Der costa-ricanische Fussballverband (FCRF) veranstaltete ein bedeutendes Ereignis, um seine offizielle Anerkennung als FIFA Talent Academy zu feiern.
Im Jahr 2025 identifizierte das TDS sechs Spielerinnen, die später an der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft teilnahmen, sowie acht Spielerinnen, die bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft zum Einsatz kamen.
FCRF-Präsident Osael Maroto räumt ein, dass Costa Rica durch das TDS „unsere eigenen Erwartungen übertroffen hat”.
Das FIFA-Talentförderprogramm (TDS), das in Costa Rica 2023 als Pilotprojekt gestartet wurde, hat mittlerweile alle Erwartungen übertroffen und ist zu einer Fallstudie avanciert.
Den Beleg für die erfolgreiche Umsetzung des Programms gab es bei einer hochkarätigen Veranstaltung des costa-ricanischen Fussballverbands (FCRF) im Complejo Deportivo FCRF-Plycem in San Rafael de Alajuela.
Dort präsentierte der FCRF die seit der Einführung erzielten Erfolge und erhielt gleichzeitig die Anerkennung als FIFA-Talentakademie. Ausserdem wurden Medaillen an die am Projekt beteiligten Spielerinnen und Spieler verliehen.
FIFA-Präsident Gianni Infantino wandte sich in einer Videobotschaft an die Teilnehmer. „Heute ist ein historischer Tag für Ihre FIFA-Talentakademie, denn [die Anerkennung] zeigt, wie weit Sie gekommen sind und ist ein Meilenstein für die Fussballförderung in Costa Rica. Ich habe keinen Zweifel daran, dass sie den eingeschlagenen Weg zur Förderung costa-ricanischer Talente ebenso begeistert und engagiert wie bisher fortsetzen werden.“
Hochrangige Teilnehmer der Veranstaltung waren unter anderem FCRF-Präsident Osael Maroto und Ulf Schott, Leiter des Hochleistungsprogramms der FIFA. Ebenfalls anwesend waren die Arbeitsgruppen des FCRF, des Talentförderprogramms sowie Vertreter der Klubs und Ligen, die dem Verband angehören.
Maroto rückte die greifbaren Ergebnisse des Programms in den Blickpunkt und erklärte, die eigenen Erwartungen seien übertroffen worden. Dabei nannte er auch konkrete Zahlen: „Von den ersten Talentgenerationen sind insgesamt 14 Spieler und Spielerinnen bei der WM-Qualifikation, der FIFA U-17-Weltmeisterschaft und der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft 2025 im Nationaltrikot aufgelaufen.“
„Wir sind auch stolz darauf, dass bei den Männern 15 Talente aus dem Programm der U-17-Auswahl angehören, die sich gerade das Ticket für die FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2026 gesichert hat. Ausserdem steht im März hier in unserem Land das U-17-Qualifikationsturnier der Frauen an. 15 junge Spielerinnen dieser Auswahl sind ebenfalls aus dem FIFA-Talentförderprogramm hervorgegangen“, so der FCRF-Präsident weiter.
Diese Zahlen erhielten ein Gesicht, als Nubia Medina ihre Geschichte erzählte, eine ehemalige Teilnehmerin des Programms, die mit gerade einmal 15 Jahren zu den herausragenden Spielerinnen der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Marokko 2025™ zählte.
Sie wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf der Insel Chira auf, und ihrem Traum, Fussballspielerin zu werden, standen viele Hürden im Weg. Beispielsweise hatte ihre Familie kein Geld, Fussballschuhe zu kaufen, und es gab kein Mädchenteam. Dennoch hat sie es mit ihrem Talent bis in die Landeshauptstadt San José geschafft, wo das TDS des FCRF ihr zum endgültigen Durchbruch verholfen hat.
„Dort haben sich alle um mich gekümmert, mir Selbstvertrauen und das Gefühl gegeben, wirklich Fussballerin zu sein, und mir Ziele gesteckt. Das Talentverfahren der FIFA ist wunderbar, deshalb möchte ich allen hier sagen, dass sie den Sprung in den Profifussball schaffen können, wenn sie es wirklich wollen“, so Nubia, die damit für lächelnde Gesichter sorgte und viel Applaus erntete.
Für Ulf Schott sind Talente wie Nubia der Grund für die Schaffung des Talentförderprogramms. „Arsène Wenger, unser Direktor für globale Fussballförderung, hat einmal gesagt, dass wir das Ganze so einfach wie möglich gestalten müssen. Daher haben wir uns drei klare Ziele gesteckt: die Wettbewerbsfähigkeit weltweit steigern, dafür sorgen, dass die Mitgliedsverbände ihr Potenzial voll ausschöpfen können und dass alle Talente unabhängig von Geburtsort und -datum eine Chance haben.“
Ausserdem sagte er: „All diese Spieler und Spielerinnen, die letztes Jahr die U-17-Weltmeisterschaften in Marokko und Katar bestritten haben, sind der Beweis dafür, dass die (FIFA) Talentakademie den Zugang zu den Nationalteams ermöglicht.“