattfinden, haben junge Spitzentalente mehr Möglichkeiten denn je, sich auf der internationalen Bühne zu präsentieren, zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Der FIFA-Präsident erklärte auch, wie der Weltverband sein Angebot an organisierten Eliteschulungen für junge Fussballer weiter ausbaut, um seiner Philosophie gerecht zu werden, jedem Nachwuchstalent unabhängig von seiner Herkunft eine Chance zu geben, sich zu profilieren.

„Wir müssen uns für die Jugend, für die Entwicklung des Fussballs und für unsere Kinder einsetzen“, sagte er. „Ab diesem Jahr gibt es mit der FIFA U-15-Weltmeisterschaft einen zusätzlichen Jugendwettbewerb. Dieses Turnier ist ein Fest für alle Spieler, die zu dieser Kategorie gehören. Jedes Land der Welt kann daran teilnehmen, sodass in Europa von Spanien bis San Marino alle Jungen unter 15 Jahren dieses Jahr bei einer WM dabei sein könnten. Aktuell arbeiten wir daran, den genauen Ablauf festzulegen. Wir werden sehr bald darüber informieren. Nächstes Jahr sind dann die Mädchen an der Reihe. Ab 2028 werden Jungen und Mädchen unter 15 Jahren an diesem Turnier teilnehmen, bei dem 211 Länder der Welt vertreten sein werden und somit alle Spieler und Spielerinnen buchstäblich vereint.“